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Borussia Mönchengladbach: Ibrahima Traoré weiß, wie der DFB-Pokal geht

Borussia Mönchengladbach : Traoré weiß, wie der DFB-Pokal geht

Borussias Flügelspieler stand mit Augsburg im Halbfinale und mit Stuttgart im Endspiel - und er kennt das Losglück.

Für André Hahn war es ein emotionaler Moment. Er saß mit den anderen Borussen im Mannschaftsbus auf dem Rückweg vom Pokalspiel in Frankfurt. Als bekanntwurde, dass der nächste Gegner die Offenbacher Kickers sein würden, "habe ich den ganzen Bus zusammen geschrien", erinnert sich Hahn die späten Abendstunden des 29. Oktober 2014. Hahns Karriere kam einst bei den Kickers richtig in Fahrt, von dort wechselte er zum Bundesligisten FC Augsburg, wo er Nationalspieler wurde, und schließlich zu Borussia. Nun kehrt er nach Offenbach zurück mit den Gladbachern.

Für Hahn ist Offenbach allerdings immer ein Stück Heimat geblieben, schließlich hat er dort seine Freundin Ragna kennengelernt. Die lebt nun mit ihm am Niederrhein, doch ist das Paar öfter mal in Offenbach. Und wenn er schon mal da ist, schaut sich Hahn gern auch die Kickers an. Seinen Gladbacher Kameraden hat Hahn schon vom Gegner berichtet, bei dem Fabian Bäcker, ein Spross des Mönchengladbacher Fohlen-Internats, heimisch geworden ist.

"Die Kickers-Spieler werden kämpfen ohne Ende, es ist kein leichtes Los", warnt Hahn. Hinzu kommt die besondere Atmosphäre im Offenbacher Stadion, das früher Bieberer Berg hieß. Darum hat Hahn, der liebend gern heute wieder spielen würde, nachdem er beim 2:0 gegen Paderborn nur Ersatzmann war, seinen Kollegen geraten, die Kickers nicht zu unterschätzen.

Davon sind die jedoch weit entfernt, obgleich sie sich bewusst sind, dass alles andere als ein Sieg eine Blamage wäre. "Es ist Pokal und man weiß, dass schon viele Favoriten ausgeschieden sind. Das soll uns nicht passieren, darum werden wir sehr konzentriert ins Spiel gehen", sagt Ibrahima Traoré, der gegen Paderborn einen der beiden Flügelplätze bekam und stark spielte. Traoré hat in seiner bisherigen Karriere noch keinen Lapsus gegen einen vermeintlich Kleinen erlebt - und auch sonst zeigt seine Bilanz: Der Mann kann den Pokal.

"Mit Augsburg war ich im Halbfinale, mit Stuttgart im Finale", berichtet Traoré. Mit den bayerischen Schwaben gab es 2010 in der Vorschlussrunde ein 0:2 bei Werder Bremen, mit dem VfB ging 2013 das Endspiel gegen die Bayern 2:3 verloren. "Als Pokalexperte würde ich mich nicht bezeichnen, aber ich hatte schon viel Glück im Pokal", sagt Traoré. Da Glück in den K.o.-Spielen durchaus ein wichtiger Faktor sein kann, kann es nicht schaden, einen zu haben, dem es offenbar hold ist. Spinnt man Traorés Bilanz logisch weiter, könnte er mit Borussia sogar ganz Großes schaffen: Erst verlor er das Halbfinale mit Augsburg, im zweiten Versuch gewann er mit Stuttgart in der Vorschlussrunde, verlor aber das Endspiel. "Das bedeutet eigentlich, dass es noch besser werden kann", sagt Traoré grinsend. Doch ist diese Schlussfolgerung allein theoretisch, in der Realität kann man nur auf Trainer Lucien Favre verweisen: "Der Gegner existiert."

Und die Gegner, die noch im Topf sein werden, wenn die nächste Runde erreicht und ausgelost wird, "die sind stark", weiß Traoré. "Wenn wir uns qualifizieren, müssen wir erst mal sehen, was die Auslosung bringt". Erfolg im Pokal hat immer auch mit Losglück zu tun. Das hatte Borussia beispielsweise 1995 bei ihrem letzten Triumph in diesem Wettbewerb. Da gab es nach dem Zweitrundensieg in Offenbach (1:0) drei Heimspiele am Stück: erst Mainz, dann Schalke, dann Kaiserslautern. Was das Losglück angeht, hat Traoré zuletzt schon erfolgreich geübt: Beim Afrika-Cup war Guinea, sein Team, nach den Vorrundenspielen punkt- und torgleich mit Mali, das Los entschied dann, dass Guinea im Viertelfinale spielen durfte.

"Ja, stimmt, es kommt bei mir viel zusammen, was im Pokal wichtig ist", sagt Traoré. Allein damit gewinnt man jedoch keine Spiele. "Entscheidend ist, was wir in Offenbach auf den Platz bringen. Wenn wir das Spiel seriös angehen, werden wir uns für die nächste Runde qualifizieren", sagt Traoré.

(RP)