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Borussia Mönchengladbach: Ibrahima Traoré nutzt seine Chance gegen VfL Wolfsburg

Bei Borussias 3:0 gegen Wolfsburg : Traoré nutzt die Chance, auf die er lange warten musste

Ibrahima Traoré kam gegen Wolfsburg zum ersten Startelf-Einsatz dieser Saison. Der Außenstürmer legte Lars Stindl das 3:0 Tor auf und hofft nun, sich in den letzten Spielen weiter zeigen zu dürfen.

72 Minuten dauerte der Arbeitseinsatz von Ibrahima Traoré am Dienstagabend. 9,18 Kilometer hatte er bis dahin absolviert, 81 Prozent seiner Pässe an den Mann gebracht und jeden dritten Zweikampf gewonnen. Vor allem aber hatte er Lars Stindl den Ball vorgelegt, den der Kapitän zum 3:0-Endstand gegen den VfL Wolfsburg im Netz unterbrachte. Stindl schaute gleich rüber zum Passgeber, denn er wusste, was diesem seine Tat bedeutete. Der erste Scorerpunkt der Saison, in deren Endphase es auf jeden Treffer ankommen kann. Traoré war sichtlich erfreut.

Als er dann sieben Minuten später ausgewechselt wurde, bekam er Applaus von den Teamkollegen auf der Ersatzbank und sonst jedem Borussen, der die Erlaubnis hatte, dem elften Heimsieg der Saison im Borussia-Park beizuwohnen. Darunter waren die verletzten Franzosen Marcus Thuram und Alassane Plea. Für beide hat Traoré eine besondere Bedeutung, hat er doch maßgeblich zur Integration der Herren ins Gladbacher Team beigetragen. Dafür gab es am Dienstag ein Sonderlob von Rose. Zudem hatte sich Traoré intensiv um den so lange verletzten Mamadou Doucouré gekümmert.

Aber Rose lobte auch, und das wird dem Fußballer Traoré gut getan haben, dessen Performance auf dem Rasen. „Wir haben immer gesagt, dass wir alle aus dem Kader brauchen werden. Heute war Ibo dran und er hat eine gute Leistung gebracht“, sagte Rose. Der Trainer berichtete auch, dass im Sommer 2019, nach Roses Ankunft und Traorés Rückkehr nach dem Afrika-Cup über eine Trennung gesprochen wurde, weil es absehbar wenig Perspektiven gab im Rose-System für den 32-Jährigen. „Es war eine schwierige Zeit für ihn, doch er ist geblieben und hat sich sehr professionell verhalten“, nicht nur als Integrationsbeauftragter, sondern auch als ernsthafter Trainingsteilnehmer. „Er hat sich seinen Einsatz mit guten Trainingsleistungen verdient“, sagte Rose.

Rose bot den Kapitän von Guineas Nationalteam als Rechtsaußen auf im 4-2-3-1-System und da brachte Traoré ein, was er am besten kann: Er sorgte mit seinen Dribblings für Unruhe beim Gegner. Dass er nicht immer durchkam, gehört zum Berufsrisiko. Vor dem Anpfiff hatten Stefan Lainer, der Rechtsverteidiger, und Traoré, der zum ersten Mal vom Anpfiff weg sein Vordermann war, nochmal alle Abläufe durchgesprochen, und das Gespann funktionierte dann auch recht gut und trug dazu bei, dass Wolfsburg kaum nennenswert gefährlich wurde. Dann, in der 65. Minute, eroberte Lainer den Ball und schickte Traoré entscheidend auf die Reise, kurz darauf sagte Stindl „Merci!“ für die Vorlage zu seinem 50. Pflichtspieltor als Borusse. Es war das dritte Tor, das Traoré Stindl auflegte, umgekehrt sind es ebenfalls drei.

 102 Minuten hat Traoré nun in dieser Saison gespielt, das ist noch immer keine Zahl, die wirklich zufrieden macht. Doch dürfte Traoré in den letzten beiden Spielen weitere Einsatzzeiten bekommen, um seine persönliche Bilanz dieser Spielzeit etwas angenehmer gestalten. Denn Thuram wird gar nicht mehr spielen, und auch bei Plea und Raffael sieht es eher schlecht aus für die Spiele beim SC Paderborn und gegen Hertha BSC. Gegen Wolfsburg hat Traoré gezeigt, dass sein Trainer ihm vertrauen kann. Wie es dann in der neuen Saison, nach der Traorés Vertrag endet, weitergeht, wird sich erweisen. So oder so hat er aber wohl Gelegenheit, aktiv Werbung in eigene Sache zu machen.