Borussia Mönchengladbach: Kehrt Alassane Plea gegen die AS Rom in der Europa League zurück?

Borussia in der Europa League : Thuram, Plea und Co. sollen Mo Dahoud ablösen

Borussias bester Scorer Alassane Plea soll möglichst in der Europa League gegen AS Rom zurückkehren. Aber klappt das? Trainer Marco Rose hat treffsichere Alternativen, die nach langer Zeit wieder ein Heimtor im Europapokal erzielen können.

Marcus Thuram kam zum Gratulieren vorbei, er herzte seinen Landsmann Alassane Plea ausgiebig. Beide Herren waren im Event-Outfit der Borussen unterwegs, das aus einem grünen Trikot, schwarzer Hose und schwarzen Stutzen besteht, und feierten derart gekleidet das 1:0 Pleas gegen einen Gegner, dessen Namen großen internationalen Klang hat: den FC Chelsea. Der Europa-League-Gewinner war zum Saisonvorbereitungsspiel in den Borussia-Park gekommen, sozusagen als Aperitif zur Europa League, für die sich die Borussen nach zweijähriger Abwesenheit wieder qualifiziert hatten. Dass Gladbach in dem Wettbewerb bis November ohne Heimtor sein würde, damit hatte an diesem Tag, als es ein 2:2 gegen Chelsea gab, niemand gerechnet.

Allerdings gab es auch erst ein Europa-Heimspiel bisher, und das ging gegen Wolfsberg 0:4 verloren. Danach waren die Gladbacher nur noch auf Reisen, erst ging es zu Basaksehir FK und dann zur AS Rom, in beiden Fällen brachten Tore in der Nachspielzeit ein 1:1 ein. Nun geht es darum, den ersten Sieg einzufahren – und dazu braucht es, das ist ein Naturgesetz des Fußballs, Tore.

Die Frage, die Trainer Marco Rose nun beantworten muss, ist: Wer soll diese Tore machen? Thuram steht im Verdacht, der geeignetste Kandidat zu sein, schließlich hat der lange Franzose einen Lauf, der in den vergangenen neun Pflichtspielen neun Scorerpunkte auf sein Konto spülte, dazu kommt das Siegtor im Pokal in Sandhausen. Plea hat ebenfalls neun Scorerpunkte (vier Tore und fünf Assists). Beide jedoch sind in der Europa League noch ohne Ertrag. Und zumindest was Plea angeht, ist fraglich, ob er am Donnerstag gegen die Roma die Gelegenheit bekommt, das zu ändern. Denn in den letzten vier Spielen fehlte er.

Gern würde Rose ihn nun im wichtigen Spiel gegen die Roma wieder dabei haben. Plea war am Mittwoch im Training dabei, er machte fast alles mit. Ein weiterer Trainingstag bleibt, um ihn auf Ballhöhe zu bringen. Er dürfte aber zumindest eine Option für den Kader und damit die Bank sein. Plea wäre damit eine Drohgebärde in Richtung des Gegners, denn auch die Römer wissen, dass der Mann vor dem Tor eiskalt ist. „Wenn er am oder im Strafraum den Ball bekommt, kann man sich schon zum Jubeln bereit machen“, sagte Trainer Marco Rose über Plea. Vor seiner Verletzung im Dortmund-Spiel in der Bundesliga am 19. Oktober stellte Plea das nachhaltig unter Beweis: Bei 1899 Hoffenheim und gegen Augsburg schoss er zwei der acht Borussen-Tore selbst und bereitete drei vor.

Doch was den Trainer zuletzt erfreute: Auch ohne Plea kann sein Team Tore machen. Vier waren es gegen Frankfurt, eins im Hinspiel in Rom, eins im Pokalspiel beim BVB und zuletzt zwei in Leverkusen. In diesen Spielen tat sich vor allem Thuram hervor, der aber am Dienstag wegen Knieproblemen pausierte. Er war dreimal erfolgreich und assistierte einmal. Die bisherigen Torschützen in der Europa League waren beim Training voll dabei: Patrick Herrmann, dessen Treffer in Istanbul das Unentschieden rettete, und Lars Stindl, der Elfmeterschütze von Rom.

Wie Rose im Rückspiel gegen die Roma seine Angriffsreihe formieren kann, darüber wird ihm der Zustand der Offensivkräfte im Abschlusstraining am Mittwoch Auskunft geben. Doch ist sein Team auch in Sachen Torproduktion recht breit aufgestellt. Neun verschiedene Schützen gibt es bereits in dieser Saison, da sind also einige alternative Tormacher. Die Mittelfeldspieler Denis Zakaria (2) und Florian Neuhaus (1) haben getroffen. Und es gibt eine recht torhungrige Abwehrreihe: Oscar Wendt traf in den letzten beiden Ligaspielen und bereitete im Pokal das Tor vor, Stefan Lainer war in Mainz, Nico Elvedi gegen Frankfurt erfolgreich.

Borussias bislang letztes Europa-Heimtor erzielte Mo Dahoud am 16. März 2017 beim 2:2 im Europa-League-Achtelfinale gegen Schalke. 967 Tage ist das am Donnerstag her. Und der letzte Heimsieg, das 6:1 gegen Young Boys Bern im Champions-League-Play-off, schon 1171 Tage. Gegen Rom wäre ein guter Zeitpunkt, das zu ändern.

Mehr von RP ONLINE