Höchstwert wackelt Gladbach kann einen Elfmeter-Rekord knacken

Mönchengladbach · Elfmeter haben bei Borussia Mönchengladbach in dieser Saison eine große Bedeutung. Aktuell liegen die Gladbacher sogar auf Rekordkurs.

Yann Sommer: Elfmeter-Bilanz bei Borussia Mönchengladbach
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Yann Sommers Elfmeter-Bilanz bei Borussia

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Foto: Dirk Päffgen (dirk)

Bei Borussias 2:2 in Stuttgart waren Elfmeter das Topthema. Wegen der VAR-Debatte rund um den späten Ausgleich des VfB, aber auch, weil Borussia bereits den siebten Elfmeter in dieser Bundesliga-Saison zugesprochen bekam. Das ist Rekordkurs.

Und: Bekommen die Gladbacher in dieser Spielzeit einen Elfmeter zugesprochen, ist ihnen das Tor sicher – bislang zumindest. Beim VfB verwandelte Lars Stindl den siebten Elfmeter. Die Erfolgsquote liegt damit bei 100 Prozent. Fünfmal übernahm der Kapitän die Verantwortung, zweimal war es Jonas Hofmann.

Das Besondere an der bisherigen Elfmeter-Statistik: Die Hinrunde ist noch nicht vorbei und Gladbach hat nach 16 Spieltagen schon so viele Elfmeter bekommen wie in den vergangenen Jahren zum Teil nach 34 Partien. Der Schnitt in den zurückliegenden zehn Saisons liegt bei 4,9. In der vergangenen Saison waren es am Ende sechs, davor zwei Jahre hintereinander sieben - der Maximalwert seit der Saison 1985/86 mit zwölf Strafstößen.

Mehr Elfmeter bekamen die Gladbacher seit dem ersten Aufstieg in die Bundesliga 1965 nur in den Spielzeiten 1971/72 und 1981/82 zugesprochen, da waren es jeweils dreizehn. Hält Borussia ihren Schnitt in der laufenden Saison, könnte die Marke geknackt werden.

Aber woran liegt es, dass die Gladbacher diese Disziplin aktuell mit RB Leipzig (ebenfalls sieben) anführen? Zählt man den DFB-Pokal und die Champions League hinzu, sind es bei den Borussen sogar schon zehn Strafstöße. Doch Elfmeter sind schlecht planbar – einem Gegenspieler bewusst an die Hand zu schießen, ist nahezu unmöglich.

Da die Handspiel-Regelung seit Jahren ein umstrittenes Thema bei den Schiedsrichtern und Spielern ist, verteidigen einige Abwehrspieler mittlerweile mit beiden Händen hinter dem Rücken, wenn sie eine Flanke oder ein Zuspiel im Strafraum verhindern wollen, um sich vor dem Elfmeterpfiff zu schützen. Bei Borussia ist dies besonders oft bei Nico Elvedi und Oscar Wendt zu beobachten. Und Schwalben sind spätestens seit dem Videobeweis ebenfalls ein Mittel, das nichts nützt.

VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach: Noten und Einzelkritik der Fohlen
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Stuttgart - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Marijan Murat

Den größten Anteil an den Elfmetern hat der aktuell gesperrte Marcus Thuram, der vier der sieben Elfmeter herausgeholt hat. Dreimal wurde der Franzose gefoult, einmal gab es durch sein Zutun einen Handelfmeter. Kein anderer Spieler sorgt im gegnerischen Strafraum so für Unruhe wie Thuram, der besonders gern von der Außenbahn mit Tempo in den Strafraum zieht – Verteidiger haben es schwer, das richtige Timing gegen den großen, aber sehr wendigen Stürmer im Zweikampf zu finden.

In der Königsklasse bekamen das Schachtjor Donezk und Inter Mailand zu spüren, die sich ebenfalls nur mit einem Foul gegen Thuram im Strafraum zu helfen wussten. In Stuttgart holte Borna Sosa nun Stefan Lainer von den Beinen.

So schön Elfmeter sind, wenn man sie bekommt, so weh tun sie, wenn der Gegner den Ball auf den Punkt legen darf. Der verwandelte Elfer von Stuttgarts Silas Wamangituka war der fünfte, den die Borussen in dieser Saison verursacht haben. Zuvor hatten Erling Haaland (Borussia Dortmund), Vincenzo Grifo (SC Freiburg), André Silva (Eintracht Frankfurt) und Robert Lewandowski (FC Bayern) Borussen-Torhüter Yann Sommer bezwungen. Von 54 Elfmetern, die er in seiner Zeit in Gladbach wettbewerbsübergreifend auf sein Tor bekommen hat, wehrte er vier ab.

 Und rein ins Vergnügen: Lars Stindl sorgt mit seinem erfolgreichen Schuss in Stuttgart dafür, dass Borussias Elfmeter-Quote in dieser Saison bei 100 Prozent bleibt.

Und rein ins Vergnügen: Lars Stindl sorgt mit seinem erfolgreichen Schuss in Stuttgart dafür, dass Borussias Elfmeter-Quote in dieser Saison bei 100 Prozent bleibt.

Foto: dpa/Marijan Murat

Borussia und die Elfmeter, das bleibt eine spannende Angelegenheit. In Werder Bremen kommt am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) ein Gegner auf das Team von Trainer Marco Rose zu, das sich in der Elfer-Statistik mit jeweils drei verursachten und erhaltenen Elfern im Mittelfeld befindet. Verschossen hat Werder aber ebenso wie Borussia noch nicht.

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