Borussia Mönchengladbach hat 1983 dem BVB die Europa-Tour vermasselt

6:4-Sieg am letzten Spieltag : So vermasselte Gladbach dem BVB 1983 die Europa-Tour

1983 hatte der BVB am letzten Spieltag die Chance, mit einem Heimsieg gegen Gladbach noch in den Uefa-Cup einzuziehen. Doch nach einem 1:3-Pausenrückstand siegte die niederrheinische Borussia am Ende 6:4.

Dortmund hat die große Sause schon durchgeplant für den Fall, dass die Mannschaft von Trainer Lucien Favre am Samstag Meister wird. Doch gibt es in der Party-Planung einige Variablen. Die wesentlichste ist der FC Bayern München. Der Rekordmeister muss daheim gegen Eintracht Frankfurt patzen, wenn der BVB noch eine Chance haben will. Und dann müssen die Gelb-Schwarzen im Borussia-Park erst mal ihren Job machen. Schließlich gehen die dort beheimateten Gladbacher auch mit dem Ziel auf den Rasen, siegreich zu sein und damit alles zu tun für die dritte Champions League-Saison nach 2015 und 2016.

Gladbach als Party-Crasher für den BVB – das hat es in der bewegten Geschichte der Borussen-Duelle schon gegeben. Unter anderem in der Saison 1982/83. Es waren die Jahre, in denen sich die beiden Borussias regelmäßig um den sechsten Platz balgten, den letzten, der zur Teilnahme am Uefa-Cup berechtigte. 1981 schnappten die Niederrheiner den Westfalen die Europa-Tour durch einen 3:0-Sieg im Westfalenstadion am letzten Spieltag der Saison weg, im Jahr danach war der BVB wieder Sechster und Gladbach Siebter. 1983 traf man sich wie zwei Jahre zuvor zum Saisonfinale in Dortmund – nur, dass es für die Gladbacher an diesem 14. Juni um nichts mehr ging. Sie hatten eine arg bescheidene Saison gespielt, waren aber trotz Rang 15 nicht mehr in Abstiegsgefahr.

Am vorletzten Spieltag hatte Borussia den 1. FC Kaiserslautern 4:2 besiegt und damit nebenbei Dortmund einen Gefallen getan. Denn der BVB hatte am 32. Spieltag 0:5 in Hamburg verloren, behielt aber dank der Lauterer Niederlage die Zwei-Punkte-Distanz zu Rang sechs, auf dem die „Roten Teufel“ logierten. Und weil der BVB die bessere Tordifferenz hatte, hätte ein Sieg bei einer gleichzeitigen Niederlage Kaiserslauterns gegen den VfB Stuttgart noch den Aufstieg auf den Europa-Platz bedeuten können. Und der VfB Stuttgart tat Dortmund den Gefallen und siegte 3:2 auf dem Betzenberg.

Der BVB führte zur Pause 3:1. Nachdem Andreas Brandts Gladbach 1:0 in Führung gebracht hatte, hatten Rüdiger Abramczik und Marcel Raducanu (2) das Spiel gedreht. Was folgte, war eine kuriose zweite Hälfte, in der nochmal sechs Tore fielen. Hans-Günter Bruns und Wilfried Hannes glichen aus, Manfred Burgsmüller schoss das 4:3 für Dortmund, doch Bruns, Lothar Matthäus und Frank Mill sorgten noch für einen 6:4-Sieg der Gladbacher. Die schossen sich noch auf den zwölften Rang und verhinderte den erneuten Einzug des Gegners ins internationale Geschäft.

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