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Borussia Mönchengladbach kann gegen VfB Stuttgart DFB-Pokal-Bestmarke aufstellen

Gladbachs Pokal-Duelle mit Stuttgart : 100-Prozent-Quote und Halbfinal-Wahrscheinlichkeit

Im DFB-Pokal und auch im Uefa-Cup hat sich Borussia Mönchengladbach immer gegen den VfB Stuttgart durchgesetzt und ist danach weit gekommen. Wir blicken zurück auf die zurückliegenden Pokal-Duelle.

Manchmal reicht wenig, um einen Rekord aufzustellen. Und manchmal liegt die Möglichkeit, die sich bietet, nicht gleich auf der Hand. Dreimal sind Borussia und der VfB Stuttgart im DFB-Pokal aufeinandergetroffen, es waren eher frühe Duelle in der dritten Runde 1981/1982, im Achtelfinale 2003/2004 und in der zweiten Runde 2016/2017. Aber: Immer gewann Gladbach immer, und genau dort findet sich der Ansatzpunkt für einen möglichen Rekord am Mittwochabend, wenn es im Achtelfinale wieder nach Stuttgart geht. Nur gegen Rot-Weiss Essen besitzt Borussia ebenfalls eine 100-prozentige Pokal-Erfolgsquote, die aus drei Siegen besteht. Vier aus vier – das wäre eine Premiere.

2003 und 2016 war der VfB jeweils eine Station auf dem Weg zu einem verlorenen Halbfinale. Das letzte Pokalduell endete mit einem Gladbacher 2:0-Pflichtsieg durch Tore von Fabian Johnson und Lars Stindl gegen den damaligen Zweitligisten. Es folgte Monate später das bittere Aus im Elfmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt. Vor 17 Jahren holte sich Borussia ihr Trauma auf dem Aachener Tivoli ab, zuvor hatte es einen der letzten legendären Abende auf dem Bökelberg gegeben, der damals schon das Attribut „altehrwürdig“ als Vornamen trug.

Die Stuttgarter kamen zu dieser Zeit deutlich favorisierter nach Gladbach, als die Gladbacher am Mittwoch nach Stuttgart kommen. Ein Abstiegskandidat empfing Anfang Dezember den seit Mai national ungeschlagenen Tabellenführer der Bundesliga, der in der Champions League kurz zuvor Manchester United geschlagen und mit 884 gegentorlosen Minuten in der Liga einen Rekord aufgestellt hatte, der bis heute gültig ist. Standesgemäß ging der VfB vor der Pause durch Kevin Kuranyi in Führung, Gladbachs Trainer Holger Fach wiederum schonte seinen Top-Stürmer Arie van Lent.

Es hing also an einem 20-jährigen Tschechen, zum Pokalhelden für Borussia zu werden: Mit seinen Toren zum 1:1, 2:1 und der erneuten Führung zum 3:2 erzielte Vaclav Sverkos von der 48. bis 71. Minute den letzten Dreierpack auf dem Bökelberg. Direkt nach seinem dritten Tor machte er Platz für van Lent, der mit dem 4:2 für die Entscheidung sorgte. Im 50. Pokal-Heimspiel ihrer Geschichte erlebte Borussia, allen voran Sverkos, einen ganz besonderen Abend.

1981 hatte es durch Tore von Hans-Günter Bruns und Wolfram Wuttke einen 2:0-Erfolg in Stuttgart gegeben, die starke Pokal-Bilanz gegen den VfB hat sich auch schon auswärts als standhaft erwiesen. Erstmals außerhalb der Bundesliga in einem Pflichtspiel sind sich Fohlen und Schwaben allerdings schon 1980 begegnet: im Uefa-Cup-Halbfinale, das damals eine komplett deutsche Angelegenheit war.

Die andere Paarung hieß Frankfurt gegen den FC Bayern. Borussia verlor ihr Hinspiel in Stuttgart mit 1:2, Hermann Ohlicher und Georg Volkert drehten die Partie in der 87. und 90. Minute für den VfB. Im Rückspiel sorgten jedoch Lothar Matthäus und Winfried Schäfer für ein 2:0 und Borussias Endspieleinzug. Das Finale ging ebenfalls nicht traumafreisorgte für ein Gladabcher Trauma, Fred Schaubs spätes Tor im Rückspiel bescherte der Eintracht den Titel.

Nach drei von vier Duellen außerhalb der Liga erreichte Borussia also mindestens das Halbfinale. Mit einem Sieg am Mittwoch und einem kleinen Pokalrekord kann sie wieder die Grundlage dafür schaffen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So könnte Borussias Startelf gegen Frankfurt aussehen