Borussia Mönchengladbach kann gegen Union Berlin einen Fluch beenden

Nach Aufstieg von Union Berlin : Diesen Fluch kann Borussia nun endlich beenden

2001 verlor Gladbach das Pokal-Halbfinale bei Union Berlin im Elfmeterschießen. Seither wurden drei weitere Halbfinals verloren. Nun sind die „Eisernen“ in der Bundesliga. Die Gelegenheit für Borussia, die bösen Geister zu vertreiben.

Es ist mehr als 18 Jahre her, doch noch immer gehört es zu den schmerzlichsten Gladbach-Erlebnissen des 21. Jahrhunderts: Borussias Niederlage im DFB-Pokal-Halbfinale bei Union Berlin. 2:1 führten die Borussen durch Arie van Lents Doppelpack, brachten den Vorsprung aber nicht über die Zeit und verloren dann im Elfmeterschießen mit 2:4, weil van Lent, heute U23-Trainer der Gladbacher, und Max Eberl, nun Sportdirektor des Klubs, ihre Schüsse nicht im Tor unterbrachten. Union stand im Finale, Gladbach war konsterniert. Doch es ist offenbar mehr passiert an diesem 6. Februar 2001, als nur ein Spiel zu verlieren. Es scheint, als habe sich ein Fluch auf die Borussen gelegt.

Denn seither ist es wie verhext mit den Pokal-Vorschlussrunden, es war das erste von inzwischen vier verlorenen Halbfinal-Spielen. 2004 gab es das seltsame 0:1 bei Alemannia Aachen, zum zweiten Mal in Folge scheiterten die Borussen damit an einem klassentieferen Team: Die Eisernen aus Köpenick waren 2001 Regionalligist und die Gladbacher in der Zweiten Liga, Aachen war zweitklassig, die Borussen in der Bundesliga. 2012 gab es das Aus gegen die Bayern im eigenen Stadion, an gleicher Stelle die Niederlage gegen Frankfurt 2017, wie in Berlin und gegen den Rekordpokalsieger unterlagen die Gladbacher der Eintracht im Elfmeterschießen.

Man muss sagen: In Berlin, an der Alten Försterei, wo nun der VfB Stuttgart sein Waterloo erlebte, begann Gladbachs Ungemach. Nun sind die Berliner in der kommenden Saison Bundesligist und es wird die Revanche geben nach fast zwei Jahrzehnten. Darum wird, sind wir mal abergläubisch, das Spiel bei Union Berlin, wann immer es angesetzt wird, vielleicht eines der wichtigsten der jüngeren Gladbacher Vereinsgeschichte, zumindest, wenn es um die Chance auf etwas „Blechernes“ geht. Denn wenn dort gewonnen wird, wo am 6. Februar 2001 alles begann mit dem finalen Elfmeter von Ronny Nicol, könnte der Halbfinal-Fluch besiegt werden.

Natürlich, ein Pokalspiel, bestenfalls ein Halbfinale, wäre die beste Variante, um das zu tun: Auge um Auge. Doch so viel Zufall ist selbst im Fußball kaum denkbar. So muss die Bundesliga-Partie der nächsten Saison stellvertretend herhalten – bestenfalls bringt ein Elfmeter da die Entscheidung zu Gunsten der Gladbacher. Ob es dann gewirkt hat, würde allerdings erst das nächste Halbfinale zeigen. Optimal wäre, beides gleich in der kommenden Saison zu erledigen: Erst die bösen Geister an der alten Försterei vertreiben und dann zum Finale in Berlin reisen. Für die vielen Gladbach-Freunde in der Hauptstadt wäre das Fest in der kommenden Saison noch größer, als es ohnehin schon sein wird mit zwei Berliner Bundesligisten und somit zwei garantierten Gladbach-Spielen um die Ecke.

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