Borussia Mönchengladbach: Ibrahima Traoré ist für Dieter Hecking eine gute Option

Borussia kann wieder auf Mittelfeldspieler bauen : Warum Traorés Rückkehr zum richtigen Zeitpunkt kommt

Gegen Leipzig feierte Ibrahima Traoré sein Comeback nach seiner Leisten-Operation. Er ist wieder eine Option für Dieter Hecking, vielleicht sogar für die Startelf. Traorés Bilanz ist beeindruckend, wenn er von Beginn an auflief.

Es hätte die Saison von Ibrahima Traoré werden können. Der Borusse gehört zu der selten gewordenen Spezies der echten Außenstürmer. Seine Spielkunst besteht darin, hakenschlagend die Abwehr des Gegners zu öffnen, sie zu verwirren, sie zu entwirren. Das 4-3-3-System, das Borussia mit Beginn dieser Saison einführte, ist ein Ansatz, der Männern wie Traroé eine herrliche Bühne bietet.

Trotzdem ist es nicht Traorés Saison geworden. Als sie begann, war er verletzt, dann  war der Job auf rechts vergeben an Thorgan Hazard, weil sich Trainer Dieter Hecking entschied, aus  Mittelstürmner Alassane Plea einen Linksaußen zu machen. Er kam daher nur dreimal in der Startelf zum Einsatz, immer daheim mithin, als Lückenreißer gegen tief stehende Teams: Stuttgart, Nürnberg und Augsburg. Dann musste er aber an der Leiste operiert werden, weil sie ständig Probleme machte. Zwei Monate fehlte er. Nun gegen RB Leipzig feierte er sein Comeback. Vier Minuten dauerte es, acht Ballaktionen hatte Traoré, eine davon war die Flanke in den Strafraum, die der Großchance vorausging, die Jonas Hofmann ungenutzt ließ.

Wer sich seine Statistik anschaut, kann die These formulieren: Traoré kommt zur rechten Zeit zurück. Denn sein erster Startelf-Einsatz war der gegen den VfB, seinen Ex-Verein, in der Hinrunde. Traoré war Heckings Überraschungseffekt. Borussia gewann 3:0. Die anderen Spiele mit Traoré in der Startelf wurden jeweils 2:0 gewonnen, erst gegen Nürnberg,  gegen das er seinen einzigen Saison-Assist eingesammelt hat, dann gegen Augsburg.

Aus seiner Statistik – mit Traoré in der Anfangsformation holte Borussia neun Punkte und 7:0 Tore – abzuleiten, dass er am Samstag (Anstoß 15.30 Uhr) beim Rückspiel in Stuttgart zwangsläufig in der Startelf steht, wäre voreilig. Traoré hat lange gefehlt. Doch dass er eine Denkoption für Hecking ist, darf man annehmen. Mindestens als Joker dürfte der Trainer den Dribbler auf der Rechnung haben.

Hecking hat oft betont, dass Traoré mit seinen Qualitäten einer sei, der jederzeit den Unterschied ausmachen könne. Doch musste Hecking während seiner Zeit in Gladbach vor allem auf diese Qualitäten verzichten, weil Traoré oft verletzt war. Nur 31 Einsätze hatte er in den zweieinhalb Hecking-Jahren bisher, immer wieder musste er neu anfangen nach einer Verletzung. Wie jetzt gegen Leipzig.

Da Kapitän Lars Stindl wegen seines Schienbeinbruchs nicht mehr zur Verfügung steht, ist Hecking froh, eine Alternative mehr für die Offensive zu haben. Zumal Traoré das Merkmal erfüllt, das Hecking als einen Unterschied seines Team zu denen, die vielleicht schon weiter sind, definiert hat: Geschwindigkeit. „Es wird die Aufgabe Borussias sein, am Tempo dieses Kaders zu arbeiten“, sagte Hecking. Traoré, dessen Vertrag bis 2021 datiert ist, gehört wie Thorgan Hazard, Patrick Herrmann oder Denis Zakaria zu den flottesten Borussen.

374 Minuten hat Traoré in dieser Saison bisher gespielt. 360 mögliche sind übrig. In denen will Traoré möglichst aktiv dazu beitragen, dass Borussia am Ende das Ziel Europa erreicht.

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