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Borussia Mönchengladbach: Hofmann und Neuhaus vor historischem Doppel-Debüt im DFB-Team

Historisches Doppel-Debüt möglich : Köln kann für Hofmann und Neuhaus zum Glücksort werden

Nach dem Derbysieg werden Jonas Hofmann und Florian Neuhaus in der Domstadt wohl auch ihr DFB-Debüt feiern. Gerade im Mittelfeld fehlen Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch zahlreiche Profis.

Jonas Hofmann und Florian Neuhaus werden wenig Schlechtes über die Stadt Köln sagen können. Am Samstag landeten sie dort mit Borussia den ersten Sieg in dieser Bundesligasaison, beim 3:1 im Derby gegen den FC überzeugten beide. Nach Hause sind sie danach fast nur zum Kofferpacken zurückgekehrt. Am Montag ging es wieder nach Köln, zur deutschen Nationalmannschaft. Hofmann und Neuhaus residieren dort im Teamhotel mit Blick auf den Dom – und werden träumen vom Debüt fürs DFB-Team.

Neuhaus war bereits nah dran, aber im September kam er gegen Spanien und die Schweiz nicht zum Einsatz. Immerhin hat er vergangene Woche schon mal den zweiten Anruf von Joachim Löw bekommen, mittlerweile dürfte er die Nummer des Bundestrainers abgespeichert haben. Und die Chancen stehen sehr gut, dass es am Mittwoch gegen die Türkei so weit ist mit dem Debüt. Gleiches gilt für Hofmann.

Löw gewährt diversen Bayern- und Leipzig-Profi sowie dem zuletzt angeschlagenen Toni Kroos (Real Madrid) im Testspiel eine Pause. Im zentralen Mittelfeld fehlen neben Kroos die Bayern-Stars Joshua Kimmich und Leon Goretzka, dazu Ilkay Gündogan (Manchester City, Covid-19-Infektion) und Suat Serdar (FC Schalke 04, Oberschenkelverletzung).

Das klingt fast nach einer Startelf-Garantie für Neuhaus. Egal, ob Hofmann in der Zentrale oder wie zuletzt in Gladbach eher auf dem Flügel eingeplant ist, auch er dürfte mit mindestens einem Länderspiel auf dem Konto zurückkehren. Denn weiter vorne muss Löw auf den verletzten Leroy Sané verzichten und Serge Gnabry wird erst am Samstag in der Nations League zur Verfügung stehen.

„Klar will ich meine Jungs spielen sehen. Ich gönne ihnen das und würde mich freuen, das wäre ein besonderer Moment“, sagte Gladbach-Trainer Marco Rose. Zwei Borussia-Debütanten in einem Spiel wären eine Premiere, das als nicht so wichtig empfundene Testspiel gegen die Türkei könnte aus Sicht des VfL eine historische Note erhalten.

Gladbacher Borussen in der Nationalelf sind ohnehin nicht alltäglich. Der letzte Debütant hieß 2017 Lars Stindl, mit 28 Jahren war er – genau wie Hofmann jetzt – ein Spätberufener. Seit Stephan Paßlack 1996 kamen nur sieben Fohlen zu ihrem Debüt, vier davon – Patrick Herrmann, Marc-André ter Stegen, Marko Marin und Marcell Jansen – waren Eigengewächse. Hinzu kommen neben Stindl noch Christoph Kramer und Marco Reus.

Aller Voraussicht nach wird Neuhaus’ und Hofmanns großer Abend am Mittwoch aber einen emotionalen Haken haben, genau wie der Derbysieg: Die Inzidenzzahl in Köln ist weiter gestiegen, auf 38,8 Covid-19-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Statt der erhofften 9200 Fans wird der DFB maximal 300 ins Stadion lassen dürfen.

Ein weiterer möglicher Wermutstropfen bleibt beiden aber erspart. Die Nationalspieler müssen nach ihrer Rückkehr aus der Ukraine am kommenden Sonntag nicht in Quarantäne, das hat das Bundesland Nordrhein-Westfalen für unaufschiebbare Reisen, die weniger als fünf Tage dauern, entschieden. Von der Ukraine geht es zurück nach Köln, wo am 13. Oktober gegen die Schweiz noch einmal gespielt wird. Vielleicht sammeln zwei Gladbacher Borussen dann sogar noch ihren zweiten oder dritten Einsatz im Trikot der A-Nationalmannschaft.