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Borussia Mönchengladbach - Impfpass-Fälschung? Ärger um Physiotherapeut

Ermittlungen gegen Physiotherapeuten : So fielen Unstimmigkeiten beim Impfpass eines Borussia-Mitarbeiters auf

Borussia Mönchengladbach hat sich von einem ihrer Physiotherapeuten getrennt. Grund soll ein gefälschter Impfausweis sein, die Polizei ermittelt nun. Was der Fall indirekt mit Bremens Ex-Trainer Markus Anfang zu tun hat.

Sportlich durchlebt Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach nach dem 1:4 im Derby gegen den 1. FC Köln und dem 0:6 gegen den SC Freiburg eine komplizierte sportliche Phase. 18 Punkte nach 14 Spielen und der 13. Platz in der Bundesliga geben ein tristes Bild ab.

Nun sorgt darüber hinaus eine Meldung für Aufsehen, die am Mittwoch zuerst die „Sport Bild“ verbreitete: Der Verein hat sich vergangene Woche von einem seiner Physiotherapeuten getrennt, die sich um das Wohl der Profimannschaft kümmern. Unsere Redaktion kann den Vorgang bestätigen. Es besteht der Verdacht, dass er einen gefälschten Impfausweis benutzt hat. Weiterführend wollte Borussia Mönchengladbach sich auf Nachfrage nicht äußern, mit Verweis auf arbeitsrechtliche Fragen und den Datenschutz.

Wie unsere Redaktion in Erfahrung bringen konnte, hat der Klub aber Ende November alle Impfnachweise einer Prüfung unterziehen lassen, wobei im besagten Fall Unstimmigkeiten auffielen. Kurz zuvor war Werder Bremens Trainer Markus Anfang genau wie sein Co-Trainer Florian Junge zurückgetreten und damit einer wahrscheinlichen Entlassung zuvorgekommen. Beide wurden angezeigt, weil sie dem Gesundheitsamt Bremen gefälschte Impfpässe vorgelegt haben sollen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen noch.

Nachdem die Polizei Mönchengladbach mit den entsprechenden Recherchen zu einem der Physiotherapeuten Borussias konfrontiert worden war, leitete sie von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Urkundenfälschung ein. Das bestätigte ein Polizeisprecher unserer Redaktion, zu den Fortschritten der Ermittlungen konnte er am Mittwoch noch nichts sagen.

Auch die Beamten in Mönchengladbach sehen sich immer häufiger konfrontiert mit derartigen Verdachtsmomenten, vor allem seit der Verschärfung der 2G-Regeln in Nordrhein-Westfalen und der Einführung der Testpflicht für Ungeimpfte am Arbeitsplatz. Viele Hinweise kämen von Apotheken, die in der Regel die Zertifikate für die Covid-19-Impfung ausstellen. Das Landeskriminalamt (LKA) in NRW veröffentlichte gerade erst offizielle Zahlen zu dieser Thematik: Zwischen dem 1. April und dem 23. November 2021 seien 1041 Impfpassfälschungen registriert worden.

Borussia Mönchengladbach hat in den vergangenen Monaten explizit für die Corona-Impfung geworben, zu Beginn der Saison standen Impfmobile am Stadion. „Jede Corona-Impfung zählt“, sagte damals Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers. „Wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele diesem Aufruf anschließen würden, damit wir das Virus gemeinsam bekämpfen – nicht zuletzt auch deswegen, um möglichst bald auch rund um den Borussia-Park wieder Normalität erleben zu dürfen.“

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Im Oktober und November war das weitgehend der Fall, mit einem 3G-Nachweis durften bis zu 48.500 der 54.000 Plätze gefüllt werden. Bis Jahresende beträgt die Kapazität aufgrund der hohen Inzidenzen und der zu geringen Impfquote jetzt nur noch 15.000 Fans, was für den Klub mit weiteren Umsatzeinbußen verbunden ist.

„Wir können die Menschen nicht zwingen, sich impfen zu lassen. Wir können nur erklären und aufklären. Ein Spieler, der noch nicht geimpft war, lässt sich jetzt impfen und dann haben wir die 100 Prozent erreicht“, erklärte Sportdirektor Max Eberl vor drei Wochen mit Blick auf Gladbachs Profikader. Andere Vereine wie der FC Bayern hatten Ausfälle ungeimpfter Spieler zu beklagen, denen daraufhin, wie Nationalspieler Joshua Kimmich, für die Zeit der Quarantäne das Gehalt gestrichen wurde.