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Borussia Mönchengladbach: Keanan Bennetts ist geehrt vom Vergleich mit Gareth Bale

Borussias neuer Linksaußen : Der Vergleich mit Bale ehrt Bennetts

Nicht nur die Oberschenkel des 19-Jährigen mit den drei Nationalitäten erinnern an den Superstar von Real Madrid. Keanan Bennetts präsentiert sich in seinem ersten Mediengespräch entschlossen, aber auch sehr reflektiert.

In sozialen Netzwerken ist es ein beliebter Gag, Bilder von engagierten Fitnessstudio-Besuchern zu posten, die bei ihren Einheiten ganz offensichtlich die Beinmuskulatur vernachlässigt haben und aussehen wie aufgepumpte Hühner. „Skipping Leg Day“ nennt sich das, also „den Bein-Tag auslassen“. Entsprechend wird es honoriert, wenn jemand den „Leg Day“ auf jeden Fall nicht ausgelassen hat. Besonders Sportler erhalten dafür Soziale-Netzwerk-Lorbeeren, wenn ihre üppigen Beinmuskeln zu bestaunen sind, wie zum Beispiel Gareth Bale von Real Madrid, der ehemals teuerste Spieler der Welt.

Beinmuskeln, Bale – scheinbar unvorhergesehen kann man so auch bei Keanan Bennetts landen, Borussias neuem Flügelspieler. Der 19-Jährige hat aus London, wo er bei der zweiten Mannschaft von Tottenham Hotspur spielte, zweifellos beeindruckende Beinmuskeln mitgebracht und diese in der Vergangenheit so gewinnbringend eingesetzt, dass ihm ein eigenes Youtube-Video gewidmet wurde. Titel: „The Next Gareth Bale“.

Darauf angesprochen, antwortet Bennetts mit einer Mischung aus Stolz und peinlicher Berührung: „Freunde haben es mir geschickt, das war schon cool. Aber Gareth Bale ist doch sehr hoch gegriffen.“

Immerhin hat Bale auch einst für Tottenham gespielt, bevor er für beinahe 100 Millionen Euro zu Real wechselte. „Dribblings, Tempo, Fernschüsse, Freistöße hoffentlich – auf jeden Fall offensive Dynamik“, sagt Bennetts und beschreibt damit nicht Bale, sondern beantwortet die Frage nach seinen eigenen Stärken. Doch der gebürtige Engländer, Sohn eines Nigerianers und einer Deutschen, kommt in seinem ersten Gespräch mit den Journalisten keineswegs überheblich rüber. Seine Aussagen klingen selbstbewusst, aber sehr reflektiert. Anfangs weicht er angesichts der Aufnahmegeräte, die ihm unter die Nase gehalten werden, noch etwas schüchtern zurück. Doch dann groovt sich Bennetts schnell ein.

„Die Premier League war kein konkretes Ziel. Wenn man in England wohnt, spielt man halt Premier League“, sagt Bennetts, der bei Tottenham keine große Perspektive sah. „Aber ich wollte einfach Profi werden. Wenn sich so eine Möglichkeit ergibt, muss man sie ergreifen. Deutschland war immer eine Option.“ So bringt der Teenager eine Mischung mit, bei der schnell klar wird, warum Borussia zugeschlagen hat. Bennetts kommt aus einer der englischen Nachwuchsakademien, die vergangenes Jahr sowohl die U17- als auch die U20-Weltmeister hervorgebracht haben – und er kann beinahe perfekt Deutsch. „Ein bisschen muss ich mich anstrengen. Aber in ein paar Wochen sollte es fließend gehen“, sagt er.

Bennetts hat sich wie die meisten ganz jungen Borussia-Profis für Mönchengladbach als Wohnort entschieden. Mandela Egbo, der 2015 aus der Jugend von Crystal Palace kam, hat sich seines Landsmannes angenommen und zeigt ihm die Stadt. „Das Minto ist schon nicht so schlecht“, sagt Bennetts, der sich sportlich schnell in den Fokus spielen will. Er weiß, dass es bei Borussia eigentlich nur an ihm liegt. „Ich muss von Tag zu Tag fitter werden und meine Fähigkeiten einbringen. Jetzt ist es noch zu früh, um zu sagen: Am ersten Spieltag ist die Startelf das Ziel“, sagt er.

Auf der linken Seite kann er alle Positionen spielen, am Mittwoch in der ersten richtigen Einheit auf dem Trainingsplatz, war Bennetts in einem 4-3-3 vorne links unterwegs. Man darf gespannt sein.