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Borussia Mönchengladbach: Kouadio Koné trägt eine besondere Nummer

Besondere Nummer und emotionales Video : Manu Koné fällt beim Start in Gladbach auch schweigend auf

Manu Koné ist aktuell noch der einzige echte Neue im Gladbacher Kader. Das Kapitel Toulouse hat der 20-Jährige in einem emotionalen Video abgeschlossen und dabei auch ein paar Worte über seine neue Aufgabe verloren. Mit seiner Rückennummer tritt er in große Fußstapfen.

Mit Torwart Max Grün ist die 31 gegangen, die 16 ist weg, die 17, die 19 und die 20. Schaut man sich Borussias Abgänge nach Rückennummern an, darf sich Stefan Lainer, die Nummer 18, anscheinend glücklich schätzen, nach seinem Urlaub noch dabei zu sein. Insgesamt hat sich in diesem Bereich bisher aber ähnlich wenig getan wie auf dem Transfermarkt. Doch die einzige Neuerung ist gleich doppelt bemerkenswert.

Kouadio Koné hat sich die 17 von Oscar Wendt geschnappt, die der Schwede zehn Jahre für Borussia trug. Andere Vorgänger haben deutlich weniger Spuren in Gladbach hinterlassen: Patrick Paauwe war 2008 wenigstens Aufstiegsheld, dagegen taugen Bernhard Janeczek, David Degen, Morten Skoubo und Quido Lanzaat eher nicht als Vorbilder für Koné, für den Borussia neun Millionen Euro an den FC Toulouse überwiesen hat.

Über seiner Nummer trägt Koné nicht nur seinen Nachnamen. Emmanuel Koaudio Koné lautet der volle Name des 20-Jährigen, den Spitznamen Manu nimmt er mit aufs Trikot. „Manu Kone“ (auf dem Trikot ohne Akzent) wird sicher nicht Gladbachs letzter Zugang bleiben. Bislang haben sich die Neuen (neben Koné sind das zwei Co-Trainer und ein Torwarttrainer) noch nicht für ein Foto aufgestellt. Wer auch immer noch kommt, hat einige beliebte Nummern zur Auswahl. Die 2 trägt gerade U23-Mann Per Lockl, die 5 und die 9 sind aus der Nummern-Startelf noch frei. Und die 3, Michael Lang, könnte im Sommer noch gehen, genau wie die 8, Denis Zakaria.

Die 8 trug Koné in Toulouse. Nun reiht sich der Mittelfeldspieler als Youngster nicht nur numerisch erst mal weiter hinten ein. Da passt die 17 womöglich ganz gut, weil es die Verbindung zu Rekord-Ausländer Wendt gibt und sie eine Herausforderer-Rolle symbolisiert. Vielleicht fängt Koné über die Quersumme der 17 auch seine alte 8 auf, er wird es demnächst sicherlich verraten.

Denn offiziell gesprochen hat Koné an den ersten beiden Trainingstagen noch nicht, beim Laufen ist er oft an der Seite von Alassane Plea zu sehen, mehr „French Connection“ gibt es momentan auch nicht. Koné ist der erste Zugang nach dem Weggang von Ibrahima Traoré, der der Gruppe inoffiziell vorstand. Hütter-Assistent Oliver Neuville übernimmt das Dolmetschen. Eines der ersten Tore der Vorbereitung ging auf Konés Konto, er wirkt gestählt, die Schultern sind breit und die kurzen Socken ohne sichtbare Schienbeinschoner strahlen eine gewisse Lässigkeit aus, die Dreadlocks auf dem Kopf sowieso.

Das Kapitel Toulouse hat er erst am Tag vor dem Trainingsauftakt bei Borussia mit einem aufwendig produzierten Instagram-Video abgeschlossen. Es ist anzunehmen, dass dem Mittelfeld-Talent der Abschied von seinem ersten Profiverein, wo er zuletzt Schlüsselspieler war und knapp den Aufstieg verpasste, nicht leichtgefallen ist. „Sehr emotional“ sei es, zu gehen, sagt Koné in dem Video und blickt zurück auf wichtige Stationen seiner Zeit beim aktuellen französischen Zweitligisten: das Profidebüt, die Teilnahme am Junioren-Pokalfinale im großen Stade de France in Saint-Denis.

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Nur wenige Kilometer entfernt ist er aufgewachsen in Villeneuve-la-Garenne, einem Vorort im Norden von Paris, gelegen in einem Bogen der Seine. „Ich weiß, wo ich herkomme“, sagt er über seine Heimat und die Leute dort. „Ihnen habe ich alles zu verdanken.“ Das sind Sätze, die zu Borussia passen. In Mönchengladbach schreibt Koné nun das nächste wichtige und bislang größte Kapitel seiner jungen Laufbahn.