Borussia Mönchengladbach: Kapitän Lars Stindl wird zum Dauerläufer im Mittelfeld

Kapitän gegen Stuttgart auf neuer Position: Stindl überzeugt als Achter und schwärmt von den Kollegen

Beim 3:0 gegen Stuttgart lief Borussias Kapitän viel und hatte seine Aktien am Tor zum 3:0 durch den Stuttgarter Benjamin Pavard. Insgesamt konnte der 30-Jährige mit seiner Darbietung gut leben. Hoch zufrieden war er mit der Teamleistung.

Der Plan von Dieter Hecking war vor dem 3:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart gut überlegt. „Vielleicht ist auch eine Möglichkeit, dass Lars Stindl mal eine Pause bekommt. Nach seiner fünfmonatigen Verletzungspause hat er jedes Spiel gemacht, da müssen wir auch drauf achten“, hatte der Gladbach-Trainer angekündigt. Was Hecking in diesem Moment aber noch fehlte, war die Einschätzung von Stindl selbst – und die hat für den Trainer sehr viel Gewicht.

„Wenn ich etwas im Vorfeld sage, ist da immer was dran“, erklärte der Coach nach dem Stuttgart-Erfolg die Stindl-Aufstellung – und zwar auf einer sogar noch laufintensivere Mittelfeld-Position als Achter. „Ich hatte Lars vor dem Spiel gefragt und ihm gesagt, dass es diese Überlegungen gibt. Aber wenn mir mein Kapitän sagt, dass er sich frisch genug fühlt, dann ist mein Vertrauen in ihn so groß, dass er auch spielt“, sagte Hecking.

Eine Maßnahme, die der Borussia-Trainer keineswegs bereuen musste. „Lars hat das sehr gut gemacht“, attestierte Hecking dem eigentlich als Stürmer spielenden Stindl eine starke Leistung auf der defensiveren Position.

Lars Stindl gegen Stuttgart: Kaum Fehlpässe aber schwach im Zweikampf

Auch die Statistiken sprechen für den Gladbacher Kapitän: 85 Ballkontakte, 71 gespielte Pässe, 87 Prozent davon angekommen – Stindl war neben dem Single-Sechser Tobias Strobl der Dreh- und Angelpunkt im Borussia-Mittelfeld, das das Zentrum gegen die Stuttgarter zu jeder Zeit im Griff hatte. Dazu zeigte sich Stindl mit 11,44 Kilometern Laufleistung äußerst fleißig. Der krönende Abschluss war sein Assist beim Eigentor zum 3:0 von Stuttgarts Benjamin Pavard. Schwächen zeigte der Kapitän einzig im Zweikampfverhalten: nur 38% seiner Duelle konnte Stindl für sich entscheiden.

Unter dem Stricht konnte auch der Confed-Cup-Sieger selbst mit seiner Darbietung in der ungewohnten Rolle sehr gut leben. „In den vergangenen Wochen habe ich schon immer wieder mal aus der Situation heraus in dieser Position gespielt, daher kenne ich sie. Ich hatte so viel mehr Aktionen und viel mehr Bälle, aber vielleicht auch den ein oder anderen Fehler zu viel drin. Aber ich konnte mich mit der Rolle gut anfreunden und hatte über die gesamte Partie ein gutes Gefühl – was mein Spiel und das der Mannschaft betrifft“, sagte Stindl.

Lars Stindl lobt seine Mannschaftskollegen nach 3:0-Sieg

Regelrecht ins Schwärmen geriet der Kapitän nämlich aufgrund der Kollektiv-Darbietung gegen den VfB. „Einen riesigen Respekt an die Mannschaft, aus diesem Spiel können wir so viel ziehen“, zeigte sich Stindl begeistert. „Auch wenn wir vor dem Spiel Favorit waren, war das ein ganz großer Prozess für uns. Wir haben schon in einer schwierigen ersten Halbzeit die Kontrolle gehabt, viel Ballbesitz und auch Chancen. Dann kommen wir nach der Pause raus und spielen so eine zweite Halbzeit. Reif, ruhig, klar und mit viel Vertrauen auf unser Spiel. Und dann werden wir auch belohnt und sind als Sieger vom Platz gegangen, das war sehr gut von allen“, schwärmte der 30-Jährige.

Das Erfolgsrezept der Borussia: den Gegner nie zur Ruhe kommen lassen und dabei selbst ruhig bleiben. „Wir haben die Idee, unser Spiel mit viel Ballbesitz immer durchzuziehen und dem Gegner immer wieder Aufgaben zu stellen. Durch die Vielzahl an Aufgaben wollen wir versuchen, dass der Gegner dann auch mal eine falsche Entscheidung trifft. Diese Situation wollen wir dann auflösen und so kriegen wir unsere Chancen. Das dauert manchmal etwas länger. Aber wir haben das gegen Stuttgart mit so einer Ruhe gemacht und uns nie anstrengen lassen – das war sehr, sehr stark.“

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