Borussia Mönchengladbach: Jonas Hofmann ist der Motor in der Zentrale

Wichtige Säule bei Borussia: Hecking hofft auf den Hinrunden-Hofmann

Jonas Hofmann hat wegen einer schweren Knöchelprellung zwei Drittel des Berlin-Spiels und das ganze 1:1 in Frankfurt verpasst. Nun ist er wieder da. Das freut auch Trainer Dieter Hecking. Denn Hofmann ist ein Fixpunkt bei Borussia Mönchengladbach.

Der Blick ist entschlossen, der Ball eng am Fuß, es sieht ganz nach einem dynamischen Antritt aus. „Zurück auf dem Platz“ hat Jonas Hofmann unter das Foto bei der Fotoplattform Instagram geschrieben und mehr als 3000 Menschen haben auf den „Gefällt-mir“-Button geklickt. Zwar hat Borussias Achter nur ein Spiel verpasst, das 1:1 in Frankfurt, doch war er auch gegen Hertha BSC nur 34 Minuten dabei, dann musste er mit einer Prellung am Sprunggelenk vorzeitig vom Platz – nach einem dynamischen Beginn seinerseits. Er ging kurz nach dem 0:1, und Borussia, bis dahin klar überlegen, verlor dann aber mehr und mehr den Zugriff auf das Spiel. Das lag wohl unter anderem am Fehlen Hofmanns. Denn er ist im 4-3-3-System der Motor in der Zentrale. „Er ist mit seinen herausragenden Leistungen bislang einer der Gewinner der Saison“, sagte Trainer Dieter Hecking.

Hofmann, der mit im Schnitt absolvierten 11,4 Kilometern pro Spiel den Bestwert im Team hält, gibt den Takt vor, er entscheidet, wann und wo der Gegner angelaufen wird, wie das Pressing ausfällt. „Er macht es überragend“, sagte Hecking, der froh ist, dass Hofmann wieder da ist. Denn auch in Frankfurt konnte Borussia ihr Spiel nicht richtig entfalten, es waren andere Tugenden, die den Punkt einbrachten bei den Hessen. Doch wie das gesamte Team war auch Hofmann vor seiner Verletzung noch nicht in dem Hochleistungs-Modus der Hinrunde. „Er kann es besser als in den letzten zwei, drei Spielen vor seiner Verletzung. In denen war er zwar sehr präsent, hatte aber nicht diesen Drive mit den Läufen in die Tiefe, der ihn zuvor ausgezeichnet hat“, monierte Hecking.

Hofmann, in den Vorjahren weitgehend torlos, ist in dieser Saison der drittbeste Gladbacher Torschütze mit fünf Treffern. Das letzte Tor jedoch gelang ihm Anfang November gegen Düsseldorf. Indes: Er war zwischenzeitlich einige Zeit verletzt und verpasste daher fünf Spiele, erst in der letzten Hinrundenpartie in Dortmund kam er wieder zum Einsatz. Die ganz große Präsenz aus den ersten zwei Dritteln der Saison hatte er aber tatsächlich noch nicht wieder. Doch scheint Hofmann auf dem Weg zurück zur alten Form. „Im Training hat er es jetzt wieder wunderbar gemacht. Es war all das zu sehen, was ihn stark gemacht hat. Ich hoffe, dass er seine Qualitäten im Saison-Endspurt wieder für die Mannschaft einbringen wird“, hofft Hecking auf den Hinrunden-Hofmann.

Das wird Hofmann am Samstag gegen den VfL Wolfsburg wieder von Beginn an versuchen dürfen. Dass er, wenn er richtig fit ist, nicht spielt, das gab es in der aktuellen Spielzeit nur einmal: Beim Hinspiel in Wolfsburg (2:2) war er nicht im Kader. Der Pause folgte ein überragendes Spiel des Mittelfeldmannes beim 3:0 in München, wo er zwei Tore vorbereitete. Danach gegen Mainz traf er dreimal. Auf einen ähnlichen Effekt hofft Hecking auch jetzt. „Vielleicht hat ihm die kleine Pause sogar ganz gut getan“, sagte der 54-Jährige.

Unter ihm hat sich Hofmann bemerkenswert entwickelt. Er ist vom Mitläufer zu einem Fixpunkt im Team geworden. Weswegen es bald Gespräche geben soll, wie es weitergeht mit ihm und Borussia. Hofmann hat Vertrag bis 2020 und gibt sich daher gelassen. „Ich gehe da ganz entspannt ran, wenn wir zusammenkommen, kommen wir zusammen, wenn nicht, dann nicht“, sagte er.

Dass das ein wenig distanziert klingt, will Manager Max Eberl nicht überbewerten. Er wird sich in der nächsten Zeit mit Hecking über den Kader der Zukunft unterhalten. Eine Priorität hat dabei die Personalie Thorgan Hazard. „Wir wollen verlängern, das ist Fakt. Wenn Thorgan sich aber anders entscheiden sollte, müssen wir uns Gedanken machen. Wir können auf solche Transfererlöse nicht verzichten. Wenn Thorgan den nächsten sportlichen Schritt gehen möchte – dann muss man mit allen Beteiligten reden“, sagte Eberl. Heißt: Verlängert Hazard nicht, soll er verkauft werden. Dass es ähnlich auch bei Hofmann läuft, muss nicht sein. „Es gibt keinen Automatismus, dass es bei jedem Spieler gleich gehandhabt wird“, sagte Eberl. Es kann also sein, dass Borussia, so es keinen Konsens gibt, ihn bis zum derzeitigen Vertragsende behält.

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