Borussia Mönchengladbach: Keine Sieg-Garantie bei einem Trainerwechsel

Borussia-Fans fordern Hecking-Aus : Es gibt keine Sieg-Garantie bei einem Trainerwechsel

Fans von Borussia Mönchengladbach fordern das vorzeitige Aus von Trainer Dieter Hecking. Ihm aber die Alleinschuld an den schlechten Resultaten zu geben, wäre falsch.

Würde Max Eberl jetzt einen Volksentscheid bemühen, wäre das Ergebnis wohl eindeutig. Zumindest, wenn das, was in den sozialen Netzwerken passiert, als Maßstab genommen würde: Borussias Sportdirektor müsste seinen Trainer Dieter Hecking sofort entlassen. Das fordern die Gladbach-Fans in vehementen Kommentaren, mancher hat sogar eine hingebungsvolle Petition an den Verein verfasst.

Ja, es kann sein, dass ein Trainerwechsel zum jetzigen Zeitpunkt hilfreich wäre im Europa-Rennen. Die vorzeitige Ankündigung des Trainerwechsels zur neuen Saison, in der Marco Rose Hecking ablösen wird, war von vornherein ein zweischneidiges Schwert: Der Effekt konnte ein „Jetzt-erst-recht“ sein - oder eben eine „Lame-Duck“-Geschichte. Dass ein Spiel wie in Stuttgart, in dem Borussia insgesamt viel zu wenig anbot, um erfolgreich zu sein, letztere These nährt, ist klar. Aber bei einer Veränderung an der Linie bleibt es dabei: Es kann sein, dass es hilfreich ist im Europa-Rennen. Eine Garantie gibt es nicht.

Klar ist: Borussias Rückrunde ist seit dem 21. Spieltag mehr schlecht als recht, neun Punkte hat es in elf Spielen gegeben - und 8:20 Tore. Spielerisch überzeugend war es selten, die Spiele in Düsseldorf und nun in Stuttgart waren die negativen Höhepunkte. Doch das alles Hecking anzulasten, ist zu einfach gedacht. Das Team ist da zu gleichen Teilen mit in der Verantwortung. Und bei aller Aufregung: Noch ist Borussia Fünfter und hat es selbst auf dem Fuß, Europa zu schaffen. Darum ist es nachvollziehbar, warum Borussia die Option kurzfristiger Trainerwechsel nicht ins Kalkül zieht.

(kk)
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