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Borussia Mönchengladbach: Julio Villalba ist in einer schlechten Situation

Keine Chance, keine U23, kein neuer Klub : Villalbas trauriges Borussia-Schicksal

Wie bei Michael Lang hat Borussia auch keinen Abnehmer für Julio Villalba gefunden. Doch die Situation des Paraguayers ist deutlich dramatischer als die des Schweizers.

Wie Michael Lang hätte auch Julio Villalba natürlich noch die Chance, in die Schweiz, nach Russland oder Kroatien zu wechseln. Vielleicht werden er und Borussia sich da noch ein paar Hoffnungen machen. Schließlich ist es auch im vergangenen Winter gelungen, Villalba spät noch beim SCR Altach in Österreich unterzubringen. Doch es deutet alles darauf hin, dass der Stürmer weiter bei Borussia bleiben muss. Und damit wird sein Fußballer-Schicksal noch trauriger.

Denn seine Situation ist schon recht dramatisch. Villalba hat keine Chance auf Einsätze, sogar noch weniger als Lang, weil auch die Konkurrenz um Marcus Thuram, Alassane Plea und Breel Embolo nicht nur fußballerisch, sondern auch körperlich zu stark für den jungen Paraguayer ist.

Nun ist er mit 22 Jahren in einem Alter, in dem man sagen würde, dass er sich dann eben Spielpraxis in der zweiten Mannschaft holen könnte, die in der Regionalliga West eine sehr ambitionierte Rolle spielt. Doch auch diese Möglichkeit besteht für Villalba nicht, da er aus Südamerika stammt. Diese Regelung – über den Sinn darf man trefflich streiten – ist ein Grund dafür, dass er sich in den vergangenen Jahren seit seinem Wechsel nach Gladbach im Sommer 2017 nicht weiterentwickeln konnte.

Ein weiterer großer Faktor sind die vielen Verletzungen, die Villalba wegstecken musste. So war er frühzeitig weit weg davon, Chancen bei den Profis zu haben und konnte sich nicht über Einsätze bei der Zweitvertretung heranarbeiten. Ihm blieben nur das Training und Testspiele, doch auch dort konnte Villalba nie für derart viel Aufsehen sorgen, dass er nah dran war.

Drei Jahre lang pendelt er nun zwischen Reha, Trainingsplatz und Tribüne. Zu wünschen ist ihm in erster Linie, dass die Zeit der Reha vorbei ist, er sich nicht verletzt. Doch Villalba wird, solange er bei Borussia bleibt, wohl nichts anderes übrig bleiben, als sich mit einem Platz auf der Tribüne und dem Status des Trainings-Teilnehmers zufriedenzugeben.

Die nächsten Monate werden für Villalba wieder verlorene sein. Die wichtigsten Jahre seiner Karriere hat er verbracht, ohne sich die Erfahrung auf dem Platz zu holen, die man braucht, um in der Karriere voranzukommen. Ein Neustart ist für Villalba die letzte Chance, um im Fußball doch noch mal Fuß zu fassen, nachdem seine Leihe nach Altach in der Rückrunde der vergangenen Saison, die auch von Verletzungen und Corona überschattet wurde, nicht besonders gewinnbringend war. Doch es muss auch die Möglichkeit dazu geben.

Das traurige Schicksal ist, dass er sich dafür kaum anbieten kann. Villalba muss darauf hoffen, dass sich andere Klubs daran erinnern, dass er als großes Talent nach Gladbach kam. Ihm ist zu wünschen, dass er das noch zeigen darf.