Borussia Mönchengladbach im Faktencheck

Faktencheck zu Borussias 2:2 in Wolfsburg: Herrmann will sich Bestwerte einrahmen

Borussia Mönchengladbach hat einen Punkt aus Wolfsburg entführt. Dabei hat Patrick Herrmann für ihn ganz neue Bestwerte hingelegt. Der Faktencheck zum 2:2.

Herrmanns Bestwerte „Für einen Stürmer ist es immer gut, wenn er trifft oder ein Tor vorbereitet“, sagte Patrick Herrmann nach dem 2:2 der Borussen in Wolfsburg. Von daher war der Flügelstürmer, der wie gegen Frankfurt in der Startelf stand, zufrieden, schließlich legte er Thorgan Hazard das 2:1 auf und sammelte damit den zweiten Assist dieser Saison ein. Was die Vorlagen anging, war er in Wolfsburg gleichauf mit Borussias bestem Vorbereiter Florian Neuhaus, der Alassane Plea vor dem 1:0 bediente und dabei insgesamt zum vierten Mal ein Tor vorbereitete. Herrmann war in Wolfsburg in Disziplinen vorn, die ihn selbst teilweise überraschten. „Das habe ich normalerweise nicht so oft, das rahme ich mir ein“, sagte er angesichts der Tatsache, dass er der beste Zweikämpfer alles Borussen war mit 71 Prozent gewonnen Zweikämpfen. Und: Herrmann löste Jonas Hofmann ab, der in den Spielen zuvor stets laufstärkster Spieler war. Herrmann kam in Wolfsburg auf 12,38 Kilometer, kein anderer Akteur lief mehr. Hofmann pausierte und verlor damit seinen Spitzenplatz in der Liga.

Plea und Hazard haben einen Tor-Lauf Alassane Plea blieb sich treu - und auch nicht. Auch im dritten Auswärtsspiel der Saison traf der Franzose, zum ersten Mal jedoch nicht, wie in Berlin und Augsburg, per Kopf, sondern mit dem Fuß. Sein Drehschuss in den Wolfsburger Winkel dürfte seinem spektakulären Schuss zum 1:0 gegen Frankfurt Konkurrenz machen, wenn es um die Wahl zum Tor des Monats geht. Beide Tore hätten es verdient, dabei zu sein. Plea hat in seinen sechs Bundesligaspielen 21 Torschüsse produziert, Herthas Vedad Ibisevic ist gleichauf, nur Leipzigs Timo Werner ist ligaweit besser mit 29 Torschüssen. Pleas aktuelle Torbilanz – sieben Pflichtspiele, sieben Treffer - lässt viel Phantasie zu, was seine eventuelle Saisonausbeute angeht. Thorgan Hazard steht Plea kaum nach, auch er hat einen Torlauf. Wie der Kollege traf er im dritten Spiel in Folge. Hazard hat damit sechs Tore in sieben Pflichtspielen erzielt, dazu kommen zwei Assists. Sein Bruder Eden, der Superstar des FC Chelsea, ist ähnlich unterwegs, er traf siebenmal in acht Pflichtspielen dieser Saison.

Torreiche Borussen-Spiele Borussias Spiele sind in dieser Saison sehenswert, zumindest wenn man gern Tore sieht. Im Schnitt gab es 3,5 Treffer in den Spielen mit Gladbacher Beteiligung. Nur die Spiele von Borussia Dortmund sind torreicher (vier Treffer im Schnitt). Die zwölf erzielten Gladbacher Tore sind der zweitbeste Wort der Liga hinter dem BVB (zusammen mit den Bayern und Hertha BSC). In fünf seiner sechs Ligaspiele hat das Team von Trainer Dieter Hecking mindestens zwei Tore erzielt. An der Gegentor-Bilanz ist indes noch zu arbeiten. Zehn Gegentreffer gab es in sechs Spielen. Im Schnitt jedoch liegen die Gladbacher im Plus mit 2:1,67. Allerdings reichten in den letzten beiden Auswärtspartien jeweils zwei eigene Treffer nicht, um wenigstens einmal zu gewonnen. Kurios war in Wolfsburg, dass nach beiden Führungstoren Protagonisten der Treffer an den schnellen Gegentoren beteiligt waren: Plea spielte nach seinem 1:0 den Fehlpass auf Wolfsburgs Torschützen Renato Steffen. Das 2:1 hatte Matthias Ginter mit viel Einsatz und einem guten Ursprungspass auf den Weg gebracht , vor dem 2:2 spielte er aber zunächst einen Fehlpass im Aufbau, dann verlor er den Zweikampf gegen den Torschützen Wout Weghorst.

Sieglos-Serie hält an Mit dem 2:2 setzte Borussia ihre Sieglos-Serie beim VfL Wolfsburg fort. Das Ergebnis ist eines gegen den allgemeinen Trend dieser Begegnung. Von 37 Bundesligaspielen endeten nur sechs mit einem Remis. Es war insgesamt das dritte Unentschieden der Gladbacher in Wolfsburg. In der Saison 2011/12 gab es ein 0:0, in der Saison 2016/17 ein 1:1. Auch da führte die Borussen durch den Treffer von Jannik Vestergaard, mussten aber noch den Ausgleich hinnehmen. Den letzten Gladbacher Sieg in der Autostadt gab es 2003, frühestens 2019 kann es den nächsten geben. Überhaupt gewann Gladbach erst zweimal in Wolfsburg. Neben dem 3:1 vor 15 Jahren gab es das 2:0, das 1998 die Rettung am letzten Spieltag bedeutete.

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