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Borussia Mönchengladbach hat erst zwei Tore nach Standards erzielt

Erst zwei Tore nach ruhenden Bällen : Diese Stärke aus der Vorsaison fehlt Borussia momentan

Ein Treffer nach einer Ecke, einer nach einem Freistoß: Das ist die überschaubare Bilanz aus den ersten 13 Ligaspielen der Borussia. Dabei war Gladbach im vergangenen Jahr noch Standardmeister. Ein anderer Wert nach ruhenden Bällen könnte nun gegen Freiburg jedoch sehr nützlich sein.

Es fehlte nicht viel zu Denis Zakarias drittem Saisontor. Der Distanzschuss des Schweizers kurz vor der Halbzeitpause des Derbys beim 1. FC Köln klatschte jedoch an den Außenpfosten – nichts war es mit der 1:0-Führung der Borussen. Dies wäre zugleich auch Gladbachs drittes Standardtor der Saison gewesen – eines über Umwege, denn der abgewehrte Eckball Patrick Herrmanns kam über Manu Koné zu Zakaria, der dann aus der Ferne abschloss.

Alle anderen Standardsituationen am vergangenen Samstag führten noch nicht einmal zu einer Torchance, wie überhaupt die Torgefahr der Borussen nach ruhenden Bällen in der aktuellen Saison noch zu wünschen übrig lässt. Und das liegt nicht allein an den zwei verschossenen Elfmetern durch Kapitän Lars Stindl.

Zwei Standardtore hat Borussia erst auf der Habenseite stehen, bei keinem Bundesligisten sind es aktuell weniger. Und beide Treffer benötigten – so wie es schon bei der Chance in Köln der Fall war – einen Umweg bis ins Ziel. In Wolfsburg nahm Zakaria einen Hofmann-Freistoß direkt, den etwas verunglückten Aufsetzer verlängerte Breel Embolo artistisch zum 1:0 ins Tor. Und beim 1:1 daheim gegen Stuttgart traf Jonas Hofmann nach einer abgewehrten Ecke aus der Distanz. Den klassischen Flanke-Kopf-Tor-Ablauf hat es dagegen in der laufenden Spielzeit noch nicht gegeben.

Und das ist ein ziemlicher Kontrast zur vergangenen Saison, als die Gladbacher Standardmeister waren. Damals verhalfen ihnen zwar unter anderem zehn verwandelte Strafstöße zu diesem Titel, doch nach Ecken und Freistößen waren sie immerhin auch 15-mal erfolgreich. Der Anteil der Standardtore an der Gesamtzahl der Saisontreffer betrug damals 39 Prozent. Derzeit sind es nur elf Prozent – der niedrigste Wert aller Bundesligisten.

Dies kommt auch daher, dass Borussia bislang ordentlich aus dem Spiel getroffen hat. 16 Treffer sind es bislang, Champions-League-Aspirant RB Leipzig hat da beispielsweise erst 14 Tore zu bieten – dafür indes schon zehn Standardtore auf dem Konto, was gemeinsam mit dem FC Bayern Ligaspitze ist. Da hat Gladbach demnach ziemlichen Nachholbedarf, zumal ein Tor nach einem ruhenden Ball sehr nützlich sein kann, wenn es aus dem Spiel heraus einmal nicht so läuft.

Borussia hätte durchaus auch schon mehr Standardtore erzielen können, das belegen die Expected-Goals-Werte des Teams, die die Trefferwahrscheinlichkeit bei Abschlüssen errechnen. Demnach hätte es schon zwei Tore mehr nach Ecken geben müssen, und auch nach Freistößen liegt Gladbach leicht im Minus – ganz zu schweigen von der Null-Tore-Ausbeute bei Elfmetern.

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Deutlich gefährlicher präsentieren sich da die Freiburger nach ruhenden Bällen. Der SC ist derzeit das Team mit dem höchsten Anteil an Standardtoren (neun von insgesamt 19 machen eine Quote von fast 50 Prozent). Es ist also Vorsicht geboten, wenn Freiburg am Sonntag (17.30 Uhr/Dazn) im Borussia-Park zu Gast ist. Indes: Borussias Standardschwäche bezieht sich momentan nur auf den Offensivbereich. In der Defensive ließ Gladbach erst zwei Tore nach ruhenden Bällen zu, nur die Bayern haben einen Treffer weniger kassiert. Zumindest in dem Bereich hat Borussia derzeit also kein Standard-Problem.