1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach: Hannes Wolf hätte das Spiel gegen Manchester City neu definieren können

Borussias Offensivmann : Was Hannes Wolf gegen Manchester City verpasst hat

Borussias Elf-Millionen-Zukauf hätte das Spiel gegen Manchester auf den Kopf stellen können, doch er vergab die große Chance – und verpasste es damit, für sich einen ganz wichtigen Schritt zu machen.

Hannes Wolf machte alles richtig. Er war da, als Manchester City den einen großen Fehler machte in Person von Rodrigo. Wolf, eben eingewechselt, erfasste die Situation, erlief den Ball und war nun auf dem Weg, dem Spiel, in dem der Gegner so brutal überlegen war, eine ganz neue Note zu geben. Ein 1:2 in der Schlussminute hätte Borussia zwar nicht von der Pflicht entbunden, im Rückspiel mindestens zwei Tore zu machen, doch wäre sie ganz anders aus dem Heim-Achtelfinale rausgegangen: mit einem Erfolgserlebnis, mit dem erlebten Gefühl, City, dieser Übermannschaft in Himmelblau, wehtun zu können.

Wolf schoss dann auch recht gut, bedrängt mithin und mit links, doch Ederson, Citys Torwart, reagierte in der einzigen Szene, in der er wirklich gefordert war, wie ein Torwart einer großen Mannschaft reagieren muss: Er hielt den Ball mit einem starken Reflex. Es blieb aus Gladbacher Sicht beim 0:2 und Hannes Wolf schlug die Hände vors Gesicht.

Er hatte den Moment, der sich ihm urplötzlich bot, nicht zu seinem gemacht, sondern verpasst: Ein Tor auf höchster europäischer Ebene, ein Tor, das Manchesters stolze Serie ohne Gegentor beendet hätte, ein Tor, das Borussia so viel Hoffnung und gute Gefühle beschert hätte. Und vor allem ein Tor, das für ihn selbst, Hannes Wolf, der noch auf der Suche nach seiner Identität als Borusse ist, ein ganz wichtiger Schritt gewesen wäre. Denn in der aktuellen Situation, wenige Tage nach der Ankündigung seines „Ziehvaters“ Marco Rose, nächste Saison nicht mehr da zu sein, hätte ein Tor fast schon emanzipatorischen Wert gehabt, Wolf hätte zeigen können, dass der trotzdem zu großen Taten fähig ist.

Einmal hat er das in Gladbach bislang nachgewiesen, das war im Hinspiel gegen RB Leipzig. Damals war er noch Leihspieler, inzwischen ist die Kaufoption aktiviert worden und er hat für elf Millionen Euro den Klub gewechselt. Somit trifft er nun am Samstag nicht auf den Klub, dem er gehört, sondern den Ex. Die Geschichte jedoch, die er im Hinspiel schrieb, als er das einzige Tor des Spiels schoss, wäre dieselbe: ausgerechnet Wolf. Dort, wo er nach seinem Knöchelbruch eine traurige Zeit verbrachte, könnte er wieder die Chance bekommen. Es würde Wolf sehr helfen, wenn er sie nutzen würde.