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Borussia Mönchengladbach ist weiter im Erfolgsmodus

Analyse zum Start in die Rückrunde : Borussia ist weiter im Erfolgsmodus

Das 1:0 in Leverkusen haben die Gladbacher nicht fußballerisch herausgespielt, sondern erarbeitet. Sie haben das Schicksal herausgefordert, aber auch Europa-Reife gezeigt.

Es war ein Spieltag, der für die Borussen nicht nachteilig war. Sie siegten bei Bayer Leverkusen, Verfolger wie RB Leipzig (0:1 gegen Dortmund), Hoffenheim (1:3 gegen die Bayern) oder eben Bayer, verloren ihre Spiele – weswegen die Gladbacher ihren dritten Tabellenplatz nebst allen damit verbundenen Ambitionen weiter gefestigt haben. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass Borussia in der nächsten Saison international spielt, gewachsen.

Doch werden die Borussen weiter auf die fehlende Garantie verweisen. Sie tun gut daran. Ohne große Rosinen im Kopf geht es leichter vom Fuß, denn letztlich ist es der Kopf, der den Körper steuert, und wenn Flausen ins Getriebe gelangen, kann es ins Stocken geraten. In Leverkusen gab es in der vergangenen Saison ein 0:2, da demonstrierte Bayer den Borussen die Europa-Reife. Nun war es umgekehrt.

Sicherlich, die Borussen hatten in der BayArena den Kollegen namens Glück auf ihrer Seite, „aber das haben wir uns verdient“, sagte Kapitän Lars Stindl zu Recht. Es war bei Bayer kein fußballerischer Sieg für die Borussen, sondern ein erkämpfter, der zeigt: Die Gladbacher können auch anders als nur über Fußball zum Erfolg zu kommen.

Dass sie das Schicksal durch die zu große Passivität in Halbzeit zwei herausgefordert haben, muss der Ansatz für die Analyse sein. Andererseits: Borussia hat in dieser Saison eine Abwehr, die auch in solchen Spielen standhaft bleiben kann. Nun in Leverkusen schafften es die Borussen indes, trotz der großen Überlegenheit des Gegners (64 Prozent Ballbesitz) diesem kaum große Chancen zu gewähren.

So blieb es bei den 18 Gegentoren in 18 Spielen, also im Schnitt einem pro Spiel. Die 37 erzielten Treffer ergeben einen Schnitt von etwas mehr als zwei – das Verhältnis von erzielten und kassierten Toren ist gesund. Daraus ergibt sich ein Punkteschnitt von zwei. Dieser ist, auch wenn es die Borussen gern verschweigen und nur auf das nächste Spiel gucken, Champions-League-tauglich. Wenn ein Team dann auch noch Spiele gewinnt, in denen es nicht die bestmögliche Leistung abruft, hat das etwas zu bedeuten.

Doch werden es die Borussen mit aller Macht so halten wie bisher: keine Rechenspiele, keine großen Rosinen im Kopf. So haben sie den ersten Härtetest in Leverkusen bestanden. Und so wollen sie gegen Augsburg weitermachen. Während in Leverkusen viele Experten nicht unbedingt mit einem Gladbacher Sieg gerechnet haben, dürfte dieser nun gegen den FCA vorausgesetzt werden. Die Borussen sind wieder als Umschalt-Team gefragt: mental.

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Im ersten Heimspiel des Jahres wird es auch wieder darauf ankommen, dass alle im Stadion Doppelpass spielen, Team und Fans, insbesondere dann, wenn es gegen Augsburg zäh wird. Zwar haben die Borussen einen Hang zum Spektakel mit insgesamt 55 Toren in 18 Spielen, doch wissen Teams wie Augsburg, wie man anderen den Spaß verdirbt. Das wollen die Borussen sicher nicht zulassen.

Was sie sich in Leverkusen bewiesen haben: Sie sind weiter im Erfolgsmodus.