Borussia Mönchengladbach: In Mainz konzentrierte sich das Team wieder auf das Wesentliche

Analyse zum Sieg in Mainz : So beendete Borussia ihr Vier-Wochen-Tief

In Mainz versprühte Borussia keinen Glanz, das war aber auch nicht das Ziel. Es ging um nichts anderes, als nach den Negativerlebnissen der vergangenen Wochen wieder erfolgreich zu sein. Eine Analyse, warum dies gelang.

Es gibt Tore, die zu einem Spiel passen. Das von Nico Elvedi zum 1:0-Sieg in Mainz war so eins. Es hatte nichts herrliches, es war kein Tor zum Zungeschnalzen, es war keines, von dem die Fans noch in Jahren schwärmen werden. Elvedi, im Hauptberuf Verteidiger, verdingte sich in der 63. Minute als Mittelstürmer und schoss den Ball, den er von Tobias Strobl zugespitzelt bekam, ohne großes Brimborium von der Grenze des Fünfmeterraums ins Tor. Das war konsequent und effektiv. Genau diese Eigenschaften hatten gefehlt in den vergangenen Spielen.

Der Treffer war wie der mehr erkämpfte als erspielte Sieg untypisch für Gladbach. Denn er fiel nach einer Standard-Situation. Jonas Hofmann hatte eine Ecke kurz ausgeführt, Thorgan Hazard dann geflankt, Strobl verlängert und Elvedi kühl geknipst. Das war kein Tiki-Taka, keine geschmeidige Ballstafette, das war nur Effektivität: Elvedis erster Torschuss des Tages flutschte unter Florian Müllers Körper hindurch ins Netz. Was das Tor noch wert sein wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Vor allem aber die nächsten 90 Minuten, das Spiel am Freitag gegen den SC Freiburg. „Da wird alles wieder auf dem Prüfstand stehen“, sagte Dieter Hecking. Man muss kein Prophet oder Fußballweiser sein, um zu wissen: Borussias Trainer hat Recht. Denn der Sieg in Mainz ist nur wirklich wertvoll, wenn ihm ein Sieg im eigenen Stadion folgt. In Mainz wurde der grundsätzliche Negtivtrend der vergangenen Wochen aber gestoppt, das war eminent wichtig. Denn so wurde Platz vier behauptet, der Angriff der anderen vorab schon mal abgewehrt. Borussia hat das Heft des Handelns weiter in der Hand: Wenn die Gladbacher auch weiterhin ihren Job machen, kann ihnen nichts passieren.

Aber: Es muss gegen Freiburg weitergehen. Dass sie es auswärts richtig gut können in diesem Jahr, wissen die Borussen. Vier Spiele gab es, drei wurden ohne Gegentor gewonnen, hinzu kam das 1:1 bei Eintracht Frankfurt. Zehn Punkte in der Fremde, das ist bemerkenswert, war aber auch wichtig. Denn: Daheim gab es in vier Spielen nur drei Punkte. Und es gab eben die drei Niederlagen in Folge, die richtig weh taten, weil sie nebenbei auch noch elf Gegentore einbrachten.

Im eigenen Stadion gibt es also noch etwas aufzuarbeiten. Mit dem Aufwind, den das 1:0 in Mainz gebracht haben sollte, werden die Borussen ins Spiel am Freitagabend gehen. Sie müssen die Tugenden aus Mainz wieder auf den Rasen bringen und bestenfalls anreichern um ein ordentliches Maß an Spielkultur. Denn die ging dem Geschehen am Samstag weitgehend ab. Nur in der zweiten Minute kombinierte Borussia locker flockig, doch genutzt wurde die Dreifach-Chance nicht. Wäre es so gewesen, wäre vieles vielleicht einfacher geworden. So aber werkelten sich die Borussen mühsam zum Dreier.

Und nur um den ging es an diesem Tag. Dass Spieler wie Tobias Strobl und Tony Jantschke einen wichtigen Anteil an dem Sieg hatten, illustriert das. Die Borussen waren auf das Wesentliche fokussiert. Und das ist im Fußball zunächst mal der Ertrag. Den gab es und damit darf man sagen, sie haben die Nerven behalten. Das Wissen darum kann noch sehr hilfreich sein in der Schlussphase der Saison. Elvedis Tat zeigt zudem: Wer seine Chancen konsequent nutzt, ist im Vorteil.