Borussia Mönchengladbach: Ibrahima Traoré hat beim Afrika-Cup einen eigenen Fitness-Trainer

Borussias früherer Rehatrainer : Bluhm macht Traoré fit für den Afrika-Cup

Borussias früherer Reha-Trainer kümmert sich im Vorfeld des Turniers in Ägypten um den Flügelstürmer, der für Guiena spielt.

Ibrahima Traoré will bereit sein, wenn am 21. Juni der Afrika-Cup in Ägypten beginnt. Borussias Flügelstürmer ist Kapitän der Nationalmannschaft von Guinea und will sie mindestens bis ins Achtelfinale führen. Am 22. Juni ist das erste Spiel der Guiner, Gegner ist dann in Alexandria Madagaskar. Den Auftrag, Traorés Körper bis dahin auf Top-Niveau zu bringen, hat Andreas Bluhm. Borussias früherer Reha-Trainer ist seit einem Jahr freier Physiotrainer.

Fünf Jahren kennen sich Traoré, der seit 2014 Borusse ist, und Bluhm, früher selbst Profi in Gladbach und von 2008 bis 2018 Physio- und Rehatrainer bei Borussia. „In der Zeit hat sich Vertrauen aufgebaut. Ibo will nach seiner langen Leidenszeit jemanden an seiner Seite haben, den er gut kennt“, sagt Bluhm. Der 45-Jährige gehört daher nun offiziell zum Staff des guineischen Nationalteams.

Als Spieler war Bluhm am Ende seiner Karriere für ein Jahr in Neuseeland bei den Auckland Kingz beschäftigt, nun lässt er sich auf sein erstes „großes Abenteuer“ als Physiotrainer ein: Er ist gebucht bis zum letzten offiziellen Tag beim Afrika-Cup für Guinea, theoretisch also bis zum Finale am 19. Juli. „Ich bereite Ibo auf die Trainingsheinheiten vor, kümmere mich nach dem Training um ihn“, sagt Bluhm. Auch für andere Spieler, unter anderem den Frankfurter Simon Falette, ist er bei Bedarf da, „aber Ibo hat immer Priorität“.

Das passt zu Traorés Rolle in Guineas Team. Er ist der Kapitän der Mannschaft. Und zugleich der Kopf und das Herz. „Wie in Gladbach ist Ibo sehr integrativ. Er ist auch immer der, der am Kopf des Tisches sitzt“, hat Bluhm festgestellt. Andere Stars, auch Naby Keita vom Champions-League-Sieger FC Liverpool, sind im Vergleich zum Gladbacher eher ruhige Vertreter. Guineas Präsident Alpha Condé hält ständigen Kontakt zum Borussen. Vor der Abreise ins Trainingslager in Marrakesch (Marokko), wo sich die Guineer bis zum 13. Juni auf das Turnier vorbereiten, bekam Traoré bei der Abschieds-Zeremonie die Fahne seines Landes überreicht.

Traoré war zuletzt 2015 beim Afrika-Cup dabei. Damals kamen sein Team und er bis in Viertelfinale. Angesichts der Vorrunden-Gegner Madagaskar und Burundi (30. Juni) sollten jetzt genug Punkte zusammenkommen, um wenigstens Zweiter hinter dem Favoriten Nigeria (26. Juni) zu werden. Nur insgesamt drei Länderspiele machte Traoré 2017 und 2018, dennoch er ist dennoch „ein sehr wichtiger Spieler“, sagt Bluhm. Was zugleich auch ihn wichtig macht, soll er doch Guineas „Boss“ hinkriegen für Höchstleistungen.

Traoré hatte schon im Sommer 2018 zusammen mit Thorgan Hazard einen persönlichen Fitnesscoach gebucht zum fit zu werden für die Saison, danach hatte er für die Woche vor dem Trainingsstart zudem nochmal mit Bluhm trainiert. Der hat, seit er Borussia vor einem Jahr verlassen hat, unter anderem auch mit den Ex-Borussen Matthias Zimmermann (Fortuna Düsseldorf) und Elias Kachunga (Huddersfield Town) gearbeitet.

Während seiner Zeit in Gladbach war Traoré immer wieder in Bluhms Obhut. Seit Oktober 2016 hatte er ständig Probleme, fiel insgesamt fast 430 Tage aus. Auch in der vergangenen Saison verpasste er verletzungsbedingt ein Drittel der Spiele. Mitte Februar unterzog sich Traoré einer Leistenoperation, danach war er im Saisonfinale der Borussen dabei. Zum wichtigen 4:0 in Nürnberg, der Borussias Europa-Reise in der nächsten Saison sicherste, steuerte er zwei Torvorlagen bei.

Einen derart produktiven Traoré wünscht sich der belgische Trainer Guineas, Paul Put, auch beim Afrika-Cup. Danach wird der 31-Jährige bei Borussia unter dem neuen Trainer Marco Rose ein Teil des neuen Weges der Gladbacher sein. Ein fitter Traoré, das hatte schon Roses Vorgänger Dieter Heckings stets betont, tut mit seinem unberechenbaren Spiel jedem Team gut.

Dass es in Roses bevorzugtem 4-3-1-2-System keine echten Flügelstürmer gibt, muss nicht gegen Traoré sprechen, auch in einer Mittelfeld-Raute könnte er seinen Platz finden. Zudem ist Roses Ausweich-Formation das 4-3-3, die taktische Heimat von Spielern wie Traoré. Bluhm kümmert sich nun aber erst einmal darum, dass Traoré mit Strapazen des Afrika-Cups möglichst gut klarkommt. Dass es für ihn persönlich eine außergewöhnliche Erfahrung ist, ist der Mehrwert des Jobs.

Andreas Bluhm wird in den kommenden Wochen in loser Reihenfolge über seine Zeit in Afrika und mit Traoré schreiben.

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