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Borussia Mönchengladbach: Kann Gladbach den BVB packen?

Debatte der RP-Reporter : So kann Borussia den BVB packen

Neunmal in Folge hat die niederrheinische Borussia gegen die westfälische verloren. Am Samstag soll sich das ändern. Darüber, wie das funktionieren kann, debattieren unsere Reporter.

Borussias Abwehr braucht einen Sahnetag (Sebastian Hochrainer)

Wenn man gegen Borussia Dortmund bestehen will, muss man vor allem eine Sache schaffen: die Offensive des BVB im Zaum halten. 66 Tore hat Dortmund in dieser Bundesliga-Saison erzielt, nur Bayern München hat mehr. In der Rückrunde trafen der BVB in acht Spielen sogar 27-mal. Zum Vergleich: Gladbach hat in seinen sieben Partien „nur“ 13 Tore erzielt.

Es wird also darauf ankommen, dass es die niederrheinischen Borussen schaffen, den Sturmdrang der westfälischen zu stoppen. Die Abwehr des Teams von Marco Rose braucht am Samstag eine Top-Leistung, und zwar mal wieder über die gesamten Spieldauer. Denn obwohl Gladbach nach wie vor eine der besten Abwehrreihen hat, stand das Defensivkonstrukt in den vergangenen Wochen nicht so stabil wie in der Hinrunde.

Gerade die Einzelkünstler Jadon Sancho und Erling Braut Haaland muss man aus dem Spiel nehmen. Der norwegische Mittelstürmer, Roses ehemaliger Schützling bei RB Salzburg, wechselte erst im Winter nach Dortmund und traf seitdem schon zwölfmal in gerade mal neun Spielen. In seinen ersten Bundesliga-Partien hat der 19-Jährige schon einige Tor-Rekorde aufgestellt. Und auch Sancho, ebenfalls 19 Jahre alt, ist kein Stück weniger gefährlich als Haaland. Mit 14 Toren und 15 Vorlagen ist er der Top-Scorer der Bundesliga, in der Rückrunde war er dort in jedem Spiel an mindestens einem Treffer beteiligt.

Die Duelle der Gladbacher Defensive und der Dortmunder Offensive werden entscheidend sein. Matthias Ginter und Nico Elvedi müssen sich Haaland annehmen und auf Borussias linke Seite muss Ramy Bensebaini dicht machen. Es wird spannend zu beobachten sein, wie gut der beinhart verteidigende Algerier mit dem jungen englischen Künstler Sancho zurechtkommen wird. Er und seine Kollegen in Gladbachs Verteidigung werden einen Sahnetag brauchen, damit die niederrheinische Borussia gewinnt.

Mut ist der Schlüssel zum Gladbacher Sieg (Karsten Kellermann)

Als Borussia Mönchengladbach den letzten Sieg gegen Borussia Dortmund schaffte, war Lucien Favre noch Trainer in Gladbach. Es ist fünf Jahre her und am Ende jener Saison war die niederrheinische Borussia Dritter. Im April 2015 gab es ein 3:1. Wenn die Gladbacher eine Folie brauchen für einen Sieg gegen den BVB, dann können sie sich einfach die Konserve dieses Spiels anschauen – vor allem die erste Minute.

Da nämlich wurde Dortmund schlichtweg überrumpelt: Es gab eine feine Kombination über rechts, dann die Hereingabe von Patrick Herrmann, den Schuss von Fabian Johnson, der abgewehrt wurde und schließlich rauschte Oscar Wendt heran und knallte den Ball ins Netz. Sieben Gladbacher tummelten sich kurz nach dem Anstoß im Strafraum des Gegners. Ja, da wollte ein Team unbedingt etwas bewegen.

Genauso kann es gegen den BVB auch im März 2020 gehen: Mit Spielkunst, mit Nachdruck und mit Konsequenz. Natürlich wird es wichtig sein, die herausragende BVB-Offensive in Schach zu halten. Aber wie geht das besser, als selbst im Angriffsmodus zu sein? Und wenn der BVB eine Schwachstelle hat, ist es eher die Defensive. Wenn man die richtig bespielt, dann geht sicher was. Bayer Leverkusen hat es beim 4:3-Sieg vorgemacht. Es wird auch für die Gladbacher notwendig sein, mindestens zwei, eventuell sogar mehr Tore zu machen, um gegen die Dortmunder zum vollen Erfolg zu kommen.

Der Schlüssel gegen den BVB wird Mut sein. Marco Roses Team darf sich nicht zu sehr auf das Verhindern des BVB konzentrieren, denn allein Erling Haaland und den Rest der herausragenden BVB-Offensive zu stoppen, wird nicht reichen, um zu siegen, die Borussen müssen ihr eigenes Ding machen, sie müssen den Gegner beeindrucken. Wie 2015 in der ersten Minute. Da kam der BVB nicht mehr aus dem Staunen heraus und verlor.