Drittes 0:6 in zehn Monaten Die Klatschen-Frequenz in Gladbach nimmt bedenklich zu

Mönchengladbach · Innerhalb von nicht einmal zehn Monaten hat Borussia am Sonntag in Dortmund zum dritten Mal 0:6 in der Bundesliga verloren. Generell ist die Anzahl klarer Niederlagen viel zu hoch – was auch ein Vergleich mit einem Vorgänger von Adi Hütter unterstreicht.

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Im Herrentennis wäre es die Demütigung schlechthin, doch auch im Fußball liest sich diese Ziffernfolge wie eine Abreibung der Sonderklasse: 0:6, 0:6, 0:6 – das sind die Zahlen zu Borussias höchsten Bundesliga-Niederlagen in den vergangenen zehn Monaten. Am 32. Spieltag der vergangenen Saison kassierten die Gladbacher beim FC Bayern München eine derartige Klatsche, am 14. Spieltag der laufenden Saison gab es das historische 0:6 daheim gegen den SC Freiburg, bei dem das Endergebnis bereits nach denkwürdigen 37 Minuten feststand. Und nun am Sonntag machte auch Borussia Dortmund gegen die Gladbacher das halbe Dutzend voll.

Drei Niederlagen mit mindestens sechs Toren Differenz innerhalb einer solchen Zeitspanne und von nur 26 Bundesligaspielen hat es für Borussia, die derzeit ihre 54. Bundesligasaison bestreitet, noch nie zuvor gegeben. Mit diesen drei Klatschen erhöhten die Borussen die Gesamtzahl ihrer Liga-Pleiten dieser Größenordnung auf elf. Und nur zwei dieser Niederlagen fielen dabei noch etwas höher aus als jene seit Mai 2021: das 0:7 daheim gegen Werder Bremen in Borussias Premierensaison 1965/66 und das 0:7 beim VfB Stuttgart in der Spielzeit 2010/11.

Zudem gab es zwei derart hohe Niederlagen innerhalb einer Saison bislang auch erst einmal: In der ersten Abstiegssaison 1998/99, als Gladbach gar an zwei aufeinanderfolgenden Spieltagen ein 2:8 gegen Leverkusen und ein 1:7 in Wolfsburg hinnehmen musste. All das verdeutlicht, dass die Klatschen-Frequenz bei Borussia in jüngster Zeit deutlich zugenommen hat. Vor dem 0:6 bei den Bayern, das noch nicht einmal ein Jahr zurückliegt, hatte es ein derart deutliches Ergebnis beim bereits erwähnten 0:7 in Stuttgart im September 2010 gegeben.

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Foto: dpa/Tom Weller

Allerdings ist nicht erst bei einer Differenz von sechs Treffern  die Rede von einer Klatsche. Im Profifußball dürfte die Definition einer deutlichen Niederlage durchaus schon bei einem Ergebnis mit drei Toren Unterschied beginnen. Und auch in dieser Größenordnung sieht es derzeit nicht gut aus für die Borussen. In der laufenden Saison kassierte Gladbach unter Trainer Adi Hütter bereits fünf Niederlagen in der Bundesliga mit mindestens drei Toren Differenz. Hinzu kommt das peinliche Pokal-Aus mit dem 0:3 beim Zweitligisten Hannover 96.

Zum Vergleich: In 153 Ligapartien unter Lucien Favre hatte es insgesamt nur vier Niederlagen in dieser Höhe gegeben, zwei davon innerhalb seiner letzten fünf Partien, die allesamt verloren gingen. Selbst im zweiten Jahr unter Marco Rose, als die Anfälligkeit in der Defensive auch schon häufig ein Thema war, hatte es nur zwei hohe Niederlagen gegeben: am ersten Spieltag in Dortmund (0:3) sowie das angesprochene 0:6 bei den Bayern.

 Und drin ist er wieder: Marius Wolf erzielt beim 6:0 des BVB den dritten Dortmunder Treffer gegen konsternierte Gladbacher.

Und drin ist er wieder: Marius Wolf erzielt beim 6:0 des BVB den dritten Dortmunder Treffer gegen konsternierte Gladbacher.

Foto: dpa/Bernd Thissen

Nun ist es an den Borussen, die Klatschen-Frequenz wieder deutlich zu verringern. Niederlagen in „Tennis-Dimensionen“ darf es erst recht nicht wieder geben. Ansonsten droht sich das zu wiederholen, was 1998/99 nach dem historischen 2:8- und 1:7-Doppelpack geschehen war: der Gang in die Zweite Bundesliga.

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