Jonas Hofmanns kuriose Bilanz im Derby Kein Tor, drei Vorlagen, ein Fehltritt

Mönchengladbach · Gladbachs Jonas Hofmann und Kölns Florian Kainz erlebten ein kurioses Derby, bei dem der Borusse das bessere Ende für sich hatte – auch in der persönlichen Bilanz. Mit der kann er auch ohne eigenen Treffer zufrieden sein. Trotz eines Fauxpas im eigenen Strafraum.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik zum 5:2 gegen 1. FC Köln
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Borussia - Köln: die Fohlen in der Einzelkritik

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Jonas Hofmann hatte sich einiges vorgenommen für das Derby. Das lag zum einen an der schwachen Darbietung beim 1:5 von Bremen in der Vorwoche, zum anderen auch an seiner persönlichen Bilanz gegen Köln – gegen den FC hatte er bislang erst ein Tor im Gladbach-Trikot erzielt. „Puh, das ist ausbaufähig. Aber es stimmt, und das Tor habe ich auswärts erzielt. Ich glaube, zu Hause ist es auch noch mal geiler, ein Derbytor zu schießen – und dann zu gewinnen“, sagte Borussias Nationalspieler im Vorfeld der Partie gegen Köln im Interview mit unserer Redaktion.

In den Genuss eines Sieges kam Hofmann dann auch, ein eigenes Tor war ihm beim 5:2-Erfolg allerdings nicht vergönnt. Trotzdem war der 30-Jährige maßgeblich am Sieg beteiligt – mit einem längst nicht alltäglichen Dreierpack. Denn Hofmann steuerte statt Toren einfach drei Vorlagen zum klaren Erfolg bei.

Vor der Pause schlug Hofmann den Eckball, den Marvin Friedrich mit dem Schulterblatt zum 1:0 in das Tor beförderte. Und nach dem Wechsel lieferte er die punktgenaue Vorarbeit zu Ramy Bensebainis zweiten Treffer des Tages. Dazwischen holte der Offensivspieler noch den Elfmeter zum 2:1 heraus, als er im Luftduell mit Kölns Florian Kainz den Ellenbogen ins Gesicht bekam. „Es war ein berechtigter Strafstoß, der Schädel brummt immer noch. Das war genauso klar wie der Strafstoß zuvor“, sagte Hofmann nach dem Spiel.

Er musste es wissen, schließlich hatten sich er und Kainz Minuten vor dem Elfmeter für Borussia schon einmal im Strafraum getroffen – nur eben im Sechzehner der Gladbacher. Hofmann wollte eine hohe Flanke aus der Gefahrenzone befördern, sah den von hinten heranstürmenden Kainz jedoch nicht und traf nur noch den Gegner. Nach kurzem Videostudium zeigte Schiedsrichter Sven Jablonski folgerichtig auf den Punkt.

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„Das ist dumm gelaufen beim Elfmeter. Im Nachhinein bin ich aber froh, dass es passiert ist, ansonsten wäre der Spielverlauf vielleicht ein anderer gewesen“, sagte Hofmann, der damit an vier der insgesamt sieben Derbytore am Sonntagnachmittag direkt beteiligt war. „Das ist so das Thema Offensivspieler im eigenen Strafraum. Der Ball fliegt 30 Meter hoch, da darf er mit dem Bein nicht durchschwingen. Es war ja gar keine richtige Torchance für Köln“, sagte Trainer Daniel Farke zur Entstehung des 1:1, das der zuvor gefoulte Kainz erzielte.

Damit übertraf Kölns Österreicher sein Gegenüber Hofmann noch in Sachen Kuriosität. Denn Kainz sah für seinen Ellenbogenstoss Minuten später auch noch die Gelbe Karte – da es seine zweite war, musste er bereits kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit vom Platz. Elfmeter rausgeholt, Elfmeter verwandelt, Elfmeter verschuldet und einen Platzverweis kassiert: Seit dem Beginn der detaillierten Datenerfassung in der Saison 2004/05 hat das in dem Nürnberger Emanuel Pogatez zuvor nur ein Bundesligaprofi geschafft.

„Ich gehe in das Kopfballduell und schaue nur auf den Ball. Aber ich treffe ihn natürlich, der Elfmeter ist berechtigt. Das war nicht gewollt. Richtig bitter, dass ich die Mannschaft damit geschwächt habe“, sagte ein geknickter Florian Kainz. In Unterzahl war sein Team in der zweiten Halbzeit auf verlorenem Posten – und hatte gar Glück, dass Borussia nach dem 3:1 durch Lars Stindl so manchen aussichtsreichen Angriff nicht gut ausspielte.

Borussia Mönchengladbach: Jonas Hofmann war an vier Derby-Toren beteiligt
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„Im Grunde ist es das Einzige, was man heute bemängeln kann. Wir haben es da etwas schleifen lassen, haben unsauber gespielt und hatten viele Ballverluste. Das muss so nicht sein“, monierte Hofmann, dem auch einige Abspiele missrieten. Am Ende konnte er darüber aber hinwegsehen. Für ihn war es ein erfolgreiches Derby – auch ohne eigenen Treffer. Maßgeblichen Anteil hatte er ja auch so am 5:2.