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Borussia Mönchengladbach: Heimspiel im Ausland gegen Manchester City

Spiel gegen Manchester in Budapest : Umzüge haben Tradition bei Borussia

Die Gladbacher waren bereits Gastgeber in Berlin, Nürnberg, Karlsruhe oder Köln. Nun folgt in Budapest das erste Heimspiel im Ausland. Die Bilanz solcher Heimspiele in der Fremde ist stark.

Der Karnevalsumzug am Veilchendienstag fiel dieses Jahr aus in Mönchengladbach, womit ein anderer Umzug im Februar der meistbeachtete am Niederrhein sein wird: Borussia hat ihr Zuhause kurzzeitig nach Budapest verlegt, um am Mittwochabend im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League Manchester City zu empfangen. Es wird das erste Heimspiel in der Fremde, das der Klub im Ausland bestreitet. Aufgrund der Verbreitung der Corona-Mutationen auf der Insel, dürfen enligsche Mannschaft nicht nach Deutschland einreisen.

Seit dem Bundesliga-Aufstieg 1965 absolvieren die Fohlen bereits zum 23. Mal in einem anderen Stadion ein Heimspiel als dem eigenen. Genau genommen begann die lange Geschichte der Borussia-Umzüge bei wichtigen Spielen bereits am 15. November 1960. Das allererste Europapokal-Spiel der Vereinshistorie fand im Düsseldorfer Rheinstadion statt, im Pokal der Pokalsieger gab es ein 0:3 gegen die Glasgow Rangers. Auf der großen Bühne sollte es elf Jahre dauern bis zum nächsten Umzug.

Am 1. Dezember 1971 musste Borussia unfreiwillig im Berliner Olympiastadion ihr Achtelfinale im Landesmeister-Pokal gegen Inter Mailand absolvieren, ein 0:0 überschrieb das legendäre 7:1 im Büchsenwurf-Spiel auf dem Bökelberg in den Ergebnislisten, das zur Strafe annulliert worden war. Doch das war nicht alles, 1972 im Uefa-Cup musste Borussia in zwei weiteren Spielen eine Platzsperre absitzen, in Nürnberg gab es Siege gegen den FC Aberdeen und Hvidovre IF.

1974 begann dann die Epoche der freiwilligen Umzüge aus finanziellen Gründen. Ins benachbarte Düsseldorf kamen bis zu 70.000 Zuschauer, doppelt so viele wie der Bökelberg fasste. Keine dieser Partien sollte Borussia verlieren, es gab Sternstunden wie das 5:1 gegen Real Madrid 1985 oder den Gewinn des Uefa-Cups gegen Roter Stern Belgrad sechs Jahre zuvor. Auch das Halbfinale im Landesmeister-Pokal 1977 gegen Dynamo Kiew überstanden die Fohlen in Düsseldorf. Zuletzt war Borussia 1996 im Pokal der Pokalsieger Gastgeber im Rheinstadion.

Geschichte schrieb Gladbach dort auch 1978 gegen Borussia Dortmund, während die neue Haupttribüne des Bökelbergs errichtet wurde: Legendär ist das Bild des 12:0 auf der Anzeigetafel, allein der Name Jupp Heynckes ist fünfmal verewigt. In jenen Monaten sammelte der Verein auch zwei Heimspielorte, die vielleicht nicht jeder sofort parat hat: Das Rückspiel im Weltpokalfinale fand in Karlsruhe statt, davor und danach lief Borussia auch im RSV-Stadion in Rheydt auf. Dort erlitt Berti Vogts im DFB-Pokal-Spiel gegen Wuppertaler SV einen schlimmen Beinbruch und verpasste beinahe die komplette folgende Saison. Fürs Uefa-Cup-Finale war er dann wieder fit.

Von den 22 Heimspielen in der Fremde seit dem ersten Bundesliga-Aufstieg verlor Gladbach nur zwei: gegen die Boca Juniors im Weltpokal und das bislang letzte vor fast 25 Jahren im Müngersdorfer Stadion in Köln. Ein 2:4 gegen die AS Monaco leitete das Aus im Uefa-Cup und den Abschied von der internationalen Bühne für lange Zeit ein.

Strafen, Baustellen, Mehreinnahmen - neu in der Liste der Gründe für einen Umzug bei einem Heimspiel ist ein mutiertes Virus. Aufgrund des Einreiseverbotes für Menschen aus Großbritannien waren vergangene Woche bereits RB Leipzig und der Wolfsberger AC aus Österreich nach Budapest umgezogen. Beide verloren ihre Heimspiele in der Fremde, für Borussia wäre schon ein Unentschieden gegen Manchester City, das 18 Pflichtspielsiege in Folge vorzuweisen hat, ein Gewinn. Die historische Bilanz, wenn Gladbach Gastgeber in einem anderen Stadion ist, kann sich sehen lassen.

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