Borussia Mönchengladbach: Josip Drmic könnte gehen, was ist mit Laszlo Bénes und Julio Villalba?

Mögliche Abgänge im Winter : Drmic, Bénes und Villalba - Borussias Trio ohne Einsätze

Josip Drmic, Laszlo Bénes und Julio Villalba sind noch ohne Einsatz. Es sind drei unterschiedliche Fälle, sagt Trainer Dieter Hecking. Drmic könnte im Winter gehen, bei den anderen beiden ist die Frage: Ausleihen oder nicht?

Elf Spiele der Bundesliga-Saison sind vorbei, zudem hat es zwei Pokalspiele gegeben. Trainer Dieter Hecking hat 21 Profis eingesetzt. Sieben Spieler des Kaders sind noch ohne Pflichtspieleinsatz „oben“. Wobei Torhüter Moritz Nicolas die Nummer eins der U23 ist und dort Erfahrung sammelt. Florian Meyer konnte sich bei den Profis nicht nachhaltig empfehlen, auch er ist Stammkraft beim Regionalligateam. Andreas Poulsen, der 19-jährige Däne, ist Lehrling und soll sich „unten“ an den deutschen Fußball gewöhnen. Und Mamadou Doucouré ist auf dem Weg zurück ins normale Profi-Leben nach der Verletzungs-Odyssee der vergangenen Jahre.

Null Spiele haben auch drei weitere Borussen: Josip Drmic (26), der Schweizer WM-Fahrer, Laszlo Benés (21), der aktuell auf Abruf ist für das slowakische Nationalteam, und der paraguayische Stürmer Julio Villalba (20). Bénes war zumindest einmal im Kader, das war in Augsburg am zweiten Liga-Spieltag. Die anderen beiden sind in dieser Saison bisher nur Tribünengäste. Drei Kandidaten also für eine neue Herausforderung im Winter? „Alle drei Fälle sind ganz unterschiedlich gelagert“, sagt Dieter Hecking. Während der Zürcher „Tages Anzeiger“ Drmic „auf dem Abstellgleis“ wähnt, sind Bénes und Villalba Spieler, die mit ihren Qualitäten eine Zukunft haben in Gladbach.

Was Drmic angeht, „haben wir mit offenen Karten gespielt“. Dem Stürmer wurde klar gemacht, dass er keine echte Rolle mehr spielt in Borussias Planungen. Hätte es im Sommer ein für beide Seiten passendes Angebot gegeben, wäre Drmic wohl schon weg. Borussia wollte eine Ablösesumme erzielen, er einen guten Klub, doch fand sich nichts. Drmic hat einen Vertrag bis 2019, im Sommer wird seine Zeit als Gladbacher wohl spätestens enden.

Möglich, dass aber schon im Winter, wenn das Transferfenster wieder aufgeht, etwas passiert. Drmic wäre bereit. Sein Knie ist okay, der Rest des Körpers auch. „Josip trainiert sehr, sehr gut. Wenn Not am Mann wäre, wäre er auch eine Alternative“, sagt Hecking. Doch derzeit ist da Alassane Plea. Und Lars Stindl. Und Raffael. „Auch Thorgan Hazard könnte ich in die Mitte ziehen“, sagt Hecking. Drmic bekam daher sogar keinen Kaderplatz, als in Plea gegen Leverkusen ein klassischer Mittelstürmer fehlte.

Julio Villalba, der nach seinem Muskelbündelriss gerade zurückgekehrt war, war da auch keine Alternative. Als Borussias Talente am 23. Oktober gegen Genk spielten, wollte er sich zeigen. Doch nach wenigen Minuten fiel er auf die Schulter und musste raus mit einer schweren Prellung im Gelenk. „Es ist alles wieder gut“, sagte er zuletzt, seit Dienstag trainierte Villalba wieder richtig mit.

Der Kopfballstarke hat ein Problem: Weil er aus Paraguay kommt, darf er nicht für die U23 spielen. „Das ist ärgerlich für ihn. Er braucht eigentlich Spielpraxis. Die Testspiele, wie Donnerstag gegen Münster, sind eigentlich zu selten. Aber er muss auch in richtig guter Verfassung sein, wenn man über eine Ausleihe nachdenken will“, sagt Hecking.

„Wir müssen genau überlegen, ob es für ihn nicht besser ist, ihn noch ein halbes Jahr hier zu behalten.“ Zumal er Villalba, der inzwischen ausgezeichnet Deutsch spricht, nicht voreilig abgeben möchte. „Ich bin vorsichtig, was solche Modelle angeht. Im Moment haben wir keine Verletzten, aber wir wissen, dass man in einer Saison jeden Mann braucht.“

Weswegen er auch im Fall von Bénes eher befürwortet, dass der Slowake bleibt. „Er kann auf der Sechs oder der Acht spielen, er ist ein spannender Spieler“, sagte Hecking. Im Sommer war Bénes dabei, sich nach der langen Pause nach dem Mittelfußbruch zu positionieren im Konkurrenzkampf, als er sich im Testspiel gegen Augsburg im Trainingslager am Tegernsee verletzte. „Da hatte ich Pech. Aber es ist wichtig zu kämpfen und nicht aufzugeben“, sagt Bénes.

„Laci muss körperlich wieder richtig stabil werden und in den Rhythmus kommen“, sagt Hecking. Bénes, der mit seiner elegant-aggressiven Dynamik, seinem Zug zum Tor und seiner Risikobereitschaft interessante Aspekte mitbringt, weiß das. „Wenn ich nicht im Bundesliga-Kader bin will ich bei der U23 spielen, damit ich Spielpraxis bekomme. Ich bin jung, ich brauche das“, sagt Bénes. Gegen Rot-Weiss Essen und Viktoria Köln hat er jeweils 90 Minuten gespielt. „Oben“ wartet er auf seine Chance. „Ich tue alles dafür. Was dann im Winter ist, werden wir sehen. Aber es ist nicht meine Aufgabe darüber zu reden, das müssen mein Manager und der Klub tun. Ich konzentriere mich auf den Fußball“, sagt Bénes. Sein Ziel: Er will sich bei Borussia durchsetzen. Bestenfalls ohne Umwege.

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