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Borussia Mönchengladbach: Joker unter Daniel Farke noch ohne Torbeteiligung

Noch kein Scorerpunkt : Borussia fehlt weiterhin die Torgefahr von der Bank

Schon in der Vorsaison war der Ertrag durch Gladbacher Einwechselspieler keine Erfolgsgeschichte. Das hat Wenigwechsler Daniel Farke noch nicht ändern können. Bislang sind seine Joker eher durch unglückliche Aktionen aufgefallen.

Stefan Lainer, Tony Jantschke und Nathan Ngoumou blieben 180 Sekunden Spielzeit. Gemeinsam standen die drei Borussen zu Beginn der Nachspielzeit beim 3:0 gegen RB Leipzig am Spielfeldrand, um noch eingewechselt zu werden. Trainer Daniel Farke belohnte das Trio noch mit einem Kurzeinsatz, der Spielstand machte die Wechsel an sich nicht mehr nötig. Doch so schöpfte Farke erstmals in der Bundesliga sein Wechselkontingent voll aus, ansonsten hatte er nur beim 9:1 im Pokal gegen Oberachern fünfmal getauscht.

Doch die fünf Wechsel gegen Leipzig haben nicht verhindern können, dass Farke als der Trainer in die erste Länderspielpause gegangen ist, der am seltensten in der Bundesliga wechselt. Im Schnitt nimmt der 45-Jährige nur 3,3 Wechsel pro Partie vor – jeder andere Coach kommt auf mehr als vier Einwechslungen pro Spiel. Damit ist Farke ein würdiger Nachfolger Adi Hütters, der in der vergangenen Saison bereits den letzten Platz in diesem Ranking belegte.

Die überschaubare Gefahr von der Bank war schon unter Hütter ein Thema bei den Gladbachern. Am Ende kamen immerhin noch drei Jokertore zusammen: Florian Neuhaus traf in Mainz, nachdem er schon in der ersten Halbzeit eingewechselt worden war, zudem sicherten Breel Embolo und Lars Stindl mit ihren Treffern gegen Wolfsburg beziehungsweise in Freiburg jeweils noch einen Punkt. Diese Ausbeute war jedoch weit weg von Spitzenreiter Dortmund (14 Jokertore).

Auch in der laufenden Spielzeit verbuchen der BVB, Werder Bremen und Union Berlin schon jeweils vier Treffer durch Einwechselspieler, während bei den Gladbachern ein Joker noch nicht einmal mit einer Vorlage an einem Tor beteiligt war. Indes bleibt Farkes Ersatzspielern zumeist wenig Zeit, um Akzente zu setzen. Von seinen 23 Wechseln gab es nur vier vor der 77. Spielminute – und diese hatten alle Verletzungsgründe.

Zumeist dienten die Einwechslungen nur noch dazu, ein wenig Zeit von der Uhr zu nehmen, ansonsten vertraute Farke vor allem seiner Startformation, die laut Trainer gerade in der Anfangsphase der Saison auch die Möglichkeit bekommen sollte, sich einzuspielen. Und dann machte Farke auch darauf aufmerksam, dass die personellen Alternativen nicht gerade üppig seien. Zwar kamen kurz vor dem Transferschluss noch Julian Weigl und Nathan Ngoumou hinzu, dafür ereilte Borussia in den vergangenen Wochen das Verletzungspech.

So bleiben bislang nur ein paar unglückliche Jokerauftritte der Borussen in Erinnerung: Auf Schalke kam Patrick Herrmann in der 88. Minute in die Partie und verschuldete kurz darauf mit einem Blackout im eigenen Strafraum einen Handelfmeter, den Schalke zum 2:2-Endstand nutzte. Gegen Leipzig kam Herrmann in der 86. für Hannes Wolf, der selbst erst vier Minuten zuvor eingewechselt worden war, sich aber bei einem Zweikampf prompt die Schulter auskugelte und nun mehrere Wochen ausfällt.

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Eine Ein- und Auswechslung hatte auch Ngoumou in Freiburg erlebt. Nach gut einer halben Stunde war der junge Franzose für den verletzten Neuhaus in die Partie gekommen, in der 82. Minute war für den Außenbahnspieler dann wieder Schluss. „Es war nicht geplant, ihn so früh zu bringen. Bei ihm haben dann etwas die Kräfte nachgelassen, deshalb haben wir ihn wieder rausgenommen. Ich war keinesfalls unzufrieden mit ihm“, sagte Farke damals und wollte damit der Interpretation entgegenwirken, der Tausch sei eine Abstrafung gewesen. Das war nicht der Fall – und doch steht auch diese Episode für die bislang glücklosen Auftritte der Gladbacher Joker.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind Borussias beste Joker