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Borussia Mönchengladbach: Julio Villalba bewirbt sich mit Elfmeter-Tor bei anderen Klubs

Borusse könnte im Januar wechseln : Villalba packt einen Treffer in seine Bewerbungs-Mappe

Einiges wäre denkbar gewesen, doch wer hätte darauf getippt, dass Gladbachs letzter Torschütze im Jahr 2020 Julio Villalba heißen würde? Im Januar könnte er den Klub allerdings verlassen.

Schon seine Kader-Nominierung im DFB-Pokalspiel bei der SV Elversberg war überraschend, gehörte Julio Villaba doch in den 20 Pflichtspielen zuvor kein einziges Mal zum Aufgebot von Cheftrainer Marco Rose.

Doch durch die Ausfälle der beiden Angreifer Alassane Plea (Zerrung) und Marcus Thuram (Sperre nach Spuck-Attacke) war Villalba sogar der einzige echte Stürmer auf der Bank. In der 78. Minute kam er beim Stand von 4:0 für Christoph Kramer in die Partie. „Julio hatte in letzter Zeit viel mit kleineren Verletzungen zu kämpfen, deswegen ist es schön, dass er für uns auflaufen durfte und sich mit einem Tor belohnen konnte“, sagte Rose.

Als Schiedsrichter Markus Schmidt in der 83. Minute nach einem Foul am ebenfalls eingewechselten Patrick Herrmann auf den Elfmeterpunkt zeigte, schnappte sich nicht etwa Herrmann selbst oder Laszlo Bénes, der sich bereits in der ersten Halbzeit mit einem sehenswerten Treffer in den Winkel in die Torschützenliste eingetragen hatte, den Ball, sondern Villalba. Rose und seine Mitspieler verpassten ihm damit die Chance auf ein ganz persönliches Weihnachtsgeschenk.

Sicher verwandelte der Paraguayer, der 2017 unter Ex-Trainer Dieter Hecking sein Bundesliga-Debüt feiern durfte, zum 5:0-Endstand. Es war sein erstes Profi-Tor überhaupt - ein wohltuender Moment für Villalba, der vor dreieinhalb Jahren aus seiner Heimat an den Niederrhein kam. Aussicht auf mehr Einsatzzeiten hat Villalba aber nach wie vor nicht. Für die U23 ist er seit jeher nicht spielberechtigt.

Ein weiteres Leih-Geschäft könnte Villalba, dessen Vertrag bis 2022 läuft, womöglich noch mal zu mehr Spielzeit verhelfen. Im Januar dieses Jahres ging es für ihn zum SCR Altach nach Österreich. Kaum angekommen, fiel er mit Oberschenkelproblemen aus. Die Corona-Pandemie tat ihr Übriges. Immerhin kam Villalba auf acht Einsätze – mehr als in den Jahren zuvor zusammengerechnet.

Doch einen interessierten Klub zu finden, dürfte schwierig werden. Die ständigen Verletzungsprobleme und der Entwicklungs-Stillstand der vergangenen Jahre sind nicht gerade die beste Eigenwerbung für den 22-Jährigen. Vielleicht kann Villalba den kurzen Moment der Aufmerksamkeit durch sein Tor in Elversberg jedoch nutzen, um sich bei einem passenden Verein in den Fokus zu rücken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Elversberg - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik