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Borussia Mönchengladbach: Kein Funken Müdigkeit

Borussia Mönchengladbach : Hecking kann "keinen Funken Müdigkeit erkennen"

Mit dem Weiterkommen in der Europa League haben sich die Borussen das 49. und 50. Pflichtspiel der Saison verdient, heute im DFB-Pokal-Viertelfinale beim Hamburger SV wollen sie das 51. klarmachen.

Die Gleichung ist einfach: Je mehr Spiele ein Fußballprofi im Jahr absolviert, desto erfolgreicher ist er. Antoine Griezmann stand vergangene Saison für Atlético Madrid und die französische Nationalmannschaft in 70 Pflichtspielen auf dem Platz. Der Angreifer zog ins Champions-League-Finale ein und wurde Vize-Europameister. Diese Erfolge werden Borussia Mönchengladbachs Spielern nicht vergönnt sein, aber sie dürfen sich freuen, Anfang März noch in drei Wettbewerben vertreten zu sein, erstmals seit 1987.

Mit dem Weiterkommen in der Europa League haben sich die Borussen das 49. und 50. Pflichtspiel der Saison verdient, heute im DFB-Pokal-Viertelfinale beim Hamburger SV wollen sie das 51. klarmachen. "Für mich zählt das Thema Müdigkeit nicht", sagt Trainer Dieter Hecking. "Es gibt nichts Schöneres, als alle drei Tage zu spielen." Bis zum 19. März müssen er und seine Mannschaft das Pensum auf jeden Fall durchziehen, dann ist Länderspielpause. Bei Erfolgen gegen Schalke in Europa und im Pokal in Hamburg würde es im April mit vier Englischen Wochen weitergehen.

Ein wenig unkonzentriert fand Hecking seine Spieler in der ersten Halbzeit in Ingolstadt schon. "Das Passspiel war etwas unsauber", sagt er. Tatsächlich war die Quote am Ende die schwächste der Bundesligasaison, aber dank einer erneuten Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte gewann Gladbach das zähe Spiel - auch weil die Laufbereitschaft wieder enorm war.

"Wir sind trotz des schwierigen Spiels in Florenz und der Reisestrapazen wieder über 120 Kilometer gelaufen. Ich kann keinen Funken Müdigkeit erkennen", sagt Hecking. Seit Wochen hält Borussia diesen Schnitt. Die Differenz zur Hinrunde lässt sich in etwa so ausdrücken: Pro Minute legt jeder Spieler nun acht Meter mehr zurück. In Ingolstadt war Jonas Hofmann mit 12,8 Kilometern und 45 Sprints der mit Abstand fleißigste.

Ob und wie sehr er seine Startelf heute beim HSV verändern wird, ließ Hecking offen. "Blauäugig bin ich da auch nicht. Mit jedem Spieler, bei dem die Belastung zuletzt hoch war, wird es ein kurzes Gespräch geben. Da ist auch die Eigenverantwortung der Spieler gegenüber der Mannschaft und dem Verein gefragt, ehrlich zu antworten", erklärt der 52-Jährige. Die Personalsituation hat sich deutlich entspannt, nachdem zu Beginn der Rückrunde zeitweise neun Feldspieler fehlten. Heute fallen neben den Langzeitverletzten Marvin Schulz und Mamadou Doucouré, für den die Saison nach einer Operation wohl beendet ist, nur Ibrahima Traoré (benötigt noch ein paar Wochen) und Thorgan Hazard (könnte am Samstag wieder ein Thema sein) aus. Zuletzt konnte sich Hecking auf seine Joker verlassen, in Ingolstadt spielten Raffael, Mo Dahoud und André Hahn gemeinsam das 2:0 heraus. "Es wird sehr wichtig sein, dass wir auch von der Bank reagieren können. Egal, wie der Spielverlauf ist", sagt der Trainer.

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Sportdirektor Max Eberl verweist beim Thema Müdigkeit auf die vielen Erfolgserlebnisse der vergangenen Wochen. "Dann kannst du an die 120 Kilometer laufen, weil es Spaß macht. Wenn es schlecht läuft, musst du erstmal 120 Kilometer laufen. Da denkst du, du hättest einen Kühlschrank auf dem Rücken", sagt Eberl. Selbstbewusst kann Borussia die Aufgabe in Hamburg angehen, um weiter davon träumen zu dürfen, dass die Saison erst am 27. Mai endet - beim Pokalfinale in Berlin.

(RP)