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Borussia Mönchengladbach hadert mit Schiri Sven Jablonski beim 2:2 auf Schalke

Es ging nicht um den Elfmeter : Borussen ärgern sich über Jablonskis Freistoß-Pfiff

Auf Seiten Borussia Mönchengladbachs ärgerte man sich nach dem 2:2 auf Schalke nicht über die Elfmeter-Entscheidung an sich, sondern über den Freistoß-Pfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski zuvor. Die Szene hätten Gladbach-Trainer Daniel Farke und Manager Roland Virkus anders bewertet.

Nach dem 2:2 am Samstagabend zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach sprachen die Beteiligten vor allem über die turbulente Schlussphase, in der ab der 72. Minute noch drei Treffer in der Veltins-Arena fielen. Im Mittelpunkt stand der Elfmeter, den der Schalker Marius Bülter in der Nachspielzeit zum Ausgleich verwandelte. Patrick Herrmann hatte den Ball nach einer Freistoß-Flanke unglücklich mit der Hand berührt, obwohl er die Hereingabe per Kopf klären wollte. Schiedsrichter Sven Jablonski ließ zunächst weiterspielen und entschied sich nach dem Sichten der Videobilder auf Straßstoß.

„Wenn ich jetzt ein Schalke-Trikot anhätte, würde ich sagen: glasklar“, sagte der Gladbacher Christoph Kramer nach dem Spiel. Borussias Sportdirektor Roland Virkus sah das ähnlich. „Der Elfmeter war berechtigt“, sagte der Manager. Doch nicht einverstanden waren die Borussen mit der Entstehung des Elfmeters, denn dieser resultierte aus einem Freistoß, den es aus Sicht der Gladbacher Verantwortlichen nicht hätte geben dürfen.

„Ich hatte das Gefühl, dass das kein Freistoß gegen uns, sondern für uns war. Und wenn es zu diesem Freistoß nicht kommt, dann kommt es auch nicht zur Elfmeter-Situation“, sagte Borussen-Coach Daniel Farke, der nach dem Spiel länger mit dem Schiedsrichter über diese Szene diskutierte. „Da ging es gar nicht darum, ob Patrick Herrmann den Ball mit der Hand berührt hat oder nicht. Die Fernsehbilder sind eindeutig“, sagte Farke.

Etwas ungerecht sahen sich Farke und auch Virkus vor allem in den 50:50-Entscheidungen des Spiels behandelt. Als solche Kann-aber-nicht-muss-Situation kann auch das angebliche Foulspiel Alassane Pleas gesehen werden, dem ein Zweikampf mit den Schalkern Bülter und Cedric Brunner als hohes Bein, also als Foulspiel, ausgelegt wurde. Doch ein Pfiff in die andere Richtung wäre ebenfalls vertretbar gewesen, denn Plea wurde von Bülter geblockt und geriet erst dadurch, dass Schalkes Brunner ihn unterlief, in die Situation, dass er die Kontrolle über sein Bein verlor.

„Alle 50:50-Entscheidungen hat er für Schalke gepfiffen“, sagte Virkus, blieb aber dennoch fair. „Das ist aber nicht der Grund, warum wir 2:2 gespielt haben.“ Jonas Hofmann, der die Borussen mit seinem Treffer in der 72. Minute zurück ins Spiel gebracht hatte, ärgerte sich über den hergegebenen Sieg. „Schalke konnte nur noch durch einen Standard ein Tor erzielt“, sagte Hofmann, dessen Kumpel Herrmann nach seiner Einwechslung mit seinem Handspiel der Pechvogel war. „Das gibt es an jedem Spieltag, dass der Ball an die Hand springt. Er ärgert sich gerade selbst in der Kabine. Das passiert im Fußball“, sagte Hofmann.

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Schalke-Trainer Frank Kramer war dagegen glücklich über das Last-Minute-Unentschieden beim ersten Bundesligaspiel in der Schalker Arena seit 15 Monate. „Den Punkt haben wir uns erarbeitet, da brauchen wir uns nicht für zu schämen“, sagte Kramer, der sich über die Entstehung des Elfmeters natürlich nicht beschwerte.

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