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Borussia Mönchengladbach: Im April läuft es gegen Borussia Dortmund

Borussia Mönchengladbach : Im April läuft es gegen den BVB

Im April macht Borussia mit dem BVB, was sie will: Trafen sich Gladbach und Dortmund im vierten Monat des Jahres zum Duell der Namenscousinen, blieb der Klub vom Niederrhein häufig Sieger. Das Gelb der Westfalen scheint besonders im Frühling anstachelnd zu wirken.

Der April hat ja nicht das beste Image. Mal Sonne, mal Regen — das ist das typische Aprilwetter. Es ist rund um Ostern eben noch nicht so schön wie im "Wonnemonat" Mai. Und doch muss zur Ehrenrettung des Aprils hier erwähnt werden, dass es im vierten Monat des Jahres durchaus schon aufwärts geht mit dem Wetter. Nicht umsonst gibt es die These, dass der Name April auf das lateinische Wort "aperire" (zu Deutsch: öffnen) zurückgeht, da die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und sich die Knospen öffnen. Es wird allseits wieder bunter, es blühen lilafarbene Veilchen, rote Tulpen und gelbe Narzissen.

Apropos gelb. Im Fußball kommt gelb als Trikotfarbe viel seltener vor als blau, rot oder grün. Als Erstes dürfte sie hierzulande mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht werden. Dementsprechend ist eine Tribüne mit lauter gelben Shirts ein zwar relativ seltenes Bild, aber eines, das durchaus Eindruck hinterlassen kann. Und beeindruckend war der Anblick der Süd- Ost-Kurve im Borussia-Park am 23. April 2011 sehr wohl: Über 10.000 Dortmund-Fans waren nach Gladbach gekommen, um im besten Fall die Deutsche Meisterschaft ihres Klubs zu feiern.

Den Titel holten die Dortmunder letztlich eine Woche später. An jenem sommerlichen Samstagabend jubelten die Borussen in Schwarz-Weiß-Grün. 1:0 gewann Gladbach durch Mo Idrissous Treffer, womit Lucien Favres Mannschaft einen wichtigen Schritt Richtung Relegationsrettung tat. Und ganz nebenbei hatte die niederrheinische Borussia ihrer Namenscousine mal wieder ein Schnippchen geschlagen — wie so häufig im April. Denn die Bilanz der Gladbacher gegen die Dortmunder ist in diesem Zeitraum derart positiv, dass man ein bekanntes Sprichwort glatt ein wenig abändern kann in: "Im April, im April macht Borussia mit dem BVB, was sie will."

Mag das Wetter bei Spielen gegen Dortmund über all die Jahre noch so wechselhaft gewesen sein, gerade in Heimspielen machte Gladbach in den Borussen-Derbys zumeist eine gute Figur. Sicher, es gab auch mal ein glattes 0:3 im Jahr 1993, ansonsten verbuchte Borussia in elf Bundesligapartien daheim noch sieben Siege und drei Unentschieden. Und auswärts gab es immerhin 1998 den 2:1-Erfolg über den amtierenden Champions-League-Sieger, der ebenfalls Teil einer Rettung vor dem Abstieg war. Es scheint, als ob die gelben Trikots die Gladbacher Borussen regelrecht anstachelten und manchen zu wahren Höchstleistungen trieben.

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Der nicht gerade als Torjäger in Erinnerung gebliebene Nando Rafael beispielsweise erlaubte sich keineswegs einen Aprilscherz, als er am 1. April 2006 mit einem Doppelpack den Gladbacher 2:1-Sieg sicherstellte. Und Patrick Herrmanns Sprint über den gesamten Platz, den er mit einem uneigennützigen Abspiel auf 2:0-Torschütze Raffael abschloss, erinnerte fast mehr an einen Touchdown-Lauf im American Football, so lief er beim 3:1-Erfolg vor zwei Jahren sämtlichen Dortmunder Verteidigern davon. In jenem Spiel erzielte zudem Oscar Wendt den Führungstreffer bereits nach einer halben Minute.

Nur gut 20 Sekunden benötigte Jupp Heynckes für seinen ersten von insgesamt fünf Treffern beim 12:0 gegen den BVB, das in die Bundesliga- Geschichte einging. Den vierten Meistertitel in Folge sicherte jener Kantersieg zum Saisonfinale am 29. April 1978 den Gladbachern zwar nicht, da im Fernduell mit dem 1. FC Köln letztlich drei Tore fehlten, doch bis heute hat keine Mannschaft im Fußball-Oberhaus einen höheren Sieg gefeiert. Deutlich ging es auch sechs Jahre zuvor zu, als ein überragender Günter Netzer mit drei Treffern die Gladbacher zu einem 7:1 über den BVB führte — ein Sieg, den Borussia zudem bei ungemütlichem Regenwetter herausschoss. Es war eben nicht immer so frühsommerlich wie beim 1:0 im Jahr 2011 oder beim legendären 12:0 im Düsseldorfer Rheinstadion. Das Wetter präsentierte sich an Spieltagen mit dem Borussen-Derby also durchaus wechselhaft, die Spielausgänge waren jedoch zumeist für Gladbach äußerst heiter.

(togr)