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Borussia Mönchengladbach ist dem 1. FC Köln nach dem gemeinsamen Aufstieg 2008 enteilt

Dem 1. FC Köln enteilt : So wichtig war der direkte Wiederaufstieg 2008 für Borussias Entwicklung

Im Sommer 2008 stiegen Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln gemeinsam wieder in die Bundesliga auf. Doch während Letzterer ein Fahrstuhlklub blieb, entwickelte sich Gladbach zum Champions-League-Aspiranten. Ein Rückblick.

Ein direkter Freistoß durch Milivoje Novakovic besiegelte das Aus für Jos Luhukay als Trainer Borussia Mönchengladbachs. Durch das 2:1 des Kölner Stürmers in der 88. Minute kassierte Borussia ihre sechste Niederlage im siebten Saisonspiel, Luhukay musste Anfang Oktober 2008 nach dem Derby gehen. Die Niederländer verabschiedete sich so mit einer Bilanz von nur 13 Punkten, die er in 22 Bundesligaspielen geholt hatte – kein Gladbacher Trainer punktete schwächer.

Indes ist Luhukay auch Borussias letzter Aufstiegstrainer: Nachdem er die Mannschaft nach seinem Einstieg im Frühjahr 2007 nicht mehr vor dem Abstieg hatte bewahren können, schaffte er in der darauffolgenden Saison den direkten Wiederaufstieg – als souveräner Meister mit 66 Punkten und 71 erzielten Toren. Sechs Zähler dahinter auf dem dritten Platz feierten die Kölner ebenfalls den Wiederaufstieg – sie hatten indes zu diesem Zeitpunkt schon wieder zwei Jahre Zweitklassigkeit hinter sich.

1998 war der 1. FC Köln das erste Mal aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs abgestiegen – und ist danach bis heute das Image einer Fahrstuhlmannschaft nicht mehr losgeworden. Gladbach, das zwischen 1999 und 2001 erstmals Zweitligist war und anschließend stets im den Klassenverbleib kämpfen musste, blieb dieses Schicksal erspart, nicht zuletzt dank der prompten Rückkehr im Jahr 2008. Nicht zuletzt die aktuelle Saison im Unterhaus mit den ehemaligen Bundesliga-Größen FC Schalke 04, Werder Bremen und Hamburger SV beweist, wie schwierig das Unterfangen „Direkter Wiederaufstieg“ geworden ist. Der HSV ist nun schon dreimal an der Rückkehr gescheitert.

Borussia hingegen schaffte es unter Luhukay gleich im ersten Anlauf – ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg der sportlichen Konsolidierung, die mit der geschafften Relegation 2011 eine nicht für möglich gehaltene Fahrt Richtung oberes Tabellendrittel aufnahm. Die zuvor erreichten Klassenverbleibe 2009 und 2010 unter den Trainern Hans Meyer und Michael Frontzeck waren zwar noch zum Teil sehr zäh errungen, doch sie schufen das Fundament, auf dem Sportdirektor Max Eberl, der kurz nach Luhukays Entlassung zum Manager ernannt wurde, am Umbau des Gladbacher Kaders feilen konnte. Mit der Verpflichtung Lucien Favres gelang ihm dann die entscheidende Personalie, die sportlichen Erfolg und damit einhergehend Kontinuität auf der Führungsebene mit sich brachte.

So gibt es neben Borussia derzeit in Bayern München, Borussia Dortmund sowie den drei Werks- und Mäzenklubs Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim nur fünf weitere Bundesligaklubs, die seit 2008 ununterbrochen in Deutschlands höchster Spielklasse vertreten sind. Der 1. FC Köln, damals Mitaufsteiger und Sieger des ersten Derbys nach dem Wiederaufstieg, ist von diesem Status weit entfernt. Zwei weitere Male ging es wieder hinunter, 2012 gar für zwei Jahre. Selbst der zwischenzeitliche Erfolg unter Trainer Peter Stöger und Manager Jörg Schmadtke, der 2017 in der Gruppenphase der Europa League gipfelte, konnte langfristig nicht genutzt werden.

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Gladbach dagegen beendete im vergangenen Frühsommer zum zehnten Mal in Folge die Saison in der oberen Tabellenhälfte und blickt auf sechs Europapokal-Teilnahmen in diesem Zeitraum zurück. Das alleine verdeutlicht, wie weit, unabhängig von der aktuellen Tabellensituation, Borussia und der FC derzeit auseinanderliegen. Einen ersten Beitrag dazu leistete schon Jos Luhukay in der Zweitligasaison 2007/08 – auch wenn im kurz darauf ausgerechnet eine Derby-Niederlage zum Verhängnis wurde.

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