Borussia Mönchengladbach: Konzept von Marco Rose gegen AS Rom erneut erfolgreich

Kommentar zu Borussias 2:1 gegen Rom : Eine Demonstration, warum Roses Konzept so erfolgreich ist

Das Aufeinandertreffen zwischen Borussia und AS Rom in der Europa League war auch ein Duell der Philosophien. Die Italiener versuchten es mit Spielkunst, die Gladbacher mit Action. Die Spielidee von Marco Rose war aber wieder erfolgreich.

Es ist ein Streitthema, ob die Spielweise, die Borussia unter Marco Rose an den Tag legt, eine schöne ist. Kritikern fehlt es am Ästhetischen, Befürworter schwärmen von der ständigen Action. Eines kann man jedoch gewiss sagen: Die spielerischen Anweisungen, die Rose seinen Spielern mitgibt, sind erfolgreiche. Mit RB Salzburg war er in Österreich Seriengewinner und holte zweimal die Meisterschaft, und als man dachte, er käme nach Mönchengladbach und müsste sich dort auf deutlich mehr Niederlagen gefasst machen, führte er Borussia derzeit an die Tabellenspitze in der Bundesliga.

In der Europa League gab es am Donnerstag nun auch den ersten Erfolg. Und das Spiel gegen AS Rom (2:1) hat eindeutig aufgezeigt, was die Gründe dafür sind, dass die Rose-Idee in der aktuellen Zeit erfolgreich ist. Denn es prallten zwei Philosophien aufeinander, die von der ersten Minute offensichtlich waren, von denen die Gladbacher Art aber irgendwann die war, die die Hoheit hatte.

Die Römer versuchten sich im Klein-Klein, auch mal mit der Hacke. Waghalsiges Kurzpassspiel im eigenen Strafraum. Sie wollten die Gladbacher ausspielen, sie laufen lassen und irgendwann, wenn der Gegner müde ist oder die Lücke da ist, zuschlagen. Das führte dazu, dass Rom in den ersten 15 Minuten wirklich dominant war und man dachte, dass Borussia, wenn es so weitergeht, das nächste Negativ-Erlebnis im Europapokal hinnehmen wird.

Doch die Stärke des ständigen Anlaufens und der Vertikalität ist, dass die Spieler mit dem dauerhaften Versuch, etwas zu erzwingen, Erfolgserlebnisse sammeln und damit an Selbstvertrauen gewinnen. Anfangs konnte Rom-Torhüter Pau Lopez noch ruhig den Ball hinten raus spielen, als die Gladbacher aber das richtige Anlauf-Timing hatten, landeten seine Pässe reihenweise im Seitenaus. So erstickte Borussia das Kombinationsspiel der Römer und konnte selbst offensiv gefährlich werden.

Die Oberhand zu gewinnen, dem Gegner Respekt einzuflößen und ihn nie zur Ruhe kommen zu lassen, das sind grundlegende Merkmale des Rose-Systems. Und seine Spieler zeigen mittlerweile in nahezu jedem Spiel, dass sie das verinnerlicht haben. Und wenn sie eine spielstarke Mannschaft dann so weit haben, dass sie nachdenkt, wenn die Gladbacher wieder anrennen, zeigen die Borussen selbst ihr fußballerisches Können. So war es im Pokal in Dortmund, in Leverkusen und auch gegen Rom. In allen drei Partien passierte erstmal offensiv recht wenig, die Konzentration lag auf den Aspekten gegen den Ball, doch dann ging die Post ab. Am Donnerstag war der Bote mal wieder Marcus Thuram, der mit einem Sprint über die linke Außenbahn das Eigentor von Fazio zum 1:0 vorbereitete.

In der zweiten Halbzeit verließen die Gladbacher die Kräfte, aber dann kam das nächste große Element, das Borussia unter Rose so erfolgreich macht: Wille. Bis zur letzten Sekunde versuchte sein Team, nach dem Ausgleich durch Fazio zurückzuschlagen, lange vergeblich. Dann schlug Denis Zakaria einen langen Ball in den Strafraum, Alassane Plea köpfte auf Thuram, der den Ball versenkte. Es war das dritte Tor in der Nachspielzeit in der Europa League. Diese Treffer brachten Borussia insgesamt vier Punkte ein, die sie nach 90 Minuten noch nicht hatten. Das passt auch irgendwie zu Roses Erfolgskonzept.

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