Nach Eberls Transfer-Klartext So stehen Borussias Chancen bei Ginter, Elvedi und Zakaria

Mönchengladbach · Bei Matthias Ginter, Nico Elvedi und Denis Zakaria gilt 2021: Verlängern oder verkaufen. Das hat Borussias Sportdirektor Max Eberl kürzlich klargestellt. Doch die Chancen auf einen neuen Vertrag sind unterschiedlich groß.

 Matthias Ginter hat sich in den vergangenen Jahr zu einem absoluten Führungsspieler entwickelt.

Matthias Ginter hat sich in den vergangenen Jahr zu einem absoluten Führungsspieler entwickelt.

Foto: Dirk Päffgen

Für Max Eberl hat die Planung für die nächste Saison begonnen. Borussias Sportdirektor betont immer wieder, dass in dieser Hinsicht mit dem ersten Spieltag schon der Blick auf die Zukunft gerichtet wird. Und für Eberl steht diesmal ein schwerer und vor allem kostspieliger Job an.

Denn er hat kürzlich betont, dass drei Spieler im Kader sind, bei denen gilt: Verlängern oder verkaufen. „Ich kann nicht bei drei solchen Spielern, die uns alle Geld gekostet haben, einfach sagen: Wir lassen die Verträge auslaufen. Das werden Gespräche sein, die in der nächsten Zeit anstehen, um Perspektiven auszuloten“, sagte Eberl im „Sport1-Doppelpass“ über die Situation bei Matthias Ginter, Nico Elvedi und Denis Zakaria. Die Verträge der beiden Abwehrspieler gelten dank einer Klausel bis 2022, Zakarias Vertrag läuft im gleichen Jahr aus.

Das bedeutet, dass Eberl, der aufgrund der Vertragssituation keinen dieser Spieler jetzt verkaufen musste, nur noch im Sommer 2021 eine Ablösesumme generieren kann. Und die liegt bei dem wertvollen Borussen-Trio jeweils so hoch, dass der Klub sie nicht einfach ausschlagen und einen ablösefreien Wechsel 2022 in Erwägung ziehen kann.

Eberl muss und wird jedoch versuchen, alle drei Spieler langfristig an Borussia zu binden. Das ideale Szenario ist, dass er mit Ginter, Elvedi und Zakaria verlängert – sofern das finanziell möglich ist, da alle drei eine ordentliche Gehaltserhöhung erhalten dürften. Eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Spieler das in Erwägung ziehen, ist, dass Gladbach erfolgreich bleibt. Doch im Detail sind die Vorzeichen bei den Borussia-Stars unterschiedlich.

Matthias Ginter: Ex-Gladbach-Profi vom SC Freiburg im Porträt
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Das ist Matthias Ginter

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Foto: dpa/Tom Weller

Bei Matthias Ginter dürften die Chancen auf eine Verlängerung am größten sein. Er fühlt sich sportlich bei Borussia sehr wohl, ist einer der wichtigsten Spieler im Kader und immer gesetzt, wenn er gesund ist. Und privat können er und seine Familie sich auch ihre Zukunft in der Region vorstellen. Dass Ginter nicht mehr dritter Kapitän ist, könnte zwar ein kleiner Knacks gewesen sein, der dürfte jedoch keine Auswirkungen haben. In Gladbach hat er dennoch eine Ausnahmestellung, die er sich anderswo erst nochmal neu erkämpfen müsste.
Verlängerungs-Chance: 70 Prozent.

Nico Elvedi im Porträt: Seit 2015 bei Borussia Mönchengladbach
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Das ist Nico Elvedi

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Foto: Dirk PŠffgen/Dirk Paeffgen (dirk)

Nico Elvedi liegt in der sportlichen Gunst auf einer Stufe mit Ginter. Beide harmonieren hervorragend und könnten auf Jahre ein Abwehr-Duo bilden, das Borussia zum Erfolg verhelfen kann. Doch der Schweizer Nationalspieler ist in der Region noch nicht derart verwurzelt und hat anders als Ginter auch durchaus die Ambition, mal im Ausland, vor allem in England, Erfahrungen zu sammeln. Das könnte schon in naher Zukunft der Fall sein, wenn es das richtige Angebot gibt. Borussia muss richtig gute Argumente haben bei Elvedi.
Verlängerungs-Chance: 50 Prozent.

Denis Zakaria im Porträt: Von Borussia Mönchengladbach zu Juventus Turin
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Das ist Denis Zakaria

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Foto: AFP/GLYN KIRK

Sollte Denis Zakaria ein neues Arbeitspapier über 2022 hinaus unterschreiben, wäre das eine sehr große Überraschung. Der Mittelfeld-Star hat sein Umfeld mit der Berater-Agentur „LIAN Sports“ schon für einen Wechsel zu einem europäischen Top-Klub aufgestellt, die Gespräche mit Vereinen wie Manchester City laufen im Hintergrund. Auch in diesem Sommer hat sich Zakaria gedanklich schon mit der Möglichkeit, zu wechseln, beschäftigt, Eberls Klartext, keinen Top-Spieler abzugeben, hat aber schnell die Fronten geklärt. In einem Jahr, sofern Zakaria in seine Form zurückfindet, wird Eberl aber (ver-)handeln müssen.
Verlängerungs-Chance: 10 Prozent.

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