Borussia Mönchengladbach: Jetzt geht es auch um die Zukunft mit Marco Rose

Bloß keine Quali-Odysee : Warum es für Borussia nun auch um die Rose-Zukunft geht

Für die Vorbereitung mit dem im Sommer beginnenden Trainer ist es wichtig, dass Borussia sofort Europa packt. Auch Platz 7 wäre ein Problem für den neuen Weg der Gladbacher.

Bei den Partien am Samstag in Nürnberg und eine Woche später zu Hause gegen Dortmund entscheidet sich der Ausgang dieser Bundesliga-Saison für Borussia. Galt es im Februar angesichts von zehn Punkten Vorsprung auf Platz fünf sogar als äußerst wahrscheinlich, dass sich die Gladbacher für die Champions League qualifizieren, ist es nun unklar, ob es überhaupt für Europa reichen wird. Dass ein Verpassen des internationalen Wettbewerbs nach dieser Saison ein Albtraum für Borussia wäre, ist klar angesichts des ehemaligen Vorsprungs. Ein Albtraum könnte aber nicht nur das komplette Europa-Aus sein, sondern auch schon das Erreichen der Qualifikation für die Europa League, Platz sieben also, werden.

Denn für Marco Rose, der Trainer Dieter Hecking im Sommer ablösen wird, wird es entscheidend sein, welchen der möglichen Ränge sein kommendes Team erreichen wird. Er wird sehr darauf hoffen, dass die Borussen einen der Plätze von vier bis sechs belegen werden. Dann wäre der Klub für das internationale Geschäft uneingeschränkt qualifiziert, beim vierten Rang sogar für die Champions League. Die Millionen aus dem Europapokal wären wichtig für den derzeitigen Salzburg-Coach, der so gemeinsam mit Sportdirektor Max Eberl neue Spieler nach Gladbach lotsen könnte. Dieses Geld ist im Falle der Qualifikation nämlich als Investitionsvolumen für Transfers eingeplant.

Aus diesem Grund wäre der achte Rang für die Zukunft von Rose und Borussia ein schlechtes Ergebnis, da diese Millionen für die Gestaltung des Kaders fehlen würden und Neueinkäufe vorwiegend aus Transfers eigener Spieler finanziert werden müssten. Es gibt aber ein Szenario, das für den neuen Trainer sportlich noch schlimmer wäre: Platz sieben.

Sollten die Gladbacher Siebter werden, müssten sie sich im Sommer nämlich erst für die Europa League qualifizieren. Drei Runden müssten sie dabei überstehen, die allesamt vor dem Start der Bundesliga-Saison (16. August) stattfinden würden. Eine Ochsen-Tour, die für die Neuausrichtung mit einem Trainer, der eine andere Spielphilosophie einüben wird, und an die sich die Profis erst gewöhnen müssen, von denen womöglich mehrere erst neu dazu gekommen sind, sicher nicht förderlich ist. Die benötigten Wochen der Vorbereitung würden deutlich weniger werden, die Belastung höher, da die Englischen Wochen für Borussia schon Ende Juli beginnen würden.

Am 25. Juli hätten die Gladbacher dann ihr erstes Pflichtspiel. Im Normalfall würde man das erst zwei Wochen später im DFB-Pokal bestreiten müssen, die Liga beginnt noch eine Woche später. Diese Zeit hätte man also in der Vorbereitung verloren, in der man nicht nur die körperlichen Voraussetzungen schafft für die Saison, sondern sich auch den taktischen Schliff holt.

Auch im vergangenen Sommer starteten die Borussen mit einer taktischen Neuausrichtung, dem 4-3-3-System. So etwas benötigt Zeit, vor allem die Spieler brauchen diese. Das hat das Beispiel von Denis Zakaria gezeigt, der nach seiner verspäteten Rückkehr, weil er die WM mit der Schweiz bestritten hatte, lange brauchte, um sich an seine neue Aufgabe zu gewöhnen. Dennoch hat es gut funktioniert, weil Hecking die gesamte Vorbereitung Zeit hatte, um mit seinen Spielern den neuen Weg einzustudieren. Diese Zeit würde auch Rose benötigen.

Anfang Juli will Borussia in die Vorbereitung starten. Sollte sie die Ochsen-Tour für die Europa-Qualifikation angehen müssen, könnte der Beginn vorverlegt werden. Und dass ihr Urlaub verkürzt wird, wollen die Profis sicher nicht. Ihren Kampf um Europa bewältigen sie also nicht nur für sich, den Klub und ihren kommenden Trainer, sondern auch für ihren Urlaub im Sommer.

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