Guter Start in Burnley Mit Gladbachs Beyer hat sich auch der 1. FC Köln beschäftigt

Mönchengladbach/Burnley · Jordan Beyer ist erst am letzten Tag der Transferperiode an den Burnley FC verliehen worden. Trotzdem hat sich der Innenverteidiger gut eingefunden in England. Für Borussias Eigengewächs hätte es auch andere Optionen gegeben.

Jordan Beyer ist für eine Saison von Borussia Mönchengladbach an den Burnley FC verliehen.

Jordan Beyer ist für eine Saison von Borussia Mönchengladbach an den Burnley FC verliehen.

Foto: IMAGO/Shutterstock/IMAGO/Ryan Browne/Shutterstock

Am „Deadline Day“ stieg Jordan Beyer in den Flieger nach Manchester und brachte von dort die einstündige Autofahrt noch weiter in den Norden Englands hinter sich. Seitdem ist Burnley sein Zuhause, eine Stadt mit 81.000 Einwohnern. Der Burnley FC hat vor 101 und 62 Jahren mal die englische Meisterschaft gewonnen, seit dieser Saison spielt er wieder in der zweiten Liga, der „Championship“. Beyer soll die Mission Wiederaufstieg unter Trainer Vincent Kompany unterstützen, der auch in Gladbach als Nachfolger Adi Hütters im Gespräch war und das prominenteste Gesicht in Burnley ist.

Der Start ist Borussias Eigengewächs auf jeden Fall gelungen. „Die Jungs haben es mir sehr leicht gemacht. Es hat vielleicht einen Tag gedauert, richtig hier anzukommen“, sagte Beyer. Sein Debüt feierte er als Einwechselspieler gegen Preston North End, vor der Länderspielpause gab es die Startelf- und Heimpremiere gegen Bristol City. 90 Minuten verteidigte Beyer beim 2:1-Sieg halblinks in der Viererkette und wirkte auf Beobachter, als sei er schon viel länger da. Das Lob wollte Beyer direkt weiterleiten an die Teamkollegen und deren herzliches Willkommen: „Wenn das der Fall ist, fällt es auch leichter, das auf dem Feld zu zeigen.“

Mit einem geschätzten Marktwert von 4,5 Millionen Euro hat Beyer bei Burnley den fünfthöchsten. Und es klingt auf jeden Fall Wertschätzung durch, einen deutschen U21-Spieler verpflichtet zu haben, wenn die Medienabteilung des Vereins Beyer ein paar Fragen stellt. Dessen Nebenleute in der Viererkette sind ebenfalls ausgeliehen und für die U21 ihres Landes aktiv: Auf links spielt der Niederländer Ian Maatsen (20) vom FC Chelsea, rechts in der Innenverteidigung Taylor Harwood-Bellis (20) von Manchester City, Englands U21-Kapitän, auf den Beyer am Dienstagabend in einem Testspiel trifft.

Borussia Mönchengladbach: Jordan Beyer im Porträt
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Das ist Jordan Beyer

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Sprachlich hat sich Beyer auch schnell eingefunden, der 22-Jährige hat als Kind unter anderem in Dubai gelebt, das Internationale liegt ihm. Höchstens muss er sich umgewöhnen, dass der Fünfmeterraum jetzt Six-yard-box heißt (und auf Deutsch eigentlich 5,50-Meter-Raum heißen müsste, um akkurat zu sein).

Nach der Länderspielpause steht für Beyer die erste Englische Woche in England an: Die Gegner heißen Cardiff City, Stoke City und Coventry City, während Borussia aufs Derby gegen den 1. FC Köln hinfiebert. Dessen Sportdirektor Christian Keller hat gerade bestätigt, dass sich der FC in der abgelaufenen Transferperiode ebenfalls mit Beyer beschäftigt hat. „Er ist ein guter Spieler, aber wäre es klug für den FC, einen Spieler aus Gladbach zu leihen? Und wäre es klug für den Spieler?“, sagte Keller im Interview mit dem „Geissblog“. Direkt zwischen den beiden Rivalen ist seit 16 Jahren kein Spieler mehr gewechselt.

Soweit das nach wenigen Wochen zu beurteilen ist, scheint Beyer mit Burnley aber eine gute Wahl getroffen zu haben. Auch wegen Trainer Kompany. „Er hat mich überzeugt und war selbst einer der besten Innenverteidiger der Welt. Jetzt kann ich von ihm lernen, weil wir die gleiche Position spielen“, sagte Beyer. Der Mai und der Juni könnten dann richtig aufregend werden: Mit Burnley will er den Aufstieg packen, aktuell ist der Klub Vierter, das würde für die Play-offs reichen. Dann geht es wohl zur U21-EM. Und anschließend soll es endlich mit dem nachhaltigen Durchbruch in Gladbach klappen.

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