Borussia Mönchengladbach: Jürgen Klopp ignorierte Marco Rose als Spieler

Borussias Trainer im RP-Talk : Als Rose seinem Kumpel Klopp egal war

Marco Rose war am Donnerstag zu Gast beim Talk im Borussia-Park. Gladbachs Trainer sprach unter anderem über sein damaliges Verhältnis als Spieler zu seinem Coach.

Die 30 Gäste beim Talk im Borussia-Park von der Postbank und der Rheinischen Post spendeten Marco Rose Beifall, als Moderator Karsten Kellermann die Liga-Bilanz mit zehn Punkten aus den ersten fünf Liga-Spielen vorlas. Zwei Tage vor der Partie in Sinsheim gegen 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr) stellte er sich eine Stunde lang den Fragen des RP-Redakteurs.

Rose sprach über sein erstes Derby als Borussia-Trainer, das er mit seiner Mannschaft 1:0 in Köln gewann. „Mir wurde vorher schon klargemacht, wie wichtig dieses Spiel den Leuten ist. Wir haben das Spiel gewonnen, auch deshalb war das ein tolles Erlebnis“, sagte der 43-Jährige.

Dass seine ersten Monate bei Borussia toll waren, hat Rose schon häufiger betont. Dass er ein Gefühlsmensch ist, erklärte er am Donnerstagabend. Die Gefühle haben ihn dazu veranlasst, sich für Gladbach im Sommer zu entscheiden. Und vom ersten Tag an hat er sich ohne Einschränkungen auf das Borussia-Projekt eingelassen. „Die Dinge, die ich mache, mache ich vom Herzen“, sagte Rose. „Wenn man das auf die Mannschaft überträgt, heißt das, dass ich mich zu 100 Prozent auf das Team und den Staff einlasse, ich immer ein gutes Verhältnis pflege, auch wenn es unterschiedliche Charaktere sind. Es kann aber schonmal ein halbes Jahr dauern, bis man sich richtig versteht.“

Klar verständlich ist jedoch, dass mit Rose ein äußerst ambitionierter Trainer nach Gladbach gekommen ist. „Es geht gar nicht so sehr um meine Ziele, ich habe auch keinen Karriereplan“, sagte er. „Mir geht es darum, Dinge mit maximaler Energie zu machen und maximalen Erfolg zu haben. Das klingt simpel, ist aber natürlich nicht leicht umzusetzen. Aber es geht immer für mich darum, das Beste rauszuholen.“

Zur Riege der Besten gehört sein Kumpel Jürgen Klopp, unter dem Rose in Mainz spielte. „Wir hatten ein spezielles Verhältnis, es war nicht immer einfach, aber respektvoll“, sagte Borussias Coach. „Ich war kein Spieler, der so außergewöhnliche Qualitäten hatte, dass er immer auf dem Platz stehen müsste, aber das wollte ich, und habe es dann nicht immer eingesehen. Es war nicht einfach mit mir.“

So kam es zwischen Rose und Klopp sogar so weit, dass Funkstille zwischen Spieler und Trainer herrschte. „Es gab auch mal Trainings, wo wir Nase an Nase standen, weil ich explodiert bin. Und es gab eine Zeit, in der ich versucht habe, zu zeigen, dass mir nicht gefällt, was er mit mir macht“, sagte Rose. „Das habe ich ausgedrückt, indem ich mich lustlos über den Trainingsplatz geschleppt und gedacht habe, er reagiert darauf und stellt mich auf. Es kam aber anders, Jürgen hat mich ignoriert, ich war ihm egal. Nach zwei, drei Wochen habe ich gemerkt, dass ich mit der Nummer nicht weiterkomme. Ein paar Wochen später war ich wieder gut unterwegs und Jürgen hat wieder mit mir geredet und mich aufgestellt. Er wusste, dass er sich immer auf mich verlassen konnte, weil ich ein absoluter Teamplayer war.“

Diese Eigenschaft wurde dem gebürtigen Leipziger vor allem in seiner Kindheit und Jugend in der ehemaligen DDR eingeflößt. „Im Fußball ging es vor allem um Grundsätzliches, wie Ordnung und den Teamgeist, es gab also auch gute Seiten“, sagte Rose. Diese Prägung soll Borussia nun in eine erfolgreiche Zukunft führen.

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