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Borussia Mönchengladbach: Hannes Wolf bittet Fans um Geduld

Wolf bittet Borussia-Fans um Geduld : „Man kann nicht davon ausgehen, dass ich gleich explodiere“

Hannes Wolf konnte nach einer guten Vorbereitung in den bisherigen Pflichtspielen für Borussia Mönchengladbach noch nicht zeigen, was in ihm steckt. Nun hat Wolf die Fans um Geduld gebeten.

147 Pflichtspielminuten hat Hannes Wolf, der zunächst auf Leihbasis (Kaufpflicht greift nach 15 Einsätzen) von RB Leipzig geholt wurde, bislang für Borussia absolviert. Zum Vergleich: In der gesamten Saison 2019/20 sind es nur magere 53 Einsatzminuten im Leipziger Trikot gewesen.

Damit lässt sich das nüchterne Zwischenfazit ziehen, dass Wolf bereits jetzt weiter ist als in der vergangenen Saison, die für ihn aufgrund eines Knöchelbruchs, den er sich bei der U21-EM im Sommer 2019 zugezogen hatte, nie richtig begann. Es bleibt aber auch festzuhalten, dass Wolf noch lange nicht auf dem Niveau angekommen ist, das Cheftrainer Marco Rose aus der gemeinsamen Zeit in Salzburg kennt.

„Ich wurde in Gladbach in jedem Spiel eingesetzt. Es geht in die richtige Richtung. Ich sehe es so, dass es jetzt mein erstes Bundesliga-Jahr ist, das Jahr in Leipzig will ich wegen der Verletzung und der Gesamtsituation nicht unbedingt werten“, sagte Wolf im Interview mit dem österreichischen Sportportal „Laola 1“ und fügte hinzu: „Deswegen kann man nicht davon ausgehen, dass ich in den ersten Spielen gleich explodiere. Ich gebe mir Zeit und hoffe, die Leute verstehen das auch.“

Bei seinen beiden Gladbacher Startelf-Einsätzen im DFB-Pokal gegen den FC Oberneuland (8:0) und Borussia Dortmund (1:2) war dem 21-Jährigen anzumerken, dass er unbedingt zeigen wollte, warum Borussia ihn verpflichtet hat. Die Leichtigkeit und das richtige Timing im Dribbling, das er in den Testspielen der Vorbereitung, in denen Wolf zwei Tore erzielen konnte, an den Tag legte, fehlte ihm allerdings komplett.

Der Druck in der Bundesliga ist natürlich ein ganz anderer, auch das Niveau ist höher. Bei einem jungen Spieler wie Wolf dürfte sich nach der missglückten vergangenen Saison und den Vorschusslorbeeren, mit denen er nach Gladbach gewechselt ist, aber auch einiges im Kopf abspielen, wenn er gefordert ist und weiß, dass er nun auf dem Platz seine Leistung abrufen muss. Überraschend ist es daher nicht, dass Wolf teils zu verbissen wirkte. Rose setzte ihn nach dem Spiel beim BVB erst einmal wieder auf die Bank. In den Kurzeinsätzen gegen Union Berlin (1:1) und Köln (3:1) blieb Wolf dann kaum Zeit, noch auf sich aufmerksam zu machen.

Geduld ist gefragt. Bei Wolf selbst, seinem Trainer, aber auch bei den Gladbach-Anhängern - das war in der Anfangsphase der Saison zu erkennen. Aktuell holt sich Wolf in Österreichs U21-Nationalmannschaft weitere Spielpraxis, spielte beim 1:0-Sieg gegen Kosovo am Freitagabend 90 Minuten durch. Das ist wichtig für ihn, nur so kommt er wieder in einen richtigen Rhythmus.

Wenn er in der kommenden Woche zurück am Niederrhein ist, geht es direkt weiter. Die Englischen Wochen stehen vor der Tür und damit auch die ganz großen Namen: Inter Mailand und Real Madrid. Darauf darf sich Wolf freuen. Vielleicht sollte er sich dann nicht allzu viele Gedanken darüber machen, wer die Gegner sind.