Borussia Mönchengladbach: Jonas Hofmann spricht von einer "überragenden Moral"

Jonas Hofmann im Interview: "Wir haben eine überragende Moral gezeigt"

Jonas Hofmann personifiziert Borussias 3:3 gegen 1899 Hoffenheim auf besondere Weise. Wie für das gesamte Gladbacher Team war es den 25-Jährigen ein sehr facettenreiches Spiel im Positiven wie im Negativen.

Er spielte eine neue Position im 3-1-4-2-System, verursache den Elfmeter zum 1:2, bereitete Lars Stindls erstes Tor nach 1506 Minuten vor, verlor vor dem 2:3 den Ball und trat schließlich die Ecke, die dem 3:3 vorausging.

Herr Hofmann, Sie haben viel zum kuriosen Spiel gegen 1899 Hoffenheim beigetragen.

Hofmann Stimmt, da kommt was zusammen. Ich hatte sicherlich einige auffällige Situationen und am Ende hat sich alles ausgeglichen. Generell muss ich sagen, dass wir als Mannschaft gut in der Partie drin waren. Wir hatten den überwiegenden Ballbesitz. Der Systemwechsel mit Mika Cuisance auf der Sechs und Lars und mir auf der Acht hat meiner Meinung nach super geklappt. Wir sind drei sehr offensive Spieler im zentralen Bereich – aber jeder hat sich auf seine Arbeit konzentriert.

Hat Borussia einen Punkt gewonnen oder den Sieg verloren?

Hofmann Es war ein bisschen von beidem. Wir haben mal wieder drei Tore gemacht, haben Moral und Kampfgeist bewiesen – das alles war wichtig. Gerade in so einer Phase, wo doch vieles zusammenkommt. Dann hat auch der Videoschiedsrichter mal wieder zu unseren Gunsten entschieden. Das hätte anders laufen können, wenn man auf unsere letzten Wochen schaut. Darum glaube ich, dass wir eine überragende Moral gezeigt hat.

Beschreiben Sie die Szene, als Sie mit dem Schiedsrichter kollidieren und den Ball verlieren. In der Folge fällt das 2:3.

Hofmann Ich habe ihn auch erst gesehen, als ich mit gedreht habe. Für mich war das der Ausweg aus dem Getümmel, ich wollte das Spiel eröffnen. Dann war es schon zu spät. Dass der Schiedsrichter so im Getümmel steht, muss vielleicht nicht sein, aber das soll kein Vorwurf sein. Es war unglücklich.

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Fällt Serge Gnabry bei der Elfmeter-Szene zu leicht?

Hofmann Ich habe ihn auf jeden Fall getroffen, das gebe ich zu. Ich denke nicht, dass ich ihn so treffe, dass er zwangläufig fallen muss, aber in so einer Szene nimmt ein Stürmer das natürlich an. Ich war einfach ein bisschen zu ungestüm. Die Szene hat gezeigt, dass ich kein Abwehrspezialist bin, ein Tony Jantschke wäre da sicher anders hingegangen. Ich muss da sicher etwas cleverer zur Sache gehen.

Viele Spieler hatten gegen Hoffenheim eine neue Rolle, wie Sie selbst …

Hofmann Eben darum finde ich, dass wir bärenstarkes Spiel gemacht haben. Wir haben noch nie so zusammengespielt und hatten den Systemwechsel. Das war für viele neu. Wir haben das System natürlich im Training geübt, aber es ist nicht selbstverständlich, dass wir es so gut umsetzen. Dass wir zudem nach den drei Rückständen immer wieder zurückgekommen sind, ist ebenfalls lobenswert. Das zeigt, dass Moral und Kampfgeist im Team stecken.

Vorab wurde gesagt, es sei ein Endspiel um Europa für Ihre Mannschaft, ein Sieg sei Pflicht. Nun ist es ein 3:3 geworden. Was bringt das?

Hofmann Wenn wir verloren hätten, wären es sechs Punkte Rückstand auf Hoffenheim gewesen – dann hätte wir erst mal mit dem Fernglas auf die Europaplätze gucken müssen. So bleiben wir zwar ein bisschen stehen, wenn man die reine Tabellensituation betrachtet. Aber wichtig war Moral zu zeigen und immer wieder zurückzukommen. Das müssen wir mitnehmen in die letzten sieben Spiele.

Karsten Kellermann führte das Gespräch.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hofmann verliert vor 2:3 Ball an den Schiri

(kk)
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