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Borussia Mönchengladbach: Josip Drmic macht den nächsten Schritt

Borussia Mönchengladbach : Drmic macht den nächsten Schritt

Beim 2:0 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen die SpVgg Greuther Fürth hat Josip Drmic sein Startelf-Comeback gefeiert. Im Frankenland war der 24-Jährige einst zu einem begehrten Angreifer geworden.

Josip Drmic standen Erschöpfung und Erleichterung gleichermaßen ins Gesicht geschrieben. "Das waren mit die härtesten knapp 70 Minuten, die ich je gespielt habe", sagte der 24-Jährige nach dem 2:1-Testspielsieg gegen Zulte Waregem im Trainingslager von Marbella und hielt den Ball noch flach: "Ob ich da bin, weiß ich noch nicht. Es liegt noch viel Arbeit vor mir."

Vier Wochen Arbeit waren vergangen, als Drmic gestern Abend auch endlich in einem Pflichtspiel sein Startelf-Comeback feiern durfte. Der Pechvogel des vergangenen Jahres profitierte diesmal von der Verletzung eines Kollegen: Da Raffael mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen hatte, begann Drmic im DFB-Pokal-Achtelfinale bei der SpVgg Greuther Fürth und half mit, die nächste Runde zu erreichen. 2:0 hieß es am Ende aus Sicht der Borussen. Gut 70 Minuten wurden es für Drmic, dann räumte der Angreifer das Feld und machte Platz für Patrick Herrmann.

Zuletzt hatte er eine spezielle Bindung zur Leverkusener BayArena gehabt: Hier spielte er in der Saison 2014/15 und wurde nicht glücklich. Im Dezember 2015 stand er dort zum bis gestern letzten Mal für Borussia in der Startelf und verlor 0:5. Im März 2016 schließlich verletzte er sich in jenem Stadion schwer am Knie. Nun war es mal der Fürther Sportpark Ronhof Thomas Sommer (Playmobil-Stadion und Trolli-Arena sind Geschichte), der ein besonderes Kapitel in der Profikarriere des Schweizers schrieb. Nur gut 20 Autominuten entfernt liegt das Stadion, in dem Drmic sich den Namen machte, der ihn anschließend zu zwei Champions-League-Klubs im Rheinland führte, und zum Hamburger SV.

Sechs seiner 17 Ligatore für den 1. FC Nürnberg erzielte er dort. Wird er noch einmal der Drmic von damals? Diese Frage stellen sie sich nicht nur in Gladbach. In der ersten Hälfte verkörperte der Neuner zumindest das, was sie am Niederrhein vom ihm erwarten. Dieter Heckings 4-4-2 im Lucien-Favre-Stil ohne echte Stürmer ähnelte mit Drmic mehr einem 4-2-3-1, wie es Borussias Trainer auf all seinen Stationen bislang spielen ließ. Wo Raffael und Lars Stindl sich ähnlich oft fallen lassen, übernahm Stindl den Job in Abwesenheit des Brasilianers meist alleine. Drmic agierte klar in der Sturmspitze, war aber trotzdem viel unterwegs.

In der achten Minute legte er auf Oscar Wendt zurück, der den Außenpfosten traf. Beim ersten Tor durch Wendt, nur vier Minuten später, glänzte Drmic halblinks durch clevere Passivität, indem er dem Schweden den Ball überließ. In der 30. Minute wurde Drmic zentral von Stindl geschickt, frei vor Torwart Sascha Burchert fehlte ihm allerdings etwas die Entschlossenheit. Als Thorgan Hazard den Elfmeter zum zweiten Tor herausholte, war er halbrechts nur Zuschauer. Der Belgier hatte sich fürs Dribbling entschieden, anstatt den Mittelstürmer zu bedienen.

Nach der Pause hatte der Startelf-Rückkehrer schließlich Borussias beste Möglichkeit. Diesmal kam die Vorlage von Hazard, beim Kopfball fehlten Drmic ein paar Zentimeter, um souverän einzunicken. Kurz darauf war Feierabend an einem halbwegs unverhofften Arbeitstag, den ihm Raffaels Blessur ermöglicht hatte.

Der DFB-Pokal scheint indes nicht der Wettbewerb des Brasilianers zu sein, zumindest nicht als Borusse. Sechsmal lief der Raffael bislang für die Gladbacher auf, ein Tor brachte er noch nicht zustande. Gerne hätte der 31-Jährige gestern Abend daran etwas geändert und seinen Lauf fortgesetzt. Vorausgesetzt, die Gesundheit spielt mit, wird Raffael aber in der laufenden Pokalsaison nun mindestens noch eine Chance bekommen, seine Torflaute zu beenden.

Gesetzt ist er ohne Zweifel, auch wenn Drmic sich den 100 Prozent wieder um ein paar Prozentpunkte genähert hat. In drei Wochen findet das Viertelfinale statt - drei Wochen, die Drmic weiter nach vorne bringen werden.

(togr)