Borussia Mönchengladbach: Jonas Hofmann spricht über die zweite Halbzeit gegen Bremen

Borussias Hofmann im Interview: "Wir müssen uns Gedanken machen"

Die Frage, "was gewesen wäre, wenn …" zieht sich durch Borussias Saison. Beim 2:2 gegen Werder Bremen trug Jonas Hofmann das jüngste Kapitel zu der Geschichte bei. Im Interview spricht er über den verwehrten Elfmeter.

Seinen Kopfball wehrte der Bremer Maximilian Eggestein mit hochgezogenem Arm auf der Torlinie ab, womit er wohl das dann wohl vorentscheidende 3:0 verhinderte. Die Borussen forderten den Videobeweis, Schiedsrichter Benjamin Cortus fragte auch beim Videoassistenten nach, blieb dann aber bei seiner Entscheidung: Die Distanz, aus der der Arm getroffen wurde, war zu kurz, darum gab es keinen Elfmeter.

Herr Hofmann, wie haben Sie die Szene mit dem Handspiel wahrgenommen?

Hofmann Ich habe eine Weile beim Assistenten gestanden und nachgefragt, er hat mir bestätigt, dass es ein Handspiel war. Die Frage war aber, ob es absichtlich oder unabsichtlich war. Ich habe direkt nach dem Spiel gesagt bekommen, dass mein Kopfball wahrscheinlich ins Tor gegangen wäre - meiner Meinung nach vergrößert der Bremer seine Körperfläche mit den Armen. Insofern hätte man da den Elfmeter geben können, wenn nicht sogar müssen. Vor der Saison wurde uns gesagt, dass es eine Handspiel ist, wenn die Körperfläche vergrößert wird, ob Absicht oder nicht.

Wie beurteilen Sie die Situation insgesamt — konnte der Sieg in Hannover den Trend doch nicht ändern, die entscheidenden Situationen fallen gegen Borussia aus?

Hofmann In den letzten Wochen war es ein bisschen so. Die Entscheidung für uns bitter gewesen, aber es war in meinen Augen nicht der spielentscheidende Punkt. Wir sind in die Halbzeit gegangen, wie man sich es erträumt mit der 2:0-Führung. Wir waren dann in der Kabine auch in guter Stimmung und haben uns gut auf die zweite Halbzeit eingestimmt. Dann haben wir uns ohne Grund immer tiefer hinten rein drängen lassen. Bremen hat das System gewechselt, aber darauf hatten wir uns schon in der Halbzeit eingestellt, wussten also, was kommt. Wir müssen nochmal analysieren, was da in der zweiten Halbzeit passiert ist.

Woran lag es?

Hofmann Wir haben einfach nicht mehr das gebracht, was uns in den letzten zwei Spielen ausgezeichnet hat: die Aggressivität, die Leidenschaft, den Mut nach vorne zu Verteidigen. So lag dann leider ein Tor in der Luft, und jeder weiß, wenn dann ein 2:1 fällt, dass man dann wackelt. Das zweite Tor ist dann auch ein bisschen dumm gefallen — es fühlt sich an wie eine Niederlage.

Lag es auch an der nötig gewordenen Herausnahme von Denis Zakaria, der rotgefährdet war, und der Verletzung von Christoph Kramer?

Hofmann Nein, das würde ich nicht sagen. Es sind andere Dinge, über die wir uns Gedanken machen müssen, warum die zweite Halbzeit so gelaufen ist.

Nach dem 1:0 in Hannover schien es, als sein der Trend gewendet. Ist das Gefühl wieder weg?

Hofmann Wir müssen genau das weitermachen, was wir gegen Dortmund und Hannover eingebracht haben, daran müssen wir uns orientieren. Das ist der Weg, den wir die letzten zwei, drei Wochen gegangen sind, und der bringt uns auch weiter nach vorne. Wir haben uns in den vergangenen drei Spielen eine positive Grundstimmung erarbeitet und mit Ausnahme dieser zweiten Halbzeit gegen Bremen gute Leistungen gezeigt. Diesen Aufwärtstrend wollen wir bestätigen. Es sind noch viele Spiele, noch viele Punkte zu holen. Samstag spielen wir in Leverkusen, das ist ein sehr schwerer Gegner. Aber auch das Spiel gehen wir mit einer positiven Einstellung an.

Das Gespräch führte Karsten Kellermann.

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(kk)