Borussia Mönchengladbach: Hannover 96 ist besonderer Gegner für Dieter Hecking

Als Sportdirektor im Gespräch : Hecking begegnet in Hannover vielleicht seiner Zukunft

Als Spieler und Trainer arbeitete Borussia-Coach Dieter Hecking für Hannover 96, Gladbachs kommenden Gegner. Im Sommer könnte er bei den Niedersachsen ein weiteres Mal anheuern.

Im Spiel bei Hannover 96 besteht für Borussia eine Siegpflicht, will man wirklich noch ein gehöriges Wörtchen im Kampf um die Champions-League-Plätze mitsprechen. Erst drei Punkte hat der Tabellenletzte in der Rückrunde eingefahren, die Gladbacher dürfen am Samstag nicht dafür sorgen, dass weitere dazukommen. „Wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen. Sie werden alles versuchen nach den letzten Ergebnissen. Sie haben in den vergangenen beiden Spielen gute Leistungen gezeigt“, sagt Dieter Hecking.

Der Borussia-Trainer betont jedoch auch mit Blick auf das Restprogramm in den letzten Wochen der Saison: „Wir brauchen die nötige Lockerheit. Wir haben die Qualität, in jedem Spiel zu punkten. Wir haben noch tolle Heimspiele gegen direkte Konkurrenten vor der Brust, da wird der Borussia-Park brodeln. Und auswärts gegen die Abstiegskandidaten Hannover, Stuttgart und Nürnberg gilt es, die nötige Einstellung an den Tag zu legen und zu zeigen, dass an dem Tag nichts daran vorbeigeht, dass wir die Punkte holen. Und wir müssen uns von dem Druck abschotten, den haben die anderen Teams auch. Wir dürfen gar nicht mehr nach links und rechts schauen.“

In Hannover fordert er von seinen Spielern, dass sie mit der gleichen Einstellung ins Spiel gehen wie beim 1:1 gegen Werder Bremen, als sich die Borussen auf mehreren Ebenen stark verbessert zeigten. Möglich machte das auch die Umstellung auf ein 3-5-2-System. „Das ist ja nicht so neu. Wir haben es nicht so häufig gespielt, aber man hat es schon mal gesehen. Wir haben lange am 4-3-3 festgehalten, weil ich davon überzeugt bin, dass es das richtige war. Nun wollten wir einen neuen Impuls setzen und trotzdem kann es sein, dass wir in Hannover wieder im 4-3-3 spielen“, sagt er.

Für Hecking ist das Spiel in Hannover immer ein ganz besonderes. Von 1996 bis 1999 war er Offensivspieler für 96, von 2006 bis 2009 war der heute 54-Jährige dort Trainer. Sein Lebensmittelpunkt liegt nach wie vor in der Nähe der Hauptstadt Niedersachsens in Bad Nenndorf. Dorthin, zu seiner Familie, wird er zurückkehren, wenn er nach dieser Saison von Marco Rose als Borussia-Trainer abgelöst wird.

Eine vorzeitige Rückkehr ist indes nicht geplant. Hecking hatte zwar, als Eberl ihn nach dem Spiel in Düsseldorf zu Hause besuchte und über sein bevorstehendes Borussia-Aus informierte, kurz überlegt, sofort hinzuwerfen, er entschied sich aber für die Fortsetzung seiner Arbeit. Und dazu steht er auch, sollten die nächsten Wochen nicht erfolgreich laufen. „Ich bin kein wankelmütiger Mensch. Wenn ich mich zu etwas entschlossen habe, ziehe ich das durch. Auch bei einer Niederlage in Hannover. Wie das der Verein sieht, müssen Sie dann andere Leute fragen“, sagt Hecking.

Auch Borussia will mit ihm bis zum Saisonende durchziehen und mit ihm nach dieser Spielzeit den Einzug in den Europapokal feiern. Was danach mit Hecking passiert, ist noch offen. Eine heiße Spur führt aber erneut nach Hannover. Er wird als Nachfolger für den Anfang der Woche entlassenen Sportdirektor Horst Heldt gehandelt. Grundsätzlich ist die Manager-Rolle eine, an der Hecking sehr interessiert ist, dies betonte er bereits in der Vergangenheit. Der Klub, bei dem er schon Spieler und Trainer war, wäre für den Einstieg prädestiniert. „Dazu gibt es nichts zu sagen“, gibt sich Hecking bedeckt. Auch über die Situation beim vor dem Abstieg stehenden Klub will er nichts Konkretes sagen. „Es ist schwierig, das von außen zu beurteilen. Ich wohne zwar in Hannover und bekomme etwas mehr mit. Aber mir steht es nicht zu, mich darüber zu äußern.“

Für ihn ist das Spiel am Samstag in Hannover ein Aufeinandertreffen seiner Vergangenheit und seiner Gegenwart. Und vielleicht ja auch seiner Zukunft.

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