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Borussia Mönchengladbach: Grenzwert naht - Fans gegen Real Madrid im Stadion?

Entwicklung der Corona-Zahlen : Borussia-Fans müssen um Stadionbesuche bangen

Schon gegen Wolfsburg könnten im Borussia-Park nur noch 300 Zuschauer zugelassen sein. Der Fußball schaut am Mittwoch nach Berlin. Und Gladbachs Fans denken vor allem an Real Madrid.

Am Mittwochmorgen lag die Corona-Inzidenz in der Stadt Mönchengladbach bei 28,7. Von allen Bundesliga-Standorten war sie nur in Leipzig (11,0), Wolfsburg (12,1) und Freiburg (28,1) geringer. In den vergangenen sieben Tagen sind 75 der 261.000 Einwohner Mönchengladbachs positiv auf Covid-19 getestet worden.

Die jüngste Entwicklung zeigt, dass es in Richtung des Grenzwerts von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geht. Wird der am Tag vor dem Anpfiff übertroffen, lassen die örtlichen Gesundheitsämter nicht mehr als 300 Fans im Stadion zu.

Mit Blick auf das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (20.30 Uhr, Dazn) lässt sich die Gefahr eines Quasi-Geisterspiels so berechnen: 62 Neuinfektionen wurden an den vergangenen fünf Tagen in Mönchengladbach gemeldet. Kämen am Donnerstag und Freitag insgesamt 29 hinzu, läge die Inzidenzzahl bei genau 34,9. Doch wie werden die Behörden damit umgehen, dass in der näheren Umgebung inzwischen Düsseldorf, Duisburg, Köln und Wuppertal als Risikogebiet eingestuft werden?

Jegliche Rechenspiele könnten sich ohnehin als überholt erweisen, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten getagt hat. In Berlin wird die erste Vor-Ort-Konferenz seit dem 12. März stattfinden, das war der Tag nach Gladbachs Geisterspiel gegen Köln, eine halbe Ewigkeit her. Der Fußball wird nicht auf Platz eins der Tagesordnung stehen, aber die aktuellen Entwicklungen erfordern eine neue Bewertung der Lage.

Acht von 18 Bundesliga-Stadien stehen in einem Risikogebiet. Das heißt, die Inzidenz liegt bei mehr als 50. Während Spieler, Trainer und Betreuer seit Monaten umfassend getestet werden, gilt das nicht für andere Menschen, die bei einem Spiel im Stadion arbeiten: Ordner, Essensverkäufer, Mitarbeiter der Medien. Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, darf bislang offiziell nicht ins Stadion. Die übertragenden Sender Sky und Dazn haben ihren Sitz jeweils in München, die ARD-Sportschau sitzt genau wie der DFL-Übertragungsdienstleister Sportcast in München. Auch hier müssen Lösungen erarbeitet werden.

Seit Dienstag gibt es erstmals seit dem 21. April wieder mehr als 40.000 aktive Corona-Fälle in Deutschland. Damals waren die Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) gerade medial vorgeprescht und hatten den Restart der Bundesliga in Aussicht gestellt. Die Saison wurde bis auf den ersten Spieltag nach dem Wiederbeginn mit einer aktiven Fallzahl von weniger als 10.000 zu Ende gespielt. Die aktuelle Größenordnung stellt die Liga und die Vereine vor neue Herausforderungen. Am Mittwochmorgen wurden erstmals seit dem 9. April, Gründonnerstag, mehr als 5000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet.

Deutlich bitterer als ein Quasi-Geisterspiel gegen Wolfsburg wäre für Borussia-Fans eines gegen Real Madrid am 27. Oktober. Die Nachricht der Uefa, dass je nach Infektionsgeschehen vor Ort in der Champions League bis zu 30 Prozent der Plätze gefüllt werden dürfen, hatte am Tag der Auslosung für große Freude gesorgt. Der Vorverkauf für das Spiel startet am Mittwoch um 18 Uhr im Online-Ticketshop der Borussia: Inhaber einer Dauerkarte Plus können bis zu zwei Tickets kaufen. 10.804 Zuschauer dürfen ins Stadion. Leider muss inzwischen ergänzt werden: Stand jetzt.