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Borussia Mönchengladbach: Glückliche Fans feiern Stadion-Comeback

Fans feiern Stadion-Comeback : Wie viele Zuschauer dürfen gegen Union in den Borussia-Park?

300 Fans durften im Borussia-Park gegen den FC Oberneuland dabei sein. Zwei von ihnen berichten, wie sie den Stadionbesuch erlebt haben. Schon gegen Union Berlin könnten es deutlich mehr Zuschauer werden.

Sie haben nicht nur nach dem Abpfiff ein nachträgliches Geburtstagsständchen für Borussias Trainer Marco Rose gesungen, sondern waren auch während des DFB-Pokalspiels gegen den FC Oberneuland zeitweise gut zu hören: die 300 Borussia-Fans, die sich ihr Ticket im Unterrang der Osttribüne gesichert hatten. Sie gehörten zu denen, die eine „Allesfahrerkarte“ besitzen, also zu jedem Heim- und Auswärtsspiel fahren, und sich im Vorfeld erfolgreich auf ein Ticket beworben hatten.

Unter ihnen waren auch Andi Schröder und seine Frau Biggi aus dem schweizerischen Watwil. Knapp zwei Stunden vor dem Spiel liefen sie auf den Borussia-Park zu. „Es war surreal, in dem Moment keinen einzigen Menschen zu sehen. Da hat man das Gefühl, dass man das Datum des Spiels verpasst hat“, erzählt Andi Schröder im Gespräch mit unserer Redaktion.

Beim Einlass mussten alle Fans ihren Ausweis zeigen, da die Karten personalisiert waren. Fieber wurde nicht gemessen, dafür ein ausgefüllter Gesundheitsbogen abgegeben. Auf der Tribüne hatte jeder einen fest zugeordneten Platz, neben dem links und rechts drei Sitze freigelassen wurden. Auch die Reihe davor und dahinter blieb komplett leer, sodass ein großzügiger Sicherheitsabstand gewährleistet war. Auf dem Platz durfte der Mund- und Nasenschutz abgenommen werden, auch Stehen war erlaubt.

Biggi und Andreas Schröder waren gegen Oberneuland im Borussia-Park. Foto: privat

 „Alles war bestens organisiert. Für uns war das Wichtigste, wenigstens die Spieler wieder aktiv zu sehen. Darum werden wir auch versuchen, zu jedem Spiel zu kommen“, sagt Schröder. Nach aktuellem Stand müssen sie sich weiterhin beim Verein auf die Karten bewerben und hoffen, dass sie auch gegen Union Berlin dabei sein dürfen.

Die Chance, für diese Partie eine Karte zu erhalten, könnte schon am Dienstag deutlich steigen. Bislang sind in Nordrhein-Westfalen maximal 300 Zuschauer bei Sportveranstaltungen zugelassen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass das Landeskabinett am Dienstag darüber entschieden werde, wie die Änderungen der Coronaschutzverordnung aussehen sollen. Angestrebt wird eine bundesweit einheitliche Regelung. Festgelegt werden soll ein Prozentsatz, wodurch die genaue Zahl der zugelassenen Zuschauer von der Stadionkapazität abhängig wäre.

Bereits vor einigen Wochen hat Borussia für jegliche Größenordnung ein entsprechendes Hygienekonzept erarbeitet. „Wir könnten alle auf den Knopf drücken und loslegen“, hatte Max Eberl in der vergangenen Woche beim „Rheinischen Fußball-Gipfel“  gesagt.

Gibt es am Dienstag ein positives Signal, muss das Konzept vom Gesundheits- und Ordnungsamt der Stadt abgesegnet werden. Darunter fallen auch Punkte wie An- und Abreise zum Stadion oder Zuschauerströme beim Einlass rund um den Borussia-Park. Aktuell liegt der Corona-Inzidenz in Mönchengladbach bei 6,12 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und damit weit unter dem Grenzwert von 50.

„Dass Borussia das gut organisiert bekommt, hat das Wochenende gezeigt. Ich finde, dass man mehr als 300 Zuschauer reinlassen kann. Aber das liegt natürlich nicht in unserer Hand“, sagt Schröder, der aber auch betont, dass jeder selbst entscheiden müsse, ob er letztlich ins Stadion geht oder nicht.

Für einige von Borussias Fan-Gruppierungen, vor allem aus der aktiven Fan-Szene, kommt ein Stadionbesuch, unabhängig von der Entscheidung am Dienstag, aber auch weiterhin nicht infrage. „Fankultur lebt von Gemeinschaft, Enge, Chaos, Spontanität und Freiräumen – Dinge, die in Anbetracht von Abstandsregelungen, personalisierten Plätzen und Durchregulierung definitiv nicht möglich sind“, heißt es in einer Mitteilung der Ultras von „Sottocultura“.

Ob letztlich circa 5400 Zuschauer (zehn Prozent der Stadionkapazität von maximal 54.022 Zuschauern), 10.800 Zuschauer (20 Prozent) oder sogar noch mehr im Borussia-Park zugelassen werden, bleibt abzuwarten.

Dauerkartenbesitzer hätten ein Vorkausfrecht auf die Karten, das hatte der Klub bereits im Juni mitgeteilt. Da die 30.000 Dauerkarten frühestens ab der Rückrunde gültig sind, müssten sich Fans bei Bundesligaspielen auf eine Tageskarte bewerben. Bei Partien im DFB-Pokal und der Champions League erhalten zunächst Inhaber der Dauerkarte Plus ein Vorkaufsrecht.