Borussia Mönchengladbach: Hertha BSC bleibt Lieblingsgegner

Seltener Joker-Doppelpack: Hertha bleibt Borussias Lieblingsgegner

Unter der Woche haben wir die schwächsten Rückrunden der Gladbacher Vereinsgeschichte aufgelistet. Durch den Sieg gegen Hertha BSC wird die aktuelle zumindest nicht mehr als die allerschlechteste in die Annalen eingehen.

Restprogramm als Mutmacher — aber erstmal Bayern

Die Gefahr, womöglich die schlechteste Rückrunde der Vereinsgeschichte hinzulegen, hat Borussia mit dem glücklichen 2:1 gegen Hertha gebannt. Wenigste Tore, wenigste Siege — auch das schafft sie nicht mehr, die beiden Abstiegsjahre behalten ihre Negativrekorde. In der Rückrundentabelle ist Gladbach jetzt 13. mit zwölf Punkten. Die einzigen Erfolge im Jahr 2018 gab es gegen den Elften (Hertha), den Zwölften (Hannover) und den 14. (Augsburg). Der 15. (Freiburg) und der 16. (Wolfsburg) kommen noch in den Borussia-Park, am letzten Spieltag geht es zum 18. (Hamburg). Nur gegen den 17. (Mainz) gelang kein Sieg. Das Restprogramm wirkt wie ein Mutmacher — allerdings ist Borussia nächste Woche erst einmal beim Rückrunden-Primus in München zu Gast.

Hauptstadt-Liebe

Patrick Herrmann verletzte sich schwer, Christoph Kramer sah Gelb-Rot und Salomon Kalou traf dreimal für Hertha — es war ein ganz schön trister Novemberabend im Berliner Olympiastadion am 4. November 2016. Aber dieses 0:3 aus Gladbacher Sicht ist auch der große Ausreißer in der Bilanz gegen Hertha der vergangenen Jahre. Acht von neun Spielen wurden gewonnen, mit einem Torverhältnis von 24:10. Der Sieg am Samstag lieferte allerdings keinerlei Erklärungen, warum Gladbach für die Berliner zum Angstgegner geworden ist — er war einfach nur glücklich.

Lars Stindl hat frei

Am kommenden Wochenende geht es zum nächsten Lieblingsgegner, wenngleich gegen die Bayern deutlich weniger Erfolge für diesen Status nötig sind. An den Siegen 2016 und 2017 (im eigenen Stadion) hatte Lars Stindl mit einem Tor und einem Assist einen erheblichen Anteil. Aufgrund seiner Gelbsperre wird er nun nicht die Chance haben, im achten Anlauf seiner Karriere endlich einmal in München zu gewinnen. Die fünfte Gelbe der Saison holte sich Borussias Kapitän in der Nachspielzeit ab und hatte etwas Glück, dass er nicht noch weitere Spiele verpasst — wegen einer Rotsperre. Die Grätsche gegen Valentino Lazaro mit offener Sohle war zumindest grenzwertig. Bei dem Einsteigen muss sich Stindl darüber im Klaren gewesen sein, dass er damit nächsten Samstag frei haben wird.

Zuletzt traf André Hahn als Joker doppelt

Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird Matthias Ginter dann der einzige Borusse sein, der immer in der Startelf gestanden hat. Gegen Hertha büßte Thorgan Hazard diesen Status ein. Der Belgier kam zur zweiten Halbzeit von der Bank, drehte mit seinen beiden Treffern das Spiel und verdoppelte gleichzeitig die Torausbeute der Gladbacher Joker in dieser Saison. Zuvor hatten Raffael (in Köln) und Josip Drmic (gegen Hoffenheim) nach Einwechslungen getroffen. Hazard gelang der erste Doppelpack eines Jokers seit André Hahn im Oktober 2015 beim 5:1 in Frankfurt.

Erster Sieg nach Rückstand seit Oktober

Alles, was am Sieg gegen Hertha positiv war, ist mit einem Sternchen versehen, weil das 2:1 eben so glücklich und unverdient zustande kam. "Wir werden diese Mannschaft immer schützen, weil sie eins immer hat: Charakter und Moral", sagte Trainer Dieter Hecking. Auch in der Hinsicht ist eben die Einschränkung nötig: "Charakter und Moral" ließen sich nur am Ergebnis ablesen, weil Hertha nicht frühzeitig den Deckel drauf machte. Vor dem 3:3 gegen Hoffenheim waren Gladbachs fehlende Comeback-Qualitäten ein Thema, bis dahin hatte ein Rückstand neunmal in Folge eine Niederlage bedeutet. Seitdem glich Borussia gegen Hoffenheim gleich dreimal aus und machte gegen Hertha aus einem 0:1 noch einen Sieg — was wiederum zum ersten Mal seit dem 3:1 im Hinspiel gegen Hoffenheim gelang.

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(jaso)