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Borussia Mönchengladbach: In Wolfsburg ohne Raffael

Raffael und Drmic fehlen : Borussia will den Wolfsburg-Bann endlich brechen

13 Mal in Folge hat Borussia Mönchengladbach in Wolfsburg nicht gewonnen. Am Samstag gibt es eine neue Chance. Verzichten muss Trainer Dieter Hecking unter anderem auf Raffael.

Die Liste von Borussias Ausfällen vor der Partie beim VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) hat diese Bezeichnung kaum verdient. Gerade einmal zwei Namen stehen darauf: Raffael wird mit seinen Wadenproblemen weiter ausfallen, auch wenn er am Donnerstagmittag gegenüber unserer Redaktion sagte, dass er sich schon wieder viel besser fühle. Der zweite Ausfall ist Josip Drmic, der mit anhaltenden Rückenbeschwerden am Donnerstag nur Einzeltraining absolvierte.

Da ein prominenter Name auf der Ausfallliste fehlt, stellt sich die Frage: Ist Kapitän Lars Stindl wieder ein Kandidat für den Kader in Wolfsburg? Zuletzt hatte hinter seinem Namen stets der Hinweis: „teilintegriert ins Mannschaftstraining“ gestanden, was eine Rückkehr ausschloss. Dass die schwere Verletzung, der Syndesmosebandriss, den er Ende April auf Schalke erlitten hat, ausgeheilt ist, ist seit seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining klar. Doch reicht die Form schon für Wolfsburg? Borussias Trainer Dieter Hecking hatte zuletzt bereits davon gesprochen, dass er nicht mehr über „Wochen, sondern nur noch über Tage“ rede, dass Stindl zurückkehren könne. „Das kann aber auch für oder nach dem Bayern-Spiel sein“, sagte Hecking am Freitag mit Blick auf die Partie am Samstag, 6. Oktober in München.

Wie wichtig sein Kapitän für die Mannschaft ist, beschrieb der Trainer zunächst einmal so: „Es spricht für die Mannschaft, dass man nicht über ihn gesprochen hat, dass er fehlt.“ Das klingt sperrig, drückt aber große Wertschätzung für Stindl und das Team aus. Der Nationalspieler hat eine herausragende Stellung innerhalb der Mannschaft, und dass diese den langen Ausfall in dieser Saison bislang so gut kompensieren konnte und derzeit Tabellenvierter ist, zeigt, dass sie gut gearbeitet hat.

Hecking berichtete zudem, dass er Stindl in der Kabine als echten Anführer erlebt, der auch ohne zu spielen der Mannschaft viel gibt. Und nun, da absehbar sei, dass er in den Kader zurückkehrt, sei auch klar: „Damit kommt dann der Anker der Mannschaft zurück. Wenn er auf dem Platz steht, wird das noch einmal einen Schub geben.“ Allerdings schränkte der Trainer auch ein: „Ich hoffe, dass er schnell in die Verfassung kommt, dass er uns auf dem Spielfeld helfen kann.“ Denn ein Comeback nur um des Comebacks willen würde wohl niemandem wirklich weiterhelfen und das Risiko eines Rückschlages bei Stindl vermutlich unnötig erhöhen.

Zumal es – wie Hecking ja betonte – gerade in der Offensive genug Alternativen gibt. Das Dreigestirn Thorgan Hazard, Alassane Plea und zuletzt Patrick Herrmann harmonierte mit den Achtern Jonas Hofmann und Florian Neuhaus prächtig. Sicher könnte Stindl einen Platz in dieser Konstellation einnehmen, doch wird Borussia kaum ohne Not ein Comeback forcieren.

Erstmals im Kader war am Mittwochabend im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt Michael Lang. Der lief sogar einmal vom Warmmachen hinter dem Tor zur Bank, als Jordan Beyer als Rechtsverteidiger auszufallen drohte. Da das Eigengewächs aber weitermachen konnte, blieb der Routinier draußen. Das könnte sich in Wolfsburg ändern. Beyer war am Frankfurter 1:2-Anschlusstreffer nicht ganz schuldlos, zudem könnte Lang ein Baustein sein in der „Kompaktheit“, die Trainer Hecking für das Spiel in Wolfsburg fordert. Dazu hat der Schweizer offensive Qualitäten, die er sicher gerne in der Bundesliga unter Beweis stellen würde. Diese Mischung könnte helfen, nach dem 1:1 in Augsburg und insbesondere nach dem 2:4 in Berlin, den ersten Auswärtssieg der Saison einzufahren.

Allerdings ist Wolfsburg seit 13 Heimspielen gegen Borussia ungeschlagen (elf Siege, zwei Remis) und hat gegen die Gladbacher die meisten Bundesligasiege gefeiert (20). Diese Statistik spricht gegen Borussia, doch Hecking sagt: „Es ist wieder ein Spiel, es fängt bei 0:0 an, der Rasen ist grün, es sind wieder viele Gladbacher da. Ich gebe nicht so viel darauf, was in der Vergangenheit gewesen ist. Wenn wir gewinnen, ist die Serie gerissen, und wenn nicht, dann geht es weiter."