Borussia Mönchengladbach: Herrmanns Fernschuss kann Tor des Monats werden

Nominierung zum Tor des Monats: Herrmann wäre Borussias Nummer 39

Patrick Herrmanns Tor zum 2:0-Endstand gegen Augsburg steht zur Wahl als Tor des Monats Januar. Das letzte Gladbacher Tor des Monats erzielte Juan Arango ebenfalls mit einem Distanzschuss.

Überraschend kommt das nicht: Patrick Herrmanns Tor zum 2:0-Endstand im Spiel gegen den FC Augsburg steht zur Wahl zum Tor des Monats Januar der ARD-Sportschau. Der Borusse schoss den Ball aus 20 Metern ansatzlos in den Winkel. „Das war eines meiner bisher schönsten Tore. Mein Opa hat immer gesagt: Wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball – dann schieß ihn einfach rein. Getreu dem Motto habe ich dann einfach draufgehalten“, sagte Herrmann über sein Tor.

Neben Borussias Offensivspieler stehen Marcel Hartel von Union Berlin (Fallrückzieher zum 1:0 gegen den 1. FC Köln, 2. Bundesliga), Bentley Bahn vom Halleschen FC (Distanzschuss zum 1:0 gegen Fortuna Köln, 3. Liga), Maximilian Eggenstein von Werder Bremen (Solo zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt, Bundesliga) und Anastasios Donis vom VfB Stuttgart (Distanzschuss zum 1:1 beim FC Bayern München, Bundesliga) zur Wahl.

Herrmann dürfte gute Chancen haben, sind Borussias Fans doch immer sehr rege, wenn es darum geht, ihrem Verein Ehre zu Teil werden zu lassen. Gewinnt er die Wahl, wäre er der 39. Borusse, der das Tor des Monats erzielt hat. Günter Netzer war der erste. Und zwar auch mit einem Fernschuss am 14. April 1971 gegen Bayern München. Der bislang letzte Gladbacher, der das „Tor des Monats“ erzielte, war Juan Arango im Dezember 2012. Auch das war ein Distanzschuss – quasi im Sitzen gegen Mainz aus 44 Metern.

Der Kunstschuss des Venezolaners war das neunte Tor des Monats, das ein Borusse aus größerer Entfernung erzielte. Nach Netzers Auftakt 1971 waren Jupp Heynckes (Mai 1973), Rainer Bonhof (März 1977 und März 1978), Harald Nickel (November 1979), Christian Hochstätter (September, 1984), Thomas Kastenmaier (März 1995) und Kasper Bögelund (August 2005) aus der Ferne erfolgreich.

34 Borussen trafen im Zeichen der Raute, vier als Nationalspieler, damit stellt Gladbach die viertgrößte Fraktion von Torschützen des Monats. Besonders herrlich waren die Gladbacher Tore im Jahr 1973, als sechs Borussen-Treffer die Wahl gewannen: je zweimal Netzer, Heynckes und Bernd Rupp. 1984 schossen in Uwe Rahn, Hans-Günther Bruns, Hans-Jörg Criens und Hochstätter immerhin vier Gladbacher das Tor des Monats. Fünfmal kam das Tor des Jahres von Borussen, angefangen bei Le Fevre und Netzer, zuletzt war es ein Hacken-Kick von Oliver Neuville (2006), zuvor noch die Fernschüsse von Nickel und Bögelund.

Herrmann liegt mit seinem Tor im Gesamttrend bei dieser Wahl, denn keine andere Art des Treffens lag häufiger in der Gunst der Fußball-Fans vorn als der Distanzschuss. Auch das letzte Tor des Jahres gegen Gladbach passierte aus weiter Ferne: Der Kölner Marcel Risse erzielte es im November 2016 im Derby in der Nachspielzeit. Insgesamt kassierte Gladbach 20 Tore des Monats, das passierte keinem anderen Team so oft.

Herrmann kann während des Wartens auf das Ergebnis der Abstimmung bei einem Kollegen erkundigen, wie es sich anfühlt, ein Tor des Monats per Weitschuss erzielt zu haben: Florian Neuhaus gelang das im Mai 2016. Damals war er noch in der U19 von 1860 München aktiv und traf gegen Borussia Dortmund im Halbfinal-Hinspiel um die Deutsche U19-Meisterschaft aus 50 Metern. Genutzt hat es nicht, der BVB kam ins Endspiel, weil er nach dem 1:2 im Hinspiel das Rückspiel mit 2:0 gewann.

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