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Borussia Mönchengladbach kann gegen Freiburg 666. Sieg landen

Borussia Mönchengladbach : 222 + 444 = 666 — geht die Rechnung auf?

Eine Woche nach dem 222. Auswärtssieg kann Borussia heute gegen den SC Freiburg ihren 444. Heimsieg in der Bundesliga nachlegen. Passend dazu geben wir einen Überblick über Gladbachs bisherige Schnapszahl-Siege.

Im Grunde sind die Borussen drei Wochen zu früh dran. Denn was jetzt kommt, ist eigentlich ein Thema für Karneval. Doch das beachtliche 3:2 von Leverkusen am vorigem Samstag bietet den Gladbachern nun mal jetzt schon die Chance zu einer kuriosen Zahlenfolge in ihrer 49-jährigen Bundesliga-Geschichte. Nachdem sie in Leverkusen den 222. Auswärtssieg im Fußball-Oberhaus gefeiert haben, können sie heute im Heimspiel gegen den SC Freiburg in Sachen Schnapszahl-Sieg noch einen drauflegen. Denn wie es der Zufall will, steht Borussia vor ihrem 444. Heimsieg - und damit aktuell auch vor dem 666. Bundesligasieg überhaupt. Eine schöne Gelegenheit, einmal auf Gladbachs Schnapszahl-Siege zurückzublicken. Denn jeder Erfolg hat eine besondere Geschichte.

111. Bundesligasieg Im 239. Spiel, der ersten Partie in der Saison 1972/73, schafft Gladbach seinen 111. Erfolg. Die Olympischen Spiele in München sorgen für den spätesten Saisonstart aller Zeiten, so dass Gladbach erst am 16. September 1972 den Auftakterfolg feiert. Jupp Heynckes und Hacki Wimmer steuern jeweils einen Doppelpack zum 4:3 im Heimspiel gegen den MSV Duisburg bei.

222. Sieg Nur 203 Spiele später ist es schon wieder soweit — nie wieder liegen weniger Partien zwischen zwei Schnapszahl-Erfolgen. Zur Feier des Tages sorgen die Borussen am 29. April 1978 dann auch für ein einmaliges Ergebnis. Das 12:0 gegen Borussia Dortmund beim Saisonfinale 1977/78 ist bis heute der höchste Sieg der Bundesliga-Geschichte. Er reicht den Gladbachern mit ihrem fünffachen Torschützen Jupp Heynckes allerdings nicht zum vierten Meistertitel in Folge. Beim Wettschießen mit dem punktgleichen 1. FC Köln fehlen Udo Latteks Mannschaft im Düsseldorfer Rheinstadion - das Bökelbergstadion wird gerade umgebaut - letztlich drei Tore.

333. Sieg 254 Partien dauert es, bis es wieder einen guten Grund zum Anstoßen gibt - und erneut passiert es in einem Heimspiel. Keinen Geringeren als den alten Titelrivalen Bayern München schlagen die Gladbacher am 30. November 1985 am Bökelberg. Im Topspiel des 17. Spieltags sorgen Hans-Jörg Criens mit einem Doppelpack und Uwe Rahn für eine zwischenzeitliche 3:0-Führung, ehe es Michael Rummenigge und Norbert Nachtweih mit ihren Toren nochmals spannend machen. Doch Hans-Georg Dreßens Treffer zum 4:2-Endstand lässt Borussia die Bayern in der Tabelle überholen und auf den zweiten Platz vorrücken. Am Ende ist jedoch München wieder Meister - und Gladbach Vierter.

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444. Sieg Das 2:1 beim Hamburger SV am 21. Oktober 1994 scheint auf den ersten Blick keine besondere Partie zu sein. Doch es handelt sich sehr wohl um ein besonderes Bundesligaspiel für die Borussen — es ist ihr 1000. im Fußball-Oberhaus. Nach den ersten 45 Minuten liegen die Gladbacher durch einen Treffer Karsten Bärons noch zurück, doch Peter Wynhoff und Thomas Kastenmaier drehen die Partie nach dem Wechsel noch - zum nächsten Schnapszahlsieg nach 303 Partien Wartezeit.

555. Sieg Danach müssen sich die Fans aber noch viel länger gedulden. Über 14 Jahre, 385 Spiele und zwei Abstiege liegen zwischen den Bundesliga-Erfolgen 444 und 555. Am 21. Februar 2009 denkt jedoch niemand im Borussia-Park an eine Schnapszahl, es geht gegen Hannover 96 einzig und allein um den Klassenverbleib. Diesem kommt Gladbach durch ein 3:2 — es ist der erste Heimsieg seit vier Monaten — ein kleines Stück näher. Dass der Siegtreffer Oliver Neuvilles letztes Pflichtspieltor für Borussia ist, kann der Routinier zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Doch sein Jubel ist auf jeden Fall riesengroß, nachdem Borussia eine 2:0-Führung - herausgeschossen durch Alexander Baumjohann und Marko Marin - zunächst wieder verspielt hatte. Gladbach hält letztlich die Klasse. Und kann seitdem ohne Unterbrechung im Unterhaus seinem 666. Sieg entgegenstreben.

279 Partien sind seit jenem 3:2 gegen Hannover nun gespielt. Auch das ist ein guter Indikator für den Erfolg der Borussen in den vergangenen Jahren: Sie siegen wieder deutlich häufiger. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis der 666. Sieg folgt. Aber die Erfolgsformel 222 + 444 = 666, die erhält eventuell nur heute gegen den SC Freiburg ihre Gültigkeit.

(togr)