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Borussia Mönchengladbach: Julian Niehues wechselt zum 1. FC Kaiserslautern

Niehues wechselt zu Kaiserslautern : Nächstes Borussia-Talent greift weiter oben an

Julian Niehues hat Borussias U23 verlassen, um sein Glück beim 1. FC Kaiserslautern zu versuchen. Auch Justin Steinkötter und Marcel Benger wollen über einen Umweg den Sprung in den Profifußball schaffen. Wir zeigen, welche Gladbach-Talente in der Vergangenheit wo gelandet sind.

In der vergangenen Saison gehörte Julian Niehues in seinem ersten Jahr im Seniorenbereich zu den unumstrittenen Stammspielern. Unter Trainer Heiko Vogel war er einer der Leistungsträger in Gladbachs U23 – und Borussia hätte Niehues, der 39 von 40 Pflichtspielen absolviert hat, auch gerne behalten und den auslaufenden Vertrag mit dem 20-Jährigen verlängert.

Nach Informationen unserer Redaktion wollte Niehues, der 2018 aus der Jugend von Preußen Münster nach Gladbach gekommen war, aber lieber den Verein wechseln, weil er bei Borussia den Weg nach oben zu den Profis durch die namhafte Konkurrenz blockiert sah – eine Erfahrung, die Youngster Rocco Reitz in der vergangenen Saison ebenfalls gemacht hat. Der Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern, der in der vergangenen Woche bekanntgegeben worden war, soll Niehues nun in der Dritten Liga dazu verhelfen, sich im Profifußball zu etablieren.

Die Zeit in der U23 ist auch für Justin Steinkötter abgelaufen. Der Angreifer, der 89 Pflichtspiele absolvierte und dabei 23 Tore erzielte, wechselt zum Drittligisten 1. FC Saarbrücken – und wird dort in der kommenden Saison auf Niehues treffen.

Kein Wiedersehen wird es vorerst mit Marcel Benger geben, der sich dem Zweitligisten Holstein Kiel angeschlossen hat. Benger, der unter Ex-Trainer Dieter Hecking im Dezember 2017 sein Bundesliga-Debüt gab, brachte es in den zurückliegenden Jahren auf 97 Pflichtspiele in der U23, zu einem weiterem Profi-Einsatz hat es nicht gereicht. Die Qualität im Kader der Borussen-Profis ist im vergangenen Jahrzehnt derart gestiegen, dass es für Talente grundsätzlich ungemein schwer geworden ist, sich ganz oben durchzusetzen.

Trotzdem haben auch in den vergangenen Jahren viele U23-Spieler den Sprung in den Profifußball geschafft, nur eben über einen Vereinswechsel und dann in der Regel bei einem Klub der Zweiten oder Dritten Liga. Wie weit der Weg in die Bundesliga sein kann, zeigt das Beispiel Alexander Mühling, der im Alter von 28 Jahren Leistungsträger bei Holstein Kiel ist und den Aufstieg in die Bundesliga nur knapp verpasst hat.

Im Januar 2014 verließ er die Gladbacher U23 nach 67 Spielen in der Regionalliga West und schloss sich zunächst Bayer Leverkusen II an. Über den SV Sandhausen landete der Mittelfeldspieler schließlich 2016 bei Holstein Kiel, damals noch Drittligist. 159 Spiele in der 2. Bundesliga sind mittlerweile für ihn zusammengekommen. Auch Marco Komenda, der bei Gladbachs U23 spielte, ehe er zum SV Meppen ging, spielt seit 2020 für Kiel.

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Meppen, Sandhausen, Kiel – es scheint, als ob solide Zweit- und Drittligisten zunächst einmal für Leistungsträger der Gladbacher U23 die Grenzen des Möglichen definieren. Denn die Liste der Wechsel in die unteren Profiligen lässt sich noch deutlich fortführen: Charalambos Makridis stürmt seit anderthalb Jahren für den Zweitligisten Jahn Regensburg, Aaron Herzog wechselte im vergangenen Sommer zum Drittligisten Hansa Rostock, in der Dritten Liga sind zuletzt auch Mike Feigenspan (KFC Uerdingen), Tim Knipping (Dynamo Dresden), Kevin Holzweiler (Viktoria Köln) oder Steffen Nkansah (FSV Zwickau) aktiv gewesen.

In diese Reihe gehört zudem Marlon Ritter, der in der Saison 2015/16 mit 23 Treffern gar Torschützenkönig der Regionalliga West wurde. Er spielt mittlerweile für den 1. FC Kaiserslautern, hat dort den Klassenerhalt in der Dritten Liga geschafft. Die starken Leistungen in der U23 halfen Ritter nicht dabei, sich inmitten der hochklassigen Konkurrenz einen Kaderplatz bei Gladbachs Profis zu sichern. Diese Erfahrung hatte zwei Jahre zuvor schon Sven Michel gemacht, ebenfalls ein Gladbacher Torschützenkönig in der Viertklassigkeit.

Michel und Ritter spielten immerhin beide schon mit dem SC Paderborn in der Bundesliga, auch Umwege können demnach auf die ganz große Fußballbühne führen. Diese Erfahrung haben auch zwei andere ehemalige U23-Spieler gemacht. Christoph Zimmermann spielte bis 2014 für die Borussia, ohne aber ganz oben anklopfen zu können. Seit vier Jahren ist er nun bei Norwich City und vor kurzem zum zweiten Mal mit dem englischen Klub in die Premier League aufgestiegen. 17 Spiele hat Zimmermann bereits in Englands höchster Spielklasse absolviert.

Im Ausland hat sich letztlich auch Janis Blaswich durchgesetzt. Borussias Torwart-Talent war in seiner Gladbacher Zeit zunächst an Dresden, dann an Rostock verliehen. Sein fußballerisches Glück fand er 2018 letztlich beim niederländischen Ehrendivisionär Heracles Almelo, bei dem er Stammtorwart ist.

Christopher Lenz verließ die Gladbacher im Sommer 2016, auch er spielte zwischendurch in Kiel, durchgesetzt hat er sich indes bei Union Berlin. 50 Bundesligaspiele hat Lenz mittlerweile gemacht, in diesem Sommer macht er den nächsten Schritt auf der Karriereleiter und wechselt zu Eintracht Frankfurt.